Chemische Industrie
Die chemische Industrie Usbekistans verfügt heute über ein erhebliches Produktions-, Rohstoff-, Technik- und Wissenspotential und stellt eine der führenden nationalen Wirtschaftsbranchen dar. Sie trägt zur Entwicklung der nationalen Volkswirtschaft und ihrer Exportkraft wesentlich bei.
Die chemische Industrie blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die ersten chemischen Betriebe waren hier in den frühen 30-er Jahren des 20. Jh. errichtet worden. Im Hinblick auf einen größeren Bedarf an Mineraldüngern und Pestiziden, der vor allem in der Landwirtschaft zu verzeichnen ist, wurden mehrere chemische Großbetriebe in Usbekistan gegründet, die ein festes Fundament für einen der größten chemischen Industriestandorte in Zentralasien bildeten.
Die Dachorganisation der chemischen Industriebetriebe – der Industrieverband Uzkimyosanoat AG ist so organisiert, dass eine umfassende Entwicklungs- und Förderpolitik in der chemischen Industriebranche einschließlich der wissenschaftlichen Forschungen, Produktion von Chemiegütern, deren Verteilung und Lieferung an Endverbraucher optimal möglich ist.
Die Produktionskapazitäten der Betriebe, die sich unter dem Dach des chemischen Industrieverbandes Uzkimyosanoat AG zusammengeschlossen haben, reichen vollkommen aus, um den inneren Bedarf an chemischen Gütern zu decken und deren langfristigen Export zu sichern.
Nach der Art der produzierten Güter lassen sich die chemischen Betriebe in 4 Gruppen einteilen:
• Produktion von Mineraldüngern und anorganischen Stoffen;
• Produktion von organischen Stoffen, Kunstfasern und Polymeren;
• Produktion von chemischen Reagenzien für den Energie-, Gold- und Chemiesektor;
• Produktion von Pflanzenschutzmitteln.
Die chemischen Güter, insbesondere Stickstoff- und Phosphordünger, Essigsäure, Natriumchlorat, Zyannatrium und Salpetersäure erfüllen die Nachfrage des Binnenmarktes und teilweise der Anrainermärkte in der zentralasiatischen Region.
Nach Menge und Angebot an Stickstoff- und Phosphordüngern ist der Industrieverband Uzkimyosanoat AG der Spitzenreiter in der Region, gilt ert doch als der größte Produzent von Ammoniak, Harnstoff, Ammonsalpeter, Ammoniumsulfat, Ammophos, Superphosphat und Nitrophos in Zentralasien.
Die Aktiengesellschaft Ferganaazot ist der Alleinerzeuger von Azetylzellulose sowie einer der größten Produzenten von Magnesiumchlorat-Entlaubungsmitteln und Natriumchlorat in der GUS.
Das Furanwerk Fergana ist die einmalige Produktionsstätte in der Region, die unterschiedliche Sparten von Baumwollzellulose produziert und mehrere Industriebetriebe damit beliefert. Die Zellulose aus Fergana wird nach Russland, China und in die Ukraine exportiert.
Die Aktiengesellschaft Navoiazot produziert kaustische Soda, Chlor und Chlorprodukte, chemische Reagenzien für die Goldgewinnung, Polyakrylamid, Methanol, Polyakrylon und Yttriumazetatfaser.
Das Kunstfaserwerk Fergana ist eines von den beiden Betrieben in der GUS, die Azetatfasern produzieren. Das Werk besitzt die modernste Anlage zur Produktion von Polyamyd-6-Granulat und Kordgewebe.
Eine der zentralen Entwicklungsrichtungen der Uzkimyosanoat AG besteht in der Gründung von Produktionsstandorten für neue Produkte, die zeitgemäße energie- und ressourcensparende Technologien einsetzen sollen.
Eines der Großbetriebe unter dem Dach von Uzkimyosanoat AG ist das Sodawerk Kungrad, das kalzinierte Soda produziert und 2006 in Betrieb ging. Das Werk liefert gutes Beispiel für einen modernen, hocheffizienten und energiesparenden Produktionsstandort.
2002 wurden die von einer französischen Firma projektierten Produktionsanlagen in Betrieb genommen, die Magnesiumchlorat-Entlaubungsmittel und Natriumchlorat von der besten Qualität herstellen.
Ebenfalls 2002 ging die Produktionsanlage für Baumwollzellulose im Furanwerk Fergana in Betrieb, die aus der deutschen Fertigung kommt und in der GUS als einmalig gilt.
Die Experten von Uzkimyosanoat AG und die Wissenschaftler aus der usbekischen Akademie der Wissenschaften haben ein technisches Verfahren zur Verarbeitung von Phosphoritmineral aus dem Tagebau Dscheroy entwickelt und im Werk von Samarkandkimyo AG implementiert. Diese Technologie lässt eine neue Art von Mineraldüngern – Nitrokalziumphosphatdünger (Analog zu Nitrophos) produzieren.
Die Philosophie der neuen Nitrokalziumphosphatdünger-Produktionstechnik beruht auf der salpetersaueren Phosphoritspaltung und erweist sich im Vergleich zu anderen Technologien als hochumweltfreundlich.
Die Aktiengesellschaft Elektrochemiewerk als Joint Venture produziert effektive Pestizide von hoher Qualität und beliefert damit die nationale Landwirtschaft.
Heute setzt der Spitzenverband der Chemieunternehmen – Uzkimyosanoat AG eine aktive Investitionspolitik um. Unter anderem geht es dabei um die Vorbereitung der Umrüstungs- und Erneuerungsmaßnahmen an Ammoniakproduktionsanlagen. Der Wert wird dabei auf die neuesten Entwicklungen der heimischen und ausländischen Ingenieurbüros gelegt, bei denen ein hoher Wirkungsgrad mit einer wesentlichen Energieeinsparung verbunden sein soll.
Der chemische Industrieverband Uzkimyosanoat AG fördert wissenschaftliche Forschungen im Chemiebereich besonders intensiv. Als Teil des Verbandes funktionieren das Projektinstitut Uzkimyosanoatloiha AG und das Forschungsinstitut für chemische Technologien in Taschkent.
Das Projektinstitut Uzkimyosanoatloiha AG ist der Generalplaner für chemische Betriebe, die in Usbekistan neu gebaut oder saniert werden und ist das einzige vergleichbare Ingenieurbüro in Zentralasien.
Das Projektinstitut Uzkimyosanoatloiha AG besitzt folgende Zulassungen:
- Erstellung von technischen und kaufmännischen Planungsunterlagen für Bauvorhaben von Zivil- und Industriebauwerken;
- Planung von Rohrleitungen an chemischen Produktionsstandorten innerhalb Usbekistans, Sicherheitsalarmanlagen und Feuermeldeanlagen sowie von brand- und explosionsgefährdeten Produktionsbetrieben in der Chemiebranche.
Das Projektinstitut Uzkimyosanoatloiha AG spezialisiert sich auf die Baukonzipier ung von Produktionsanlagen für Ammoniak, Stickstoff- und Phosphordüngermittel, Methanol, Sauerstoff, Wasserstoff, Chlor, Kaustiksoda, Magnesiumchlorat-Entlaubungsmittel, Baumwollzellulose, Kaprolaktam, Polyamid, Teppichfadenstrang, Kunstfaser, Spiritus, Essigsäure, um nur einige hier zu nennen.
Das Forschungsinstitut für chemische Technologien in Taschkent ist ein Think-Tank mit großem intellektuellem Potential, guter materieller und technischer Ausstattung, umfangreichem Geräte- und Ausrüstungspark und kann sich somit hohen wissenschaftlichen Herausforderungen im chemischen Technologiebereich stellen.
In diesem Bereich sind promovierte Akademiker tätig, die mit der nationalen Akademie der Wissenschaften und mehreren Forschungszentren zusammenarbeiten.
In den Betrieben des chemischen Industrieverbandes werden mehr als 40.000 hoch qualifizierte Mitarbeiter beschäftigt, die oftmals aus traditionsreichen Chemikerfamilien stammen und sich ihrem Beruf verschrieben haben.
Die Fachkräfte des chemischen Industrieverbandes stellen eines seiner Hauptstärken und den Treibfaktor für die Entwicklung in der Chemiebranche dar.
Investitionen in die Fort- und Weiterbildung sowie in die Erhöhung des Qualifizierungsstandes der Mitarbeiter bilden eine der grundlegenden strategischen Entwicklungsrichtungen der usbekischen Chemiebranche.
Jährlich finanziert der chemische Industrieverband das Studium für Hunderte von Studenten unter anderem an der Hochschule für chemische Technologien in Taschkent, der polytechnischen Hochschule in Fergana, Bergbauhochschule in Navoi, der staatlichen technischen Universität in Taschkent und dem Ableger der Taschkenter Hochschule für chemische Technologien in Kungrad.
In den letzten zwei Jahren wurden mehr als 30 besonders fähige Mitarbeiter zum Studium an der russischen technischen Mendeleev -Universität entsendet.
Die Vorstandmitglieder und die leitenden Angestellten des chemischen Industrieverbandes lassen sich jährlich an der Akademie für Gesellschafts- und Staatsaufbau unter dem usbekischen Staatspräsidenten und der akademieeigenen Business-Schule sowie an führenden Hochschulen im Bereich von Professional Management und Corporate Governance fort- und weiterbilden.
Die usbekische Chemiebranche besitzt erhebliche Wettbewerbsvorteile im Bereich der Produktion von Chemiegütern, die sich durch umfangreiche Naturressourcen, solide betriebstechnische Ausstattung und qualifizierte Arbeitskräfte ausdrücken und stellt somit ein potentielles Großfeld für Direkt- und Portfolioinvestitionen dar.
Die breitgefächerte Güterpalette in Verbindung mit hoher Produktqualität lässt usbekische Chemieunternehmen unter die stärksten Mitspieler am Weltmarkt vorzurücken.
Die chemische Industrie Usbekistans entwickelt sich dynamisch: nach den Jahresergebnissen aus 2006 betrug der Zuwachs der Industrieproduktion zu Beginn 2005 bereits 114,8% und der Export stieg um 129,0% an. Die Aktiengesellschaft Uzkimyosanoat als Dachverband der usbekischen Chemiebetriebe unternahm in der jüngsten Zeit alle Anstrengungen, um den Zugang zu den potentiell aufnahmefähigen Märkten in Asien - China, Iran, die Türkei und Afghanistan sowie in Osteuropa und dem baltischen Raum zu schaffen.
Um ihre Verbandsmitglieder weiter zu fördern, legte Uzkimyosanoat AG ein Entwicklungsprogramm für die Chemiebranche bis 2010 an, das u. a. folgendes zusammenfasst:
1. Erneuerung und technische Umrüstung von existierenden Mineraldüngerproduktionen.
2. Anpassung des Güterangebots an die Erfordernisse des Marktes.
3. Errichtung von neuen Produktionsstätten und sukzessive Stilllegung von überalterten Industrieanlagen.
4. Aufbau von Produktionsstandorten für neue forschungsintensive Produktentwicklungen für den Binnen- und den Auslandsmarkt.
Im Rahmen des Entwicklungsprogramms ist der Investitionsplan erarbeitet worden, der eine Reihe von förderwürdigen Investitionsvorhaben zusammenfasst, mit deren Umsetzung der usbekische Chemiesektor in seine neue Entwicklungsphase eintreten kann.
Die Aktiengesellschaft Uzkimyosanoat ist gerne bereit mit ausländischen Investoren im Bereich der Privatisierung von Betrieben, Beschaffung von ausländischem Investmentkapital und Austausch von Erfahrungen der Unternehmensführung zusammenzuarbeiten.
Heute sind die Mitarbeiter der Chemiebranche entschlossen die von der Regierung gestellten Aufgaben zum Wohle ihrer Unternehmen und der usbekischen Volkswirtschaft in raschem Tempo zu erfüllen.
Kooperationsvorschläge:
1. Gründung von Joint Ventures.
2. Veräußerung der Unternehmensanteile an ausländische Investoren.
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