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Hochschulwesen

Die Hochschulbildung in der Republik Usbekistan kann auf eine fast einhunderjährige Geschichte zurückblicken. Die erste echte Universität – die Turkistanische Staatliche Universität – wurde 1920 eröffnet. Später wurde sie in Staatliche Universität Taschkent, und im Jahre 1999, in Nationale Universität Usbekistan umbenannt. In Usbekistan gibt es 61 Hochschuleinrichtungen, einschließlich staatlicher Universitäten in jedem der regionalen Zentren.

Bisher gibt es noch keine nichtstaatlichen Universitäten in Usbekistan, obwohl das 1997 angenommene Bildungsgesetz eine rechtliche Grundlage für derartige Einrichtungen geschaffen hatte.

Am 17. Januar 2002 hat das Ministerkabinet die Eröffnung einer Internationalen Universität von Westminster in Taschkent beschlossen. Diese Universität wird die Ausbildung zum Bachelor und Master in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Management, Information, Technologie und Recht anbieten.

Die Hochschulbildung wird im wesentlichen durch das Ministerium für Hochschul- und spezialisierte Sekundarbildung (MHSSB) koordiniert und finanziert. Im Kompetenzbereich des MHSSB gibt es 34 Hochschuleinrichtungen (14 Universitäten und 20 Institute). Es gibt noch einige eng spezialisierten Einrichtungen, die jedoch den Fachministerien unterstellt sind. Das Ministerium für öffentliche Bildung hat z.B. 5 pädagogische Institute, das Gesundheitsministerium– 7, das Kulturministerium – 5, das Landwirtschaftsministerium – 4 usw. Das MHSSB ist die wichtigste methodologische und koordinierende Behörde im Hochschulbereich, die strenge Vorschriften für die Anerkennung neu entwickelter Lehrpläne in Übereeinstimmung mit den staatlichen Bidlungsstandards erläßt.

Laut Auskunft des MHSSB arbeiten an den 61 Hochschuleinrichtungen in Usbekistan gegenwärtig insgesamt 16 100 Professoren und Lehrkräfte.

Gemäß dem Nationalen Bildungsprogramm baut die Hochschulbildung auf der spezialisierten Sekundarausbildung (akademische Lyzeen) und der spezialisierten Berufsausbildung (Berufscolleges) auf und gliedert sich in 2 Stufen: Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium vermittelt Grundlagen- und angewandtes Wissen je nach Fachgebiet und umfaßt eine Studienzeit von weniger als 4 Jahren. Nach Abschluß eines Bachelorstudiums erwirbt der Absolvent den Bachelortitel und erhält ein staatliches Diplom, das zur Aufnahme seiner beruflichen Tätigkeit berechtigt.

Das Masterstudium vermittelt Grundlagen- und angewandtes Wissen in einem konkreten Bereich und dauert nicht länger als 2 Jahre auf der Grundlage eines Bachelor-Diploms. Die Absolventen eines Masterstudiums erhalten ein staatliches Diplom, das zu einer beruflichen Tätigkeit berechtigt Hervorgehoben werden sollte, daß nur Studenten, die im gleichen Fach en Bachelorstudium absolviert haben, einen entsprechenden Masterstudiengang beantragen können.

In Usbekistan erarbeiten die einzelnen Einrichtungen Haushaltsplanentwürfe, die dann beim VHSSB eingereicht und geprüft werden. Auf dieser Grundlage wird der Gesamthaushaltsplan erstellt und beim Ministerium der Finanzen eingereicht, wo eine Gesamtbegutachtung vorgenommen wird, die zurück an das MHSSB, das die endgültigen Beträge auf seine Einrichtungen verteilt. Für die Umsetzung des Nationalen Bildungsprogramms Usbekistans wurden 38% des Staatshaushalts, i.e. 11% des Bruttoinlandsprodukts, bereitgestellt.

Entsprechend einem Beschluß des Ministerkabinets der Republik Usbekistan werden die Einnahmen aus Studiengebühren auf der Basis von Studienverträgen nicht auf die aus dem Haushalt bereitgestellten Mittel angerechnet und können in voller Höhe für die Erfordernisse der jeweiligen Ausbildungseinrichtung eingesetzt werden. Durch den Erlaß des Ministerkabinets der Republik Usbekistan vom 17.10.2001 über die Regelung und Zahlung von Stipendien für Studenten wurde ein neue Verfahren für Stipendien für alle Studenten (mit Ausnahme ausländischer Studenten) eingeführt, die auf der Grundlage von Haushaltsmitteln oder Studienverträgen studieren. Die monatlich gezahlten Stipendienbeträge werden in die Kosten des Vertrages eingerechnet. Das selbe Verfahren gilt auch für die Regierungstipendien des Präsidenten der Republik Usbekistan und die Beruny-, Ibn Sino-, Navoi und Ulugbek-Stipendien.