POLITIK 


ÖKOLOGISCHE PROBLEME

Wenn man die potentiellen Bedrohungen der nationalen Sicherheit betrachtet, muß mandem Problem der ökologischen Sicherheit und des Umweltschutzes besondere Aufmerksamkeit widmen. Man muß offen bekennen, daß mai sich in den vielen Jahren unter den Bedingungen des alten Kommandoverwaltungssystems nicht ernsthaft mit diesem Problem befaßt hatte. Im Wesentlichen war es Gegenstand der Forschungen einzelner enthusiastischer Wissenschaftler, ein "Aufschrei der Seele" von Menschen, die nicht gleichgültig waren, die um die Zukunft ihres Landes und um die Erhaltung seiner Naturreichtümer sehr besorgt waren.

Allerdings stießen ihre Appelle an das Gewissen, an die staatsbürgerliche Pflicht und letztendlich an die Vernunft jedoch auf kalte, ich würde sagen zynische Gleichgültigkeit der bürokratischen Staats- und Parteibeamten. Und das ist nicht verwunderlich. Dem Wesen des sozialistischen Wirtschaftssystems, das auf einer verschwenderischen, extensiven, mit hohen Kosten und Verlusten verbundenen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und Bodenschätze basierte, waren die Ideen eines sorgfältigen Umgangs mit dem riesigen Reichtum, Über den das Land verfügte, fremd. Im Gegenteil, das war sein Haupttrumpf im ökonomischen Wettbewerb beider Systeme, die Grundlage seines Exportpotentials.

Bei der Entwicklung der Wirtschaft wurde hauptsächlich auf die extensiven Faktoren gesetzt. Natürlich konnte unter diesen Bedingungen nicht einmal die Rede von der Einhaltung irgendwelchen Normen und Regeln sein, welche die rationelle Nutzung des Ressourcenpotentials regeln und den Schutz der Natur und Umwelt garantieren. Für Naturschutzmaßnahmen wurden verschwindend geringe Summen aufgewendet, die nicht einmal ein Tausendstel des Schadens abdeckten, welcher der Natur zugefügt wurde. Unüberlegt wurde Raubbau mit dem Wald betrieben. In riesigen Mengen, die mit dem realen Bedarf nicht vergleichbar waren, wurden die Brennstoffvorräte und Erze abgebaut, wobei ein bedeutender Teil von ihnen in Form von unverarbeiteten Abfällen auf Halden landete. Aktiv wurden Industriegiganten errichtet, die nicht über elementare Reinigungsanlagen für den Naturschutz verfügten. Im Ergebnis verunreinigten die giftigen und schädlichen Industrieabfälle riesige Lufträume, Boden- und Wasserflächen. Die Verwirklichung von ihrem Maßstab nach grandiosen Wasserkraftprojekten, der Bau von Verkehrsverbindungen (Eisenbahnen, wie die BAM, die Turksib, Autobahnen, Erdöl- und Erdgasleitungen und Bewässerungssysteme) führten nicht nur zur Erschöpfung der Naturressourcen, sondern auch zur Beseitigung ganzer Ortschaften, zur Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts, zur Veränderung des Klimas, der Lebensbedingungen und der Tätigkeit der Menschen.
Dieses Problem verschärfte sich in den letzten Jahren. Im Ergebnis des spontanen, chaotischen Übergangs einer Reihe von Ländern der GUS zur Marktwirtschaft, des Verlustes der Regierbarkeit, der Kontrolle über die Nutzung der natürlichen und mineralischen Rohstoffe wurden sie ini Raubbau ausgeplündert, sie wurden zu niedrigen Preisen exportiert, sie verwandelten sich in eine Quelle des Mehrprofits für einzelne sogenannte "neue" und korrumpierte Gruppen. Dabei opfern sie die ökologische Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlergehen der heute lebenden und künftigen Generation ihren Interessen. Auf gewissenlose Weise werden nicht nur gewaltige materielle Werte, das einmalige Allgemeingut der Menschheit ausgeplündert und vernichtet, sondern es wird auch der gesamten Umwelt riesiger Schaden zugefügt, das Klima wird zerstört, und die Hauptsache - es werden die natürlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht nur einer menschlichen Generation verdorben.
An der Jahrtausendwende steht die Menschheit, die Bevölkerung unseres Landes vor einer globalen ökologischen Bedrohung. Dies nicht zu bemerken, tatenlos einzunehmen bedeutet, sich zum Aussterben zu verdammen. Leider stehen viele noch zu sorglos, zu verantwortungslos diesem Problem gegenüber.
Das Problem der ökologischen Sicherheit geht längst über den nationalen und regionalen Rahmen hinaus, es wurde zu einem globalen Problem der Menschheit. Die Natur und der Mensch wirken zusammen nach bestimmten Gesetzen, deren Verletzung zu einer irreversiblen ökologischen Katastrophe führt.
Die Erkenntnis dessen setzte reichlich spät ein, erst zu Beginn der 70er Jahre, als diese Frage in ersten westlichen Modellen einer globalen Entwicklung deutlich gestellt wurde, was "wie eine Bombe einschlug". Die Menschheit empfand real, steht, zu welchem Er vor welcher Bedrohung sie Ergebnis die anthropogene Einwirkung auf die Umwelt führte.
Die intensive Wirtschaftstätigkeit des Menschen ohne Berücksichtigung der Mögli chkeiten der Natur und ihrer Entwicklungsgesetze führte, wie in. eine, der Arbeiten des Club of Rome "Der Weg ins 21 Jahrhundert" erwähnt, zur Entstehung aller Kollisionen auf der Erde: Bodenerosion, Entwaldung, Überfischung, saurer Regen, Verunreinigung der Atmosphäre, Zerstörung der 0zonschicht usw. Nach Einschätzung von Fachleuten wird im Jahr 2000 die Waldfläche nur noch 1/6des Festlandes betragen, während sie in den 50er Jahren noch ¼ der Fläche ausmachte. Das Wasser . des Ozeans wird katastrophal verunreinigt, seine Produktivität nimmt stark ab. Die beschleunigten Urbanisierungsprozesse führten dazu, daß die städtischen Ballungsgebiete zu großen Verunreinigungsherden wurden, der Gehalt an Schwefeldioxid und Stickwurden. Als Folge davon steigt in der Welt die Zahl aller möglichen, Krankheiten, hervorgerufen durch die Verschlechterung der Ökosphäre.
Gegenwärtig werden im Zusammenhang mit der Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts in der ganzen Welt immer mehr Naturressourcen in den Wirtschaftskreislauf einbezogen. Dazu erfordert auch das jährliche Bevölkerungswachstum in der Welt eine höhere Produktion von Nahrungsmitteln, Treibstoff, Kleidung usw. Das bedingt eine rasche Verringerung der Waldflächen, die Wüsten breiten sich aus, der Boden wird zerstört, der in den oberen Schichten der Atmosphäre vorhandene Ozonschild wird verbraucht, die durchschnittliche Lufttemperatur der
Erde erhöht sich usw.
Die größte Gefahr für die menschliche Sphäre bildet das hemmungslose Wettrüsten, die Herstellung, Lagerung und Erprobung atomarer, chemischer und anderer Arten von Massenvernichtungswaffen.
Heute, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, unter den Bedingungen des ungestümen wissenschaftlich-technischen Fortschritts und der Veränderung der geopolitischen Struktur der Welt, erlangen die Probleme der Regulierung der Einwirkung des Menschen auf die Biosphäre, der Harmonisierung der Wechselwirkung zwischen dem gesellschaftlichen Fortschritt und der Erhaltung einer günstigen natürlichen Umwelt, der Erhaltung des Gleichgewichts, in den Wechselbeziehungen "Mensch - Natur" eine immer größere Aktualität.
Die internationale Gemeinschaft hat längst anerkannt, daß die Rechte des Menschen nicht nur auf Leben, sondern auch auf normale Umweltbedingungen, die für eine vollwertige und gesunde Lebensweise der Menschen notwendig sind, heilig und unantastbar sind.
Die ökologische Sicherheit gehört infolge ihrer Aktualität und Bedeutung für die Menschheit zu den wichtigsten Problemen. Eine konstruktive Lösung dieser Probleme ist geeignet, in vielem die Lebensbedingungen und die Lebensqualität der gegenwärtigen und künftigen Generationen zu bestimmen, eine ökologisch unbedenkliche technologische Entwicklung der Produktionsbereiche der Wirtschaft zu sichern. Bekanntlich verschlechtert sich der Zustand der Natur nicht sofort und augenblicklich, dieser Prozeß wird in einem längeren Zeitraum beobachtet, mit anderen Worten, die ökologische Situation verschlechtert sich allmählich.
Das ökologische Problem wurde zu einem der akuten globalen sozialen Probleme der Gegenwart, seine Lösung berührt die Interessen aller Völker, davon hängt in vielem die gegenwärtige und die künftige Zivilisation ab.
In der gegenwärtigen Phase der Lösungsansätze einer Reihe von Problemen kann die Wechselwirkung des Menschen mit der Natur nicht auf ein Land beschränkt werden. Die Probleme müssen auf dem gesamten Planeten gelöst werden. Es ist offensichtlich, daß viele Probleme des Schutzes der natürlichen Umwelt vor dem schädlichen Einfluß der Wirtschaftstätigkeit des Menschen globalen Charakter tragen und deshalb nur durch internationale Zusammenarbeit geklärt werden können.
Das ökologische Problem ist in allen Ländern und Regionen der Welt aktuell, in allen Winkeln des Erdballs, unterschiedlich ist nur der Dringlichkeitsgrad.
Man kann mit Bitterkeit sagen, daß in der mittelasiatischen Region eine der gefährlichsten Zonen der ökologischen Katastrophe entstanden ist. Die Kompliziertheit der Situation besteht nicht nur darin, daß sie das akkumulierte Ergebnis der Ignoranz dieses Problems im Verlaufe vieler Jahrzehnte ist, sondern auch darin, daß praktisch alle Sphären der Lebenstätigkeit des Menschen in der Region dem ökologischen Risiko ausgesetzt sind. Wir haben die bittere Erfahrung als Beweis dafür, daß die Natur einen vulgären und anmaßenden Umgang mit ihr nicht aushält. Das verzeiht sie nicht. Das falsche sozialistische, ideologische Postulat, daß der Mensch der Herr über die Natur ist, kehrte sich besonders in der mittelasiatischen Region in eine Tragödie für das Leben vieler Menschen, ganzer Völker und Nationen um, brachte sie an den Rand des Aussterbens, des Verschwindens des genetischen Fonds.
Leider sind diese Prozesse auch an Usbekistan nicht vorbeigegangen, wo nach Auffassung der Fachleute eine schwierige, man kann sagen gefährliche Situation entstanden ist. Worin besteht sie?
 
Erstens erhöht sich ständig die Gefahr der Bodenknappheit und der minderwertigen Qualität des Bodens. Unter den Bedingungen Mittelasiens ist der Boden eine unschätzbare Gabe, er ernährt und kleidet buchstäblich die Menschen, bildet die materielle Grundlage für den Lebensstandard vieler Familien, nicht nur derer, die unmittelbar mit der landwirtschaftlichen Produktion verbunden sind, sondern auch der gesamten Bevölkerung der Republik, wo auf irgendeine Weise alle Bereiche eng mit dem Boden verbunden sind und seine Früchte freigebig genutzt werden. Gleichzeitig ist der Boden nicht nur ein großer Reichtum, sondern auch der Faktor, von dem die Zukunft des Landes abhängt. Besonders deutlich tritt das in Usbekistan in Erscheinung, wo sich die wirtschaftliche und demographische Belastung des Bodens von Jahr zu Jahr erhöhen.
 
Die Besonderheit der Republik besteht darin, daß von einer Gesamtfläche von über 447 400 kM2 nur 10 Prozent Anbaufläche sind. Dabei ist ein bedeutender Teil der Fläche Usbekistans Wüstenund Halbwüstenboden, wie Karakum, Kysylkum, Ustjurt u.a. Bereits heute ist die demographische Belastung der Bodenflächen äußerst hoch, besonders durch die landwirtschaftliche Nutzung. Von den Ländern Zentralasiens hat Usbekistan die höchste Bevölkerungsdichte, 51,4 Personen auf 1 kM2, während diese Zahl in Kasachstan 6,1, in Kyrgysstan 22,7 und in Turkmenistan 9,4 beträgt. ln der Republik entfallen pro Person 0,17 ha Anbaufläche, in Kasachstan sind es 1,54 ha, in Kyrgysstan 0,26 ha, in der Ukraine 0,59 ha und in Rußland 0,67 ha. Wenn man berücksichtigt, daß über die Hälfte der gesamten Bevölkerung auf dem Lande lebt, kann man ohne weiteres behaupten, daß wir auf dem Lande nicht nur einen relativen, sondern auch einen absoluten Überfluß an menschlichen Ressourcen haben.
Und wenn man das relativ starke Anwachsen der Bevölkerung berücksichtigt, die beschleunigten Prozesse der Urbanisierung und der Verwendung fruchtbaren Bodens für die Entwicklung der Städte, den Wohnungsbau, die Errichtung neuer Betriebe, ingenieurtechnischer Netze und Verkehrsverbindungen, dann kann sich in den nächsten Jahren, bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das Problem des Versorgungsgrades mit Bodenressourcen noch mehr verschärfen.
Das Problem wird auch dadurch verschärft, daß neben dem hohen Grad der Naturverwüstung besonders am Ende des 20. Jahrhunderts der Prozeß der anthropogenen Verwüstung abläuft, das heißt der durch die Tätigkeit des Menschen hervorgerufene Prozeß. Die Verschlechterung der natürlichen Umwelt wird in diesem Falle begleitet von der Bodenerosion, der Versalzung der Böden, der Verringerung der Wasserführung der Oberflächen- und Grundwässer und anderen Erscheinungen.
Die Wind- und Wassererosion wirkt sich wegen der selten durchgeführten Erosionsschutzmaßnahmen auch negativ auf die Produktivität der Böden aus. Sie wurden nur in sehr geringem Tempo und in geringer Qualität ausgeführt und gegen Ende der 80er Jahre praktisch eingestellt. In der Republik sind über 2 Mio. ha oder fast die Hälfte aller bewässerten Böden von Deflation bedroht.
Zu einem großen ökologischen Problem Usbekistans wurde der hohe Versalzungsgrad des Bodens. Die massenhafte Nutzbarmachung des Bodens führte dazu, als selbst versalzte und zur Melioration ungeeignete Böden in großen, geschlossenen Massiven der Nutzung zugeführt wurden. In den letzten 50 Jahren stieg die bewässerte Bodenfläche von 2,46 Mio. ha auf 4,28 Mio ha. Allein in den Jahren 1975-1985 wurde etwa 1 Mio. ha neuer Bodenmassive urbar gemacht. Etwa 1990 erhöhte sich die bewässerte Bodenfläche im Vergleich zu 1985 um den Faktor 1,5.
Bis in die letzte Zeit (bis 1990) nahm der Baumwollanbau fast 75 Prozent in der Struktur der Anbauflächen ein. In keinem Land der Welt gab es einen so hohen Monopolisierungsgrad der Baumwolle, was zur Erschöpfung der Böden, zur Verringerung der Bodenfruchtbarkeit, zur Verschlechterung der wasserphysikalischen Eigenschaften der Böden, zur Verstärkung der Deflations- und Erosionsprozesse der Böden führte.
Der Verwendungsgrad anorganischer Mineraldünger, Herbizide und Pestizide in Usbekistan überschritt die zulässigen Normen um das Zehnfache. Die Böden, Flüsse, Seen, Grundwasser und Trinkwasser wurden verunreinigt. Außerdem wurden bei der Nutzung neuer Böden nicht die erforderlichen Technologien eingehalten, allgemein wurde eine unkontrollierte Bewässerung der Baumwollstauden, eine übermäßige Durchfeuchtung der Böden beobachtet, was von sekundärer Versalzung begleitet wurde.
Zu einer realen Bedrohung wurde die intensive Bodenverunreinigung durch verschiedene Arten von Industrie- und Haushaltsabfällen. Die grobe Verletzung der Regeln für die Lagerung, Nutzung, den Transport und die Verwendung verschiedener chemischer Präparate, Schadstoffe und Mineraldünger, Industrie- und Baustoffe führt zur Verunreinigung des Bodens, schränkt die Möglichkeit seiner produktiven Nutzung ein.
Der intensive Abbau von Bodenschätzen, häufig unter unvollkommenen Verarbeitungsverfahren, geht einher mit der Ansammlung großer Mengen von Rückständen, Asche, Schlacke und anderen Stoffen, die nicht nur landwirtschaftliche Nutzfläche einnehmen, sondern auch die Quellen für die Verschmutzung des Bodens, der Oberflächen- und Grundwasser und der Atmosphäre bilden. Eine Industrie für die Nutzung giftiger Abfälle wurde bisher in der Republik nicht geschaffen.
Auf dem Territorium Usbekistans gibt es über 230 städtische und ländliche Deponien für feste Haushaltsabfälle, in denen etwa 30 Mio. Kubikmeter Müll gesammelt werden. Sie sind hauptsächlich spontan organisiert, ohne die komplexe Untersuchung der geographischen, geologisch-hydrogeologischen und anderen Bedingungen. Die Unschädlichmachung und Lagerung der festen Haushaltsabfälle in ihnen ist primitiv. Eine komplizierte Lage hinsichtlich Nutzung und Unschädlichmachung der Haushaltsabfälle entstand in den Großstädten der Republik. In der Republik ist auch die Frage der industriellen Verarbeitung der Haushaltsabfälle noch nicht geklärt. Das in der Republik einzige experimentelle Werk zur Verarbeitung von Haushaltsabfällen in Taschkent nahm 1991 die Arbeit auf.
Eine besondere Gefährdung stellt die radioaktive Verunreinigung dar. Entlang der Ufer des Flusses Majluu-Suu (Kyrgysstan) wurden im Zeitraum von 1944 bis 1967 Abfälle der Uranerzverarbeitung vergraben, und es gibt bis zur heutigen Zeit 23 Lager, die der Befestigung der Murschutzdämme und Arbeiten zur Stabilisierung der Hänge an erdrutschgefährdeten Abschnitten bedürfen.
Ökologische Gefahrenherde sind auch die Lager im Gebiet Nawoj, wo radioaktiver Sand mit der realen Gefahr der Windaustragung lagert.
Daher ist eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes in Usbekistan die Bodenpflege, die Verwirklichung eines breiten Komplexes von Maßnahmen zur Verminderung der Bodenverunreinigung. Die Rede ist vor allem von einer grundlegend besseren Nutzung der Naturressourcen.
 
Zweitens ruft der akute Mangel und die Verschmutzung der Wasserressourcen, darunter der Oberflächen- und Grundwasser, im Hinblick auf die ökologische Sicherheit Usbekistans große Besorgnis hervor. Die Flüsse, Kanäle, Stauseen der
Republik und selbst das Grundwasser haben vielgestaltige anthropogene Einwirkungen erfahren.
Das Wasser ist in der ariden Zone eine unschätzbare Naturgabe. Das ganze Leben ist mit dem Wasser verbunden. Wo das Wasser zu Ende ist, hört das Leben auf. Die Wasserressourcen in Zentralasien sind jedoch äußerst begrenzt. Die Hauptwasserarterien sind die Flüsse Amudarja mit einer Wasserführung von 78 kmA im Jahr und Syrdarja mit 36 kM3.
Gegenwärtig werden alle Wasserressourcen des Aralseegebietes in der Volkswirtschaft genutzt.
Im Zusammenhang damit, daß die Flußwasserführung im Gebirge Kasachstans und Tadshikistans entsteht und ein großer Teil der Wasserressourcen für die Bewässerung der Böden in allen mittelasiatischen Republiken benutzt wird, existiert das Problem einer gemeinsamen, abgestimmten Verwaltung der begrenzten Wasserressourcen des Aralseegebletes im Interesse aller Staaten der Region, das eine konstruktive Lösung erfordert. Dabei müssen die ökologischen Forderungen berücksichtigt werden, der Wasserdurchfluß in das Flußdelta und in den Aralsee muß gewährleistet sein, um dort annehmbare Lebensbedingungen zu schaffen.
Ein anderes wichtiges Problem der Region ist mit der notwendigen Verwirklichung eines Kornplexes von Wasserschutz- und Wassersparmaßnahmen verbunden, der eine enge Koordinierung des Betriebs und der Parameter des Bewässerungsnetzes mit der Beregnungstechnik zur Minimierung der Wasserverluste umfaßt. Des weiteren ist eine Regelung der Ableitung des Wassers der Drainagesammelleitung und die völlige Einstellung der Einleitung von Abwasser in die Stauseen erforderlich.
Eines der wichtigsten Probleme ist der qualitative Zustand der Wasserressourcen. Seit den 60er Jahren begann sich die Wasserqualität in den Stromgebieten progressiv zu verschlechtern, im Zusammenhang mit der Erschließung neuer Bodenflächen in großem Maßstab, mit der extensiven Entwicklung der Industrie, der Tierzuchtkomplexe, der Urbanisierung, dem Bau von Drainagesammelsystemen in Zentralasien und mit der Entnahme von Flußwasser zur Bewässerung in ständig steigendem Umfang. Die Verunreinigung des Flußwassers verschlechtert die ökologisch-hygienische und sanitär-epidemlologische Lage, insbesondere an den Unterläufen der Flüsse. Andererseits verstärkt der Salzgehalt im Flußwasser die Versalzung der Böden in den Deltaregionen des Amudarja, Syrdarja, Sarafschan und anderer Flüsse, was sich auf zusätzliche Meliorationsarbeiten, das Auswaschen und die Errichtung von Drainagesystemen auswirkt.
Für die Bedingungen Usbekistans und der benachbarten Regionen erlangt die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser eine besondere Bedeutung. Ungeachtet dessen, daß die Belieferung der Ortschaften mit standardmäßigem Leitungswasser erst in den letzten fünf Jahren in der Republik um etwa das 1,5fache stieg, bleibt dieses Problem dennoch aktuell. Besonders wenn man berücksichtigt, daß die Verunreinigung der Trinkwasserquellen den Grund für die hohe Erkrankungshäufigkeit in der Republik bildet, der höchsten im Aralgebiet.
 
Drittens wurde das Problem des Verschwindens des Aralsees zum größten ökologischen Problem, man kann sagen, zu einer nationalen Katastrophe. Das Problem des Aralsees hat seine Wurzeln in ferner Vergangenheit. Aber bedrohliche Maßstäbe nahm es erst im letzten Jahrzehnt an. Der intensive Bau von Bewässerungssystemen auf dem gesamten Territorium Zentralasiens brachte zwar Wasser für die Ortschaften und Industriebetriebe, war jedoch außerdem der Grund für eine globale Katastrophe - das Verschwinden des Aralsees.
Es ist noch nicht lange her, daß die Siegesfanfaren anläßlich der der Wüste und Steppe abgerungenen neuen bewässerten Böden erklangen, wobei vergessen wurde, daß dieses Wasser dem Aralsee weggenommen wurde, ihn "ausblutete". Heute ist das Aralgebiet ein ökologischen Katastrophengebiet.
Die Aralkrise ist eine der größten ökologischen und menschlichen Katastrophen in der Menschheitsgeschichte, unter ihrem Einfluß stehen etwa 35 Mio. Menschen, die im Aralseegeblet leben.
Innerhalb von 20 bis 25 Jahren waren wir Zeugen des Verschwindens eines der größten geschlossenen Wassergebiete in der Welt. Das gab es noch nie, daß vor den Augen einer Generation ein ganzes Meer zugrunde ging.
Der Pegel des Aralsees befand sich in den Jahren 1911-1962 auf der absoluten Marke 53,4 in, das Wasservolumen in ihm betrug 1064 kM3 bei einer Wasserfläche von 66 000 kM2 und einer Mineralisierung des Wassers von 1 0-1 1 gll. Der See hatte eine große Bedeutung für das Transportwesen, die Fischwirtschaft und das Klima. Er erhielt aus den Abflüssen des Syrdarja und Amudarja jährlich etwa 56 km 3 Wasser. Etwa 1994 sank der Wasserpegel im Aralsee auf die Marke 32,5 in, das Volumen unter 400 km3 und der Wasserspiegel auf 32 500 kM2 , die Mineralisierung des Wassers verdoppelte sich.
Durch die Senkung des Pegels des Aralsees um 20 Meter handelt es sich schon nicht mehr um ein einheitliches Meer, sondern um zwei Restseen. Seine Ufer traten um 60-80 km zurück. Die Delten des Amudarja und Syrdarja werden verstärkt degradiert. Ausgetrockneter Boden wurde auf einer Fläche von über 4 Mio. ha festgestellt. Dafür erhielt man noch eine selbstgemachte Sand- und Salzwüste. Vom ausgetrockneten Boden des Aralsees hebt der Wind Salz und Staub auf und trägt sie über Hunderte von Kilometern.
Staubstürme auf dem ausgetrockneten Boden des Aralsees wurden erstmalig durch kosmische Untersuchungen noch im Jahre 1975 entdeckt. Seit Beginn der 80er Jahre werden solche Stürme hier an 90 Tagen im Jahr beobachtet. Die Staubschleifen erreichen 400 km Länge und 40 km Breite, und der Wirkungsradius der Stürme beträgt bis zu 300 km. Nach Einschätzung von Spezialisten werden hier jährlich 15 bis 75 Mio. Tonnen Staub in die Atmosphäre abgelassen.
All das bringt eine Änderung des Klimas im Aralgebiet mit sich. Seit 1983 hörte der Aralsee als Fischfanggebiet auf zu existieren. Weit von der gegenwärtigen Uferlinie entfernt kann man die rostigen Überbleibsel der einstmals mächtigen Fischfangflotte und die verwüsteten Siedlungen der Fischer antreffen. Es verschwanden die Buchten Boskol, Altynkol, Karatma; die Akpetkinsker Inselgruppe ist mit dem Festland verschmolzen. Es verschwinden die Weiden und Grasflächen, Territorien versumpfen. Das wachsende Wasserdefizit und die schlechter werdende Wasserqualität brachten die Degeneration der Böden und der Pflanzendecke, Veränderungen in Flora und Fauna sowie eine Senkung der Effektivität des bewässerten Ackerbaus mit sich.
Die Austrocknung des Aralsees und die durch diesen Prozeß hervorgerufene Degradation der natürlichen Umwelt in der Aralregion wächst sich zur ökologischen Katastrophe aus. Die Entstehung von Staub- und Salzstürmen, die Verwüstung des Bodens weiter Territorien nicht nur im Aralgebiet, sondern auch in weit vom See entfernten Gebieten, die Veränderung des Klimas und der Landschaft, das ist längst keine vollständige Liste der Folgen
der Katastrophe.
Die Aralkatastrophe hätte man noch zu Beginn der 70er Jahre, im ungünstigsten Fall unmittelbar zu Beginn der 80er Jahre steuern können, als sich der Meerespegel unbedeutend verringerte. Gegenwärtig ist eine Steuerung außerordentlich schwierig geworden, und in der Folge wird dieser Prozeß noch komplizierter oder er wird überhaupt nicht steuerbar. Im Aralgeblet entstand mit der Austrocknung des Aralsees ein komplizierter Komplex ökologischer, sozialökonomischer und demographischer Probleme, die ihrer Entstehung und ihren Folgen nach von internationalem, globalem Charakter sind.
Die ökologische Katastrophe, die mit der Austrocknung des Aralsees und der Verwüstung der Region verbunden sind, betrifft alle Völker, die im Einzugsgebiet leben.
Die Maßstäbe und die Kompliziertheit der Probleme, die mit den Wasserressourcen verbunden sind, erfordern ein komplexes und bereichsübergreifendes Herangehen und die Entwicklung der Zusammenarbeit der Staaten in der Region mit der internationalen Gemeinschaft.
Als Anstoß zur Lösung dieser Probleme diente ein Treffen der Staatschefs der Staaten Zentralasiens in der Stadt Kysyl-Orda im März 1993, auf dem eine Vereinbarung über gemeinsames Handeln zur Lösung der Krise des Aralsees unterzeichnet wurde. Ein zwischenstaatlicher Rat zu den Problemen des Aralsees, sein Arbeitsorgan - das Exekutivkomitee - sowie ein internationaler Fonds zur Rettung des Aralsees wurden gegründet. Auf dem zweiten Treffen der Staatschefs der Republiken Zentralasiens, das im Januar 1994 in der Stadt Nukus stattfand, wurde das "Programm konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation im Einzugsgebiet des Aralsees in den nächsten drei bis fünf Jahren unter Berücksichtigung der sozialökonomischen Entwicklung der Region" bestätigt. Und auf dem dritten Treffen im März 1994 in Daschchowus wurde der Bericht des zwischenstaatlichen Rates zur Erfüllung dieses Programms gehört.
Im Februar 1997 wurde auf dem Treffen der Chefs der fünf mittelasiatischen Staaten unter Teilnahme von Vertretern der UNO, der Weltbank und anderer internationaler Organisationen in Almaty ein Beschluß über die Vervollkommnung der Organisationsstruktur zur Lösung der Aralprobleme angenommen-, es wurde eine wirksamere Zusammensetzung des internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees und auf seiner Basis ein mobiles Exekutivkomitee gebildet. Angesichts der Schärfe des Aralproblems, der Notwendigkeit, unaufschiebbare Maßnahmen zu seiner Rettung zu ergreifen, haben die Regierungen der Republiken Zentralasiens, Fachleute und die wissenschaftliche Öffentlichkeit der Region sowie internationale Organisationen am 20. September 1995 in der Stadt Nukus die Deklaration der Staaten Zentralasiens und internationaler Organisationen zu den Problemen einer stabilen Entwicklung des Einzugsgebietes des Aralsees angenommen. Sie sieht die strenge Einhaltung der Prinzipien einer stabilen Entwicklung vor und konzentrierte die Aufmerksamkeit auf die Lösung solcher wichtigen Probleme, wie:
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    Übergang zu einem ausgewogenen und wissenschaftlich begründeten System der Land- und Forstwirtschaft.
  •  

    Erhöhung der Effektivität der Bewässerung durch die Entwicklung ökonomischer Methoden der Nutzung der Wasserressourcen, die Anwendung moderner Technologien bei der Bewässerung und im Umweltschutz.
- Vervollkommnung des Systems der komplexen Verwaltung der Naturressourcen der Region.
Im Endeffekt muß eine langfristige Strategie und ein Programm zur Lösung der Aralkrise ausgearbeitet und verwirklicht werden, die eine stabile Entwicklung garantieren, das Absinken des Lebensstandards der Menschen, die in dieser Region wohnen, nicht zulassen und künftigen Generationen ein würdiges Leben ermöglichen.
 
Viertens ist auch die Verschmutzung des Luftraumes eine Bedrohung der ökologischen Sicherheit in der Republik. Laut Angaben von Spezialisten gelangen jährlich etwa 4 Mio. Tonnen Schadstoffe in die Atmosphäre der Republik. Davon entfallen die Hälfte auf Kohlenmonoxid, 15 Prozent machen Kohlenwasserstoffe aus, 14 Prozent sind Schwefeldioxid, 9 Prozent Stickoxide, 8 Prozent feste Stoffe, und etwa 4 Prozent entfallen auf spezifische, hochtoxische Schadstoffe.
Die Erhöhung der Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre führt zur Erhöhung der mittleren Lufttemperatur der Erde durch die Entstehung eines eigenartigen globalen Treibhauseffekts.
Für die Republik Usbekistan, die in der ariden Zone liegt, sind solche großen natürlichen Luftver schmutzungsquellen wie die Wüsten Karakum und Kysylkum mit häufigen Sandstürmen charakteristisch. Im letzten Jahrzehnt entstand mit der Austrocknung des Aralsees noch eine natürliche Quelle des Staub- und Salztransports.
Eine ökologische Krisensituation entstand in vielen Regionen des Gebietes Surchandarja in Usbekistan zu Beginn der 80er Jahre durch die Inbetriebnahme eines Aluminiumwerkes im benachbarten Tadshikistan, das in großen Mengen Fluorwasserstoff, Kohlenmonoxid, Schwefelgas und Stickoxide in die Atmosphäre entläßt. Die Abgase des Werkes, das an der Grenze zwischen Tadshikistan und Usbekistan höher über dem Tal gelegen ist, werden mit den Berg- und Talwinden weit über seine Grenzen hinaus verteilt, hauptsächlich auf das Territorium der angrenzenden Rayons der Republik, nämlich in die Rayons Saryassija, Usun, Denau und Altynsai des Gebietes Surchandarja.
Unter der Berücksichtigung, wie groß die Bedrohung der ökologischen Sicherheit für Usbeklstan, 'a, für die gesamte mittelasiatische Region insgesamt ist, widmen Regierung und Staat große Aufmerksamkeit den Fragen des Umweltschutzes und der rationellen Nutzung der Naturressourcen. Es wurden Gesetze zum Schutze der natürlichen Umwelt angenommen. Nationale Maßnahmen zum Umweltschutz in der Republik Usbekistan werden verbunden mit breiter und vielseitiger Zusammenarbeit mit anderen Staaten und internationalen Organisationen. Es wurde eine bedeutende Zahl internationaler Verträge und Vereinbarungen abgeschlossen, die die verschiedenen Aspekte des Umweltschutzes und der rationellen Nutzung der Naturressourcen regulieren sollen.
Usbekistan ist vollberechtigtes Mitglied im zwischenstaatlichen ökologischen Rat der Länder der GUS, der auf Grund einer Vereinbarung geschaffen wurde, die von den Staatschefs der GUS am 8. Februar 1992 unterzeichnet wurde. Die Zusammenarbeit der GUS - Länder im Rahmen dieses ökologischen Rates verfolgt das Ziel, abgestimmte, koordinierte Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu unternehmen.
Gegenwärtig wird in der Republik ein staatliches Programm zum Umweltschutz und zur rationellen Nutzung der Naturressourcen für die Perspektive bis zum Jahr 2005 ausgearbeitet. Auf seiner Grundlage wird die gesamte Tätigkeit auf dem Gebiet der rationellen Nutzung der Naturressourcen und des Umweltschutzes organisiert. Im Programm sind die Wege zur Gesundung der ökologischen Situation in der Republik, zur Überwindung der angespannten ökologischen Lage in den Großstädten und städtischen Ballungsgebieten usw. aufgezeichnet.
Die Grundrichtungen der Stärkung der ökologischen Sicherheit in der Gegenwart sind folgende:
1. Beendigung der Luft- und Wasserverschmutzung mit schädlichen oder für die Lebenstätigkeit des Menschen unangenehmen Stoffen durch die Entwicklung und Einführung entsprechender Technologien und die strenge Kontrolle ihrer Verwendung in allen giftigen Chemikalien und in anderen Stoffen, die in der Land- und Forstwirtschaft und in anderen Wirtschaftszweigen eingesetzt werden und die eine tiefgreifende Störung der natürlichen Prozesse hervorrufen.
Große Bedeutung wird die breite Einführung von wassersparenden Technologien zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen und vor allem der Baumwollstauden haben. Die Einleitung des Wassers der Drainagesammelleitungen muß geregelt werden, und die Einleitung von Abwässern in die Flüsse und Stauseen muß völlig eingestellt werden.
In den Industriebetrieben muß die Verantwortung für die Einleitung der Schmutz- und Schadstoffe in die Atmosphäre, die Wasserläufe und den Boden erhöht werden, indem eine spezielle Steuer breit angewendet wird, ein System moderner und effektiver Reinigungsanlagen ist einzuführen, neue, moderne, ökologisch effektive Ausrüstungen der komplexen Nutzung der Rohstoffe bis hin zur Endproduktion sind zu errichten.
2. Rationelle Nutzung aller Arten von Naturressourcen mit Gewährleistung der natürlichen Reproduktion der erneuerbaren Rohstoffe und streng berechneter Einsatz der nichterneuerbaren Rohstoffe.
Zu den aktuellen Problemen gehört die rationelle Nutzung der Bodenschätze der Republik, was einer der Hauptfaktoren des Umweltschutzes ist. Beim Abbau und der Verarbeitung der Bodenschätze werden hohe Verluste zugelassen, charakteristisch ist auch die unvollständige Ausnutzung des Ausgangsstoffes. Es besteht die Aufgabe des vollständigeren und rationellen industriellen Abbaus der Bodenschatzlagerstätten durch Ersatz der veralteten Ausrüstung, Einführung neuer Technologien, Rekonstruktion einzelner Betriebsteile, Abschnitte und ganzer Werke. Aus der Sicht des Umweltschutzes wird auch die erweiterte Verwertung der Abfälle der Bergbauindustrie sowie die Rekultivierung der durch sie zerstörten Bodenflächen große Bedeutung haben.
3. Zielgerichtete, wissenschaftlich begründete Umgestaltung der natürlichen Bedingungen in großen Territorien (Regulierung der Wasserführung der Flüsse und Umleitung von Wasser aus einem Flußbecken in ein anderes, Trockenlegungs- und Bewässerungsmaßnahmen usw.), wodurch die effektive und komplexe Nutzung der natürlichen Ressourcen gewährleistet wird.
4. Erhaltung des gesamten natürlichen genetischen Fonds der lebenden Natur als Ausgangsbasis für die Züchtung neuer Arten von Kulturpflanzen und Tieren.
5. Schaffung günstiger Lebensbedingungen der Bevölkerung in den Städten und anderen Siedlungen durch die Einführung eines Systems des wissenschaftlich begründeten Städtebaus und der rayonweiten Planung, wodurch alle negativen Folgen der gegenwärtigen Urbanisierung beseitigt werden.
6. Hinlenkung der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die ökologischen Probleme der Region auf Grund dessen, daß die ökologischen Katastrophen keine Grenzen kennen. Das Aralproblem wurde heute zu einem wahrlich globalen, den Planeten umfassenden Problem, das bereits heute die Störung des biologischen Gleichgewichts bewirkt und sich tödlich auf den genetischen Fonds der Bevölkerung in weiten Territorien auswirkt.
Ressourcen, Möglichkeiten - und Investitionen internationaler Strukturen zur Lösung dieser Probleme hinzuzuziehen, ist eine erstrangige Aufgabe.
Die Verwirklichung dieser und anderer wirksamer Maßnahmen zum Schutz der Umwelt wird es schon in naher Zukunft gestatten, viele Fehler und Versäumnisse auf dem Gebiet der Ökologie auszumerzen, die der jungen Republik vom vorangegangenen System hinterlassen wurden. Es wird möglich sein, die drohende, ihrem Maßstab nach globale ökologische Krise abzuwenden, die notwendigen Bedingungen für eine ökologisch saubere Wohnumwelt für die Bevölkerung der Republik, für die Geburt und Entwicklung einer physisch gesunden heranwachsenden Generation zu schaffen.

 

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