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Reiseland Usbekistan: Die Schätze von Samarkand

© Daniela & Uwe Skrzypczak

31.10.2018

Einer der prächtigsten Plätze Zentralasiens: der Registan in Samarkand, Usbekistan. Wo heute die drei Medresen - Koranschulen - stehen, war früher ein Sandplatz mit Karawanserei. Im 15. Jahrhundert errichtete der Timuriden-Fürst Ulugh Beg die erste Medrese (li.), in der er selbst lehrte. Nachfolgende Herrscher bauten ihr gegenüber im 17. Jahrhundert die Sher-Dor-Medrese (re.) und die Tilya-Kori-Medrese am Kopfende des Platzes. Der Fotograf Uwe Skrzypczak hat über ein Jahr mit usbekischen Behörden verhandelt, um eine Genehmigung zu bekommen, seine Drohne über Samarkands Kulturschätzen aufsteigen zu lassen.

Rangezoomt und so was von glänzend: Die filigransten, farbenprächtigsten Fliesenarbeiten findet man an der Ulugh-Beg-Medrese. Als "schönstes Antlitz, das die Erde der Sonne je zugewandt hat" wurde Samarkand, eine Perle der alten Seidenstrasse, beschwärmt.

Einst gehörte die Bibi-Khanum-Moschee in Samarkand zu den größten Bauwerken der islamischen Welt: Zwischen 1399 bis 1404 ließ der berüchtigte Eroberer Timur Lenk sie in seiner Hauptstadt errichten. Den Bau finanzierte er mit der Beute aus einem siegreichen Feldzug nach Indien. Timur war der letzte große Mongolenführer und beherrschte von Samarkand aus ein riesiges Reich.

Blick in die Nekropole Shohizinda in Samarkand mit Mausoleen aus dem 9. bis 19. Jahrhundert: Die Grabanlage wird von gläubigen Muslimen noch heute als Pilgerstätte und zum Morgengebet genutzt.

Von oben betrachtet: Um ihren Heiligen und anderen spirituell wichtigen Personen im Tod nahe zu sein, hat sich um die eigentliche Nekropole über die Jahrhunderte ein riesiger Friedhof der Bürger Samarkands gebildet.

Und nicht nur wegen der architektonischen Pracht, empfiehlt Uwe Skrzypczak Usbekistan als Reiseland. Auch die Herzlichkeit der Einwohner hat ihm sehr gefallen.

Timur gab auch den Bau des Gur-Emir-Mausoleum in Auftrag - das Grab des Gebieters. Viele Sehenswürdigkeiten in Samarkand sind zu den offiziellen touristischen Öffnungszeiten teilweise stark überlaufen. Einige seiner Aufnahmen konnte Skrzypczak nur mit Sonderzutrittsrechten machen.

Die Grabstätte wurde 1403 erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Architekturdenkmäler unserer Zeit.

Um Timurs Grab ragen sich diverse Legenden. Eine davon ist, dass eine Grabschändung extreme Folgen für den Verursacher haben soll, auch bekannt als "Timurs Fluch". Als russische Forscher im Jahr 1941 seine Gebeine exhumierten, fiel kurz darauf die deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion ein.

Strahlend: der Registan bei Nacht.

© Daniela & Uwe Skrzypczak

Quelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/usbekistan-fotos-aus-samarkand-fotostrecke-164602.html