Usbekistan und die Organisation der Turkstaaten (OTS): Neue Wachstumsbereiche der Investitionszusammenarbeit und vorrangige Projekte

Usbekistan hat sich historisch gesehen stets aktiv für die Stärkung der Beziehungen zwischen den turksprachigen Ländern eingesetzt. Nach einer Phase begrenzter Zusammenarbeit stellte die Teilnahme des Präsidenten der Republik am VI. Gipfeltreffen der Organisation im Jahr 2018 als Ehrengast einen Wendepunkt dar. Im Jahr 2019 ratifizierte das Land das Abkommen von Nachitschewan und wurde damit offiziell Vollmitglied der Organisation der Turkstaaten (OTS).
Seit dem Beitritt hat Usbekistan 116 konkrete Initiativen vorgelegt, von denen mehr als die Hälfte bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Der wirtschaftliche Effekt dieses Kurses wird durch Zahlen bestätigt: Bis Ende 2025 stieg der Warenumsatz mit den OTS-Ländern um 9,6 % und belief sich auf 10,8 Milliarden Dollar.
Auch die Zusammenarbeit im Investitionsbereich verzeichnet einen stetigen Aufschwung: Anfang 2026 waren 4.352 Unternehmen mit Kapitalbeteiligung aus den Ländern der Gemeinschaft in Betrieb. Die Republik Türkei ist ein strategischer Partner, mit dem die Beziehungen im Jahr 2017 offiziell auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft angehoben wurden. Die Türkei nimmt unter allen Ländern der OTS mit 2.137 Unternehmen die Spitzenposition bei der Zahl der in Usbekistan gegründeten Unternehmen ein. Die Investitionszusammenarbeit war im Jahr 2025 durch die Bereitstellung von Mitteln in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar gekennzeichnet. Der Handelsumsatz belief sich im gleichen Zeitraum auf 3,024 Milliarden Dollar. Die Verkehrsverbindungen zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Intensität aus: Wöchentlich werden zwischen den Städten beider Länder 97 Linienflüge auf acht verschiedenen Strecken durchgeführt, darunter auch Flüge nach Istanbul und Ankara.
Kasachstan ist der größte Handelspartner Usbekistans innerhalb der Organisation; der Warenumsatz mit diesem Land stieg im Jahr 2025 um 11,4 % und näherte sich damit der 5-Milliarden-Dollar-Marke. In der Republik sind 1.212 Unternehmen mit kasachischem Kapital erfolgreich tätig. Ein wichtiger Mechanismus zur Ausweitung der Beziehungen war die Arbeit des Forums für interregionale Zusammenarbeit, in dessen Rahmen eine Roadmap zur Umsetzung von Projekten und Verträgen im Gesamtwert von 7,1 Milliarden Dollar unterzeichnet wurde.
Der Verkehrssektor weist ein enormes Volumen auf: Das Güterverkehrsaufkommen belief sich im Jahr 2025 auf über 22,3 Millionen Tonnen, wobei der größte Anteil mit 19,6 Millionen Tonnen auf die Eisenbahnstrecken entfiel.
Die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zu Kirgisistan ist durch die höchsten Wachstumsraten im Warenumsatz gekennzeichnet, der im Jahr 2025 um 37,1 % stieg und 1,199 Milliarden Dollar erreichte. Die Parteien haben das Format einer umfassenden strategischen Partnerschaft festgeschrieben, was zu einem Anstieg der Zahl der Joint Ventures auf 346 geführt hat.
Im Verkehrssektor war ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen: Das Gesamtvolumen des Güterverkehrs stieg im Jahr 2025 um 22,4 % auf fast 5,4 Millionen Tonnen. Die Exporttransporte aller Verkehrsträger haben sich mehr als verdoppelt, was auf eine tiefe Integration der Produktionsketten hindeutet. Mit Aserbaidschan wurde 2024 ein grundlegender Vertrag über die Bündnisbeziehungen geschlossen, der ein neues Kapitel in der bilateralen Zusammenarbeit aufschlug. Der Warenhandel zwischen den Ländern verzeichnete 2025 ein Wachstum von 14,6 % und belief sich auf 307,3 Millionen Dollar. Im Investitionsbereich sind 367 Unternehmen mit aserbaidschanischem Kapital tätig. Auch die logistische Partnerschaft wird gestärkt: Das Gesamtvolumen der beförderten Güter stieg im Jahr 2025 um 28,3 %, und der regelmäßige Flugverkehr zwischen den Hauptstädten wird mit einer Frequenz von 14 Flügen pro Woche aufrechterhalten.
Turkmenistan, das als Beobachter an den Aktivitäten der Organisation teilnimmt, bleibt ein wichtiger Partner, mit dem der Warenumsatz im Jahr 2025 1,203 Milliarden Dollar erreichte. Die Einrichtung der gemeinsamen Grenzhandelszone Schavat–Dashoguz war ein konkreter Schritt zur Vereinfachung des Warenhandels. Zu Beginn des Jahres 2026 waren in Usbekistan 270 Unternehmen mit turkmenischer Kapitalbeteiligung tätig. Im Verkehrsbereich belief sich das Gesamtvolumen des Güterverkehrs zum Jahresende 2025 auf rund 1,785 Millionen Tonnen und verzeichnete ein Wachstum von 22,5 %. Ungarn hat ebenfalls Beobachterstatus und baut die Zusammenarbeit im Hochtechnologiebereich mit Usbekistan aktiv aus. Im Jahr 2025 stieg der gegenseitige Handel um 41,7 % und erreichte 117,4 Millionen Dollar. Obwohl in der Republik 20 Unternehmen mit ungarischem Kapital tätig sind, zeichnen sich die von ihnen realisierten Projekte durch ihren beträchtlichen Umfang aus. Dazu gehören die Errichtung von Geflügelzuchtclustern in der Region Syrdarya im Wert von 165 Millionen Dollar und ein Projekt zum Bau von Kläranlagen in „Neuen Taschkent“ im Wert von 59 Millionen Dollar.
Die erfolgreiche Umsetzung von Initiativen und das nachhaltige Wachstum der Wirtschaftsindikatoren bestätigen, dass Usbekistan im Rahmen der Organisation der Turkstaaten ein wirksames Instrument zur Förderung seiner nationalen Interessen gefunden hat. Die weitere Vertiefung der industriellen Zusammenarbeit und die Entwicklung des Transitpotenzials der Region schaffen eine solide Grundlage für die Umwandlung dieses Raums in ein bedeutendes Zentrum der weltweiten Produktion und des Handels. Der strategische Kurs auf eine Annäherung an die turksprachige Welt eröffnet neue Perspektiven für die Gewinnung von Innovationen und groß angelegten Investitionen in Schlüsselbranchen der nationalen Wirtschaft. Die Fortsetzung dieser Politik wird es nicht nur ermöglichen, die Position des Landes auf der internationalen Bühne zu stärken, sondern auch den langfristigen sozioökonomischen Wohlstand aller Mitgliedstaaten der Organisation zu sichern.