POLITIK 


DAS GEOSTRATEGISCHE POTENTIAL UND
NATUR- UND ROHSTOFFRESSOURCEN

In der heutigen Zeit kann kein Land auf der Welt, auch nicht die Republik Usbekistan, ein isoliertes Gebilde darstellen, sondern gehört in ein bestimmtes geografisches und politisches System mit weltwirtschaftlichem Gesamtzusammenhang.

Usbekistan, das sich zwischen den Strömen Amudarja und Syrdarja erstreckt, besitzt, was die Entwicklung internationaler Beziehungen und wirtschaftlicher Perspektiven betrifft, eine geostrategisch vorteilhafte Lage. Durch das Territorium von Usbekistan führte schon im Altertum die Große Seidenstraße, die den Orient mit dem Okzident verband. Hier befanden sich die Handelswege, die intensive Kontakte zur Außenwelt und eine gegenseitige Bereicherung der verschiedenen Kulturen ermöglichten. Hier kreuzen sich auch heute noch die Wege, die aus Europa und aus dem Nahen Osten nach Asien bis in die Regionen des Stillen Ozeans führen.

Einen hohen Stellenwert und eine besondere Dynamik haben diese Beziehungen, seit die zentralasiatischen Länder ihre Unabhängigkeit und Souveränität erlangt haben. Und das ist kein Zufall, erstreckt sich doch das Gebiet der zentralasiatischen Länder von den Grenzen Chinas im Osten bis hin zum Iran und zum Kaspischen Meer im Westen und verbindet gleichzeitig den indischen Subkontinent mit Rußland und Europa.

Die Bedeutung Usbekistans und der anderen zentralasiatischen Republiken ist im heutigen gesamtpolitischen Zusammenhang um so größer und schwerwiegender, als die Ereignisse in diesen Ländern die Interessen der großen Weltmächte und der verschiedenen geopolitischen Formationen unmittelbar berühren. Bei der Gestaltung seiner Geopolltik berücksichtigt jeder Staat diesen Umstand und ist bestrebt, daraus für sich selbst politischen, wirtschaftlichen und strategischen Nutzen zu ziehen.

Die territorialen Besonderheiten des Landes und seine geografische Lage haben ihrerseits großen Einfluß auf die Planung und Verwirklichung der usbekischen Innen- und Außenpolitik.

Da Usbekistan in Mittelasien die zentrale geopolitische Stellung einnimmt, hat es alle Möglichkeiten, bei der Sicherung des Kräftegleichgewichts und bei der Schaffung stabiler Grundlagen für die Zusammenarbeit in dieser strategisch wichtigen Region, welche auf Grund ihrer realen und potentiellen Naturschätze und Rohstoffvorräte schon heute, unmittelbar an der Schwelle zum XXI. Jahrhundert, auf der politischen und wirtschaftlichen Weltbühne eine besondere Bedeutung erlangt hat, eine wichtige Rolle zu übernehmen.

Usbekistan, das Land, das in dieser Region sozialökonomisch am weitesten entwickelt ist und über ein gewaltiges geistiges und kulturelles Potential verfügt, dient heute als Bindeglied zwischen den benachbarten Staaten von Kasachstan, Kyrgysstan, Tadshikistan" Turkmenistan und Afghanistan. Über die aktive Zusammenarbeit mit Usbekistan bietet sich die Möglichkeit, vorteilhafte Beziehungen in der gesamten zentralasiatischen Region zu knüpfen.

Taschkent, das direkt im Herzen Zentralasiens liegt, dient, bildlich gesprochen, als Tor zum Osten. Dies wurde richtig eingeschätzt, denn namentlich in Taschkent eröffneten zahlreiche internationale Organisationen ihre Vertretungen und Büros, wie z.B. die Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklungshilfe, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die Deutsche Gesellschaft für Technische Unterstützung und viele, viele andere. In Usbekistan haben auch mehr als 350 ausländische Handelsgesellschaften, Firmen und Banken ihre Vertretungen akkreditiert.

Dies alles bietet der Republik Usbekistan große Chancen zur Integration in die Weltwirtschaft, zur Anziehung ausländischer Investoren, zur Umwandlung des Landes in ein eigenständiges regionales Zentrum für zwischenstaatliche Zusammenarbeit zum gegenseitigem Nutzen, für den Transit von Waren und Kapital, für die Entwicklung des Verkehrs, der Touristik und der finanztechnischen Dienstleistungen.

Besonders hervorzuheben ist der einmalige Reichtum an natürlichen Rohstoffen. Das günstige Klima, die unermeßlichen Mineral- und Rohstoffreserven, die großen Vorräte an strategischem Material und agrarischen Rohstoffen machen Usbekistan zu einem der reichsten Länder nicht nur dieser Region, sondern der ganzen Erde.

Auf der Weltkarte findet man nicht viele Staaten, die über solche Reichtümer verfügen, wie sie in Usbekistans Erde ruhen. Ein großer Teil dieser Reichtümer ist noch nicht erschlossen, was den namhaften Gesellschaften und Banken dieser Welt nicht verborgen bleiben kann.

Usbekistan ist zu Recht stolz auf seine Bodenschätze - es wurden in usbekischer Erde praktisch alle Elemente des bekannten Mendelejewschen Periodensystems gefunden. Heute sind über 2700 Lagerstätten und zukunftsträchtige Vorkommen der verschiedenen Bodenschätze nachgewiesen, die rund 100 Arten von Mineralstoffen umfassen, von denen bereits mehr als 60 in die Produktion aufgenommen worden sind. Mehr als 900 Lagerstätten wurden erkundet, deren Vorräte mit 970 Milliarden US-Dollar beziffert werden. Dabei muß betont werden, daß das gesamte Mineral- und Rohstoffpotential auf mehr als 3,3 Trillionen US-Dollar geschätzt wird.

Von solch strategisch wichtigen Ressourcen, wie Erdöl und Erdgas, wurden 155 lohnende Vorkommen entdeckt, von Edelmetallen über 40, von Buntmetallen und radioaktiven Metallen 40 und von bergbauchemischen Rohstoffen 15 Vorkommen.

Der heutige Erkundungsstand der Bodenschätze und die damit verbundene Erschließung der lohnendsten Vorkommen an Edelmetallen, Buntmetallen und seltenen Metallen, an den verschiedenen Arten von Brennstoffressourcen, wie Erdöl, Gaskondensat und Erdgas, vielen Mineralstoffarten und Baustoffen erlaubt es der Republik, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Alljährlich werden aus dem Schoß der usbeklsehen Erde Bodenschätze im Werte von 5,5 Milliarden Dollar gewonnen, und es ist ein Zuwachs in Höhe von 6,0 bis 7,0 Milliarden Dollar zu verzeichnen.

Bei einer ganzen Reihe wichtiger Bodenschätze, wie zum Beispiel Gold, Uran, Kupfer, Erdgas, Wolfram, Kallsalz, Phosphorit und Kaolin, nimmt Usbekistan nach bestätigten Schätzungen den führenden Platz nicht nur in der GUS, sondern in der ganzen Welt ein.

So nimmt die Republik bei den Goldvorräten Platz 4 auf der Weltrangliste ein, bei der Ausbeute jedoch nur Platz 7. Bei den Kupfervorräten liegt sie auf Platz 10-11, bei Uran auf Platz 7-8.

Die freigelegten Vorräte an mineralischen Rohstoffen sichern durch ihre Größe nicht nur die bestehenden Abbaukomplexe über einen langen Zeitraum, sie ermöglichen es auch, die Kapazität bei der Gewinnung einer Reihe von strategisch wichtigen Bodenschätzen weiter zu erhöhen.

Schon heute nimmt in der Wirtschaft der Republik Usbekistan die Gewinnung und Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen die zentrale Stellung ein und hat einen starken Einfluß auf die Entwicklung der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion. Auf der Basis der erkundeten Vorräte werden etwa 400 Erdöl- und Erdgasförderbetriebe, Erzbergwerke, Gruben sowie Tagebaue betrieben.

Die zum Abbau geeigneten Lagerstätten der Republik Usbekistan unterscheiden sich von denen der anderen GUS-Staaten nicht nur durch ihre ungeheuren Vorräte, sondern auch durch eine Reihe von Besonderheiten, unter denen ich folgende hervorheben möchte.

Erstens sind die natürlichen und mineralischen Rohstoffressourcen in großen Lagerstätten konzentriert und bieten dadurch die Möglichkeit einer komplexen Aufbereitung direkt am Abbauort.

Zweitens haben viele Arten von Bodenschätzen nicht nur einen hohen Gehalt an nützlichen Komponenten, sondern enthalten auch eine ganze Palette von Begleitelementen.

Drittens kann ein großer Teil der Vorkommen im Tagebau abgebaut werden mit einer vergleichsweise einfachen Technologie der Erzaufbereitung, die eine hohe Ausbringung der Wertstoffkomponenten und die Gewinnung von Produkten ermöglicht, die auf dem Weltmarkt gefragt sind.

Viertens befinden sich viele Lagerstätten in gut erschlossenen, dicht besiedelten Regionen, die über Transportwege und Verkehrsmittel zur Beförderung der Ressourcen verfügen, unter anderem für den Transport von flüssigen und gasförmigen Bodenschätzen in Pipelines.

Fünftens stehen eine produktionsbezogene und soziale Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte sowie Hoch- und Fachschulen für die Ausbildung von Bergbauspezialisten zur Verfügung.

Eine Einschätzung aller in Usbekistan vorkommenden Mineral- und Rohstoffressourcen zu geben, ist im Rahmen dieses Buches nicht möglich. Ich möchte daher die Aufmerksamkeit nur auf jene Ressourcen lenken, die für die Republik, ihre Unabhängigkeit und ihre wirtschaftliche Stärke von entscheidender strategischer Bedeutung sind.

Erstens: Usbekistan besitzt einmalige Brennstoff- und Energieressourcen. Die erkundeten Gasvorkommen betragen etwa 2 Trillionen Kubikmeter, die Kohlevorkommen über 2 Milliarden Tonnen. Es gibt mehr als 160 Erdölvorkommen.

Die Vorräte an Erdöl, Erdgas und Gaskondensat würden nicht nur den Eigenbedarf decken, sondern ermöglichen es auch, Energieträger zu exportieren. Für Kapitalinvestitionen ist dies heute einer der vielversprechendsten Bereiche.

Nach Einschätzung von Spezialisten ruhen im Schoß der usbekischen Erde gewaltige Erdöl- und Gasvorkommen. Etwa 60 Prozent des Territoriums der Republik könnten gewinnbringend abgebaut werden.

Die Erdöl- und Ergasvorkommen lassen sich in fünf Hauptregionen einteilen: Das sind die Reviere von Ustjurt, Buchara-Chiwa, Südwest-Gissar, Suchandarja und Fergana. Die Erdöl- und Erdgasvorräte werden auf über eine Trillion US-Dollar geschätzt.

Die erkundeten Vorräte decken den Erdgasbedarf der Republik auf mehr als 35 Jahre und den Erdölbedarf auf 30 Jahre hinaus. Über 90 Prozent des Erdöls werden durch das kostengünstige Eruptivverfahren gewonnen.

Im Jahre 1992 wurde im Gebiet von Namangan die zukunftsträchtige Erdöllagerstätte von Mingbulak entdeckt, durch deren industriemäßige Ausbeutung Usbekistan in der Lage ist, seinen Bedarf an Erdölprodukten vollständig zu decken.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, daß die Erdöl- und Erdgasvorkommen von Usbekistan bei einigen Kennziffern, wie Ergiebigkeit der Bohrungen oder Selbstkosten der Gewinnung, sich vorteilhaft von den Abbaugebieten benachbarter Regionen unterscheiden, so daß mit ihrem effektiven Abbau und einer hohen Wirtschaftlichkeit zu rechnen ist. In diesem Falle werden zusätzliche Aufwendungen für die Erschließung der Erdölvorräte relativ gering sein, da die Notwendigkeit entfällt, erst eine Infrastruktur für die Gewinnung, Aufbereitung und den Transport des Erdöls zu schaffen.

Eine weitere Besonderheit ist der niedrige Anteil der bereits erschöpften Erdölvorräte in Usbekistan. Er beträgt nur 32 Prozent, während diese Zahl in Turkmenistan 61 Prozent erreicht, in Kyrgysstan 41 Prozent und in Tadshikistan 60 Prozent. Eine ganz ähnliche Situation ist auch beim Erdgas zu beobachten.

Diese Faktoren sind unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden, gut entwickelten Infrastruktur in den Erdöl- und Erdgasgewinnungsgebieten von Usbekistan eine günstige Voraussetzung für die weitere Entwicklung und für die Einbringung von Investitionen.

Große Perspektiven sieht die Republik in der Entwicklung der Gasgewinnungsindustrie und der Produktionszweige, die mit der Verarbeitung von Erdgas und Gaskondensat zusammenhängen.

Die umfangreichsten Gasvorkommen liegen in den Fundgebieten von Südwest-Gissar und Buchara-Chiwa: Es sind die Felder von Schurtan und Mubarek.

Die Erdgase, die dort gewonnen werden können, enthalten Äthan, Propan, Butan und andere Komponenten, die für die Produktion von Polymerstoffen, Polyäthylen, Polyvinylchlorid und anderen Plaststoffen geeignet sind. Darüber hinaus kann das Propangas aus dem Erdgasverarbeitungskomplex von Schurtan auf Grund seiner chemischen Zusammensetzung zur Gewinnung von Nitrilakrylsäure für die Weiterverarbeitung zu Nitronfasern verwendet werden.

Auch die Nutzung der Schwefelverbindungen ist natürlich in allen in Betrieb und in der Projektierung befindlichen Objekten der Erdgasverarbeitungsindustrie vorgesehen.

In den letzten Jahren hat die Erdgas- und Erdölbranche in Usbekistan einen großen Aufschwung genommen. Auf dem Territorium der Republik werden zwei Erdölraffinerien (Fergana und Altyaryk) und zwei Erdgasverarbeitungswerke (Schurtan und Mubarek) betrieben, die ein breites Sortiment von Erdgas- und Erdölprodukten erzeugen. Seit der Erlangung der Unabhängigkeit wurden neue Erzeugnisse in die Produktion aufgenommen, z.B. Benzin, Flugzeugkraftstoff (Kerosin und Benzin), verschiedene Schmieröle, Flüssiggase u.a. Die Republik hat sich bereits von Erdölimporten und anderen petrolchemischen Produkten unabhängig gemacht. Durch die Inbetriebnahme der Erdölraffinerie Buchara sind wir in der Lage, nicht nur den Bedarf unseres Landes an Erdölprodukten vollständig zu decken, sondern auch den Export stark zu erweitern.

Usbekistan verfügt über riesige Kohlevorkommen und nimmt, was die geologischen Kohlevorräte betrifft, den zweiten Platz in Zentralasien ein. In Usbekistan wird an drei Lagerstätten Kohle abgebaut: Angren, Schargun und Bajsun, die über einen Gesamtvorrat von 2 Milliarden Tonnen verfügen.

Das Vorkommen von Angren ist als einmalig zu bezeichnen. Hier kann der Abbau mit modernen und rentablen Methoden betrieben werden, das heißt im Tagebau bei einer Lagertiefe der Kohleflöze von 150 bis 250 m, durch Untertageförderung und durch Untertage-Vergasungsverfahren. Dabei wird eine abproduktfreie Technologie angewendet.

Beim Kohleabbau werden gleichzeitig wertvolle mineralische Nebenrohstoffe gewonnen: Kaolin, Kalkstein, Quarzsand, Schotter sowie Seltenerdmetalle, die eine starke Rohstoffbasis für die Entwicklung vieler moderner Produktionszweige bilden.

Von größtem Interesse ist die großtechnische Gewinnung des Kaolins. Das Kaolin von Angren kann in vielen Industriezweigen verwendet werden, z.B. als Rohstoff für die Herstellung von Tonerde und Aluminium, von Feuerfeststoffen, Keramikfliesen, Fassadenklinkern und Tonfliesen, für die Porzellan- und Fayencenherstellung, für Elektroisolatoren, Entwässungs- und Kanalisationsrohre, als Füllstoff in der Papierindustrie, für die Gewinnung von weißem und farbigem Zement, für hochfeste Ziegel usw.

Der hochwertige Rohstoff in einer bewohnten Region, in der freier Grund und Boden, Wasser, Arbeitskräfteressourcen, Elektrizität und Wärmeenergie, Eisenbahnen mit Anschlußstationen und ein internationaler Flughafen zur Verfügung stehen, das alles bietet zuverlässige Aussichten für die Schaffung eines Industriekomplexes zur Produktion von zerkleinertem und angereichertem Kaolin. Für die erste Etappe ist der Bau eines Produktionsbetriebes für aufbereitetes Kaolin und Tonerde geplant. Die Kalkulationen haben eine hohe Effizienz der Kapitalinvestitionen und eine Rückflußdauer von 4 bzw. 7 Jahren ergeben.

Zweitens: Usbekistan gehört zu den Ländern, die über die reichsten Vorkommen an Gold, Silber und anderen Edelmetallen und Seltenerdmetallen in der Welt verfügen.

Bis heute wurden 40 Edelmetall-Lagerstätten erkundet. Die wichtigsten Goldvorräte konzentrieren sich auf die besonders goldhaltigen Erzlager in der Wüste von Kysylkum. Nach bestätigten Schätzungen der Vorräte ist die Republik auf den vierten Platz in der Welt vorgerückt.

Zu den wahren Giganten in der Welt zählt das Vorkommen von Muruntau das größte bekannte Lager auf dem euroasiatischen Kontinent mit einem hohen Goldgehalt im Erz. Die Erkundung der Lagerstätte von Muruntau durch die internationale geologische Gesellschaft wurde als größte Goldentdeckung in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gewertet.

Der Tagebau von Muruntau ist eine gigantische Schüssel, aus der jährlich Millionen von Kubikmetern Erdmassen ausgehoben werden, aus welchen das beste Gold der Erde gewaschen wird.

In der Affination wurde eine moderne Goldreinigungstechnologie eingeführt, deren Know-how es ermöglicht, das Gold in einer Reinheit von "vier mal neun" mit einem erstklassigen Verkaufswert zu gewinnen, was Usbekistan zahlreiche internationale Preise eingebracht hat.

Viele Jahre lang wurden am Rande der Tagebaugruben von Muruntau gewaltige Mengen von mineralhaltigem Abraum abgekippt, deren Goldgehalt unterhalb der industriemäßigen Verarbeitungsgrenze lag. Heute werden sie durch die Einführung neuer Technologien unter Beteiligung der amerikanischen Gesellschaft "New Mount Mining Corporation" in die Gewinnung einbezogen.

In den letzten Jahren wurden in den Gebieten von Samarkand und Taschkent, die über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen, Goldlagerstätten entdeckt und erkundet. Neben Muruntau in der Wüste Kysylkumy, das als größte Goldprovinz der Welt gilt, wurden neue Vorkommen in Adshibugut, Bulutkan, Balpantau, Aristantau, Turbaj und an anderen Orten gefunden und erkundet.

Die Besonderheit aller Goldvorkommen in der Region von Kysylkumy ist der hohe Goldantell im Erz, die Möglichkeit der Tagebaugewinnung und das Vorhandensein von ingenieurtechnischen Kommunikationsleitungen und Versorgungsnetzen (Wasser, Gas, Elektroenergie, Eisenbahnen, Autostraßen).

Die Republik verfügt auch über ei2ene Silbervorkommen. Es handelt sich um die Lagerstätten von Vysokovoltnoje, Okshetpes, Kosmonatschl im Gebiet Nawoi und Aktepa im Gebiet Namangan. Der Hauptanteil der nachgewiesenen Vorräte bezieht sich auf die Gold- und die Kupfer-PorphyrVorkommen.

Die besten Prognosen für die Silbergewinnung, und somit auch die größte Anziehungskraft für ausländische Investoren, hat das Vorkommen von Aktepa.

Neben den Edelmetallen wird in Usbekistan auch Uran gewonnen, wofür eine starke Mineralrohstoffbasis geschaffen wurde. Auf Grund des heutigen Erkundungsstandes ist der Uranabbau für die nächsten 50-60 Jahre gesichert.

Neben Uran werden weitere wertvolle Bestandteile gewonnen: Rhenium, Skandium, Lanthanolde und andere. Der überwiegende Teil der genannten Elemente fließt heute mehr oder weniger mit den Laugungsmitteln ab, durch Einführung entsprechender Verfahren könnte jedoch der Ausnutzungsgrad der Lagerstätten wesentlich gesteigert werden.

Drittens: Usbekistan besitzt nachgewiesenermaßen bedeutende Buntmetallvorkommen - Kupfer, Blei, Zink, Wolfram und andere Metalle dieser Gruppe.

Neben den Kupfererzen kommen 15 Buntmetallarten vor, wie z.B. Gold, Silber, Molybdän, Kadmium, Indlum, Tellur, Selen, Rhenium, Kobalt, Nickel, Osmium und andere.

Die Lagerstätten zeichnen sich besonders dadurch aus, daß der Abbau hauptsächlich über Tage erfolgen kann, wodurch die Rentabilität der Erzgewinnung gewährleistet ist. Die derzeit betriebenen Tagebaue können die Produktion für weitere 40 bis 50 Jahre mit Kupfer und Belmetallen versorgen, mit Zink und Blei sogar für mehr als 100 Jahre.

Die Vorräte an Buntmetallerzen konzentrieren sich im wesentlichen auf das Erzrevier von Almalyk. Einzigartig ist das Vorkommen von Kalmakyr, das ähnliche Vorkommen im Ausland weit hinter sich läßt. Das Erz wird im Bergbau- und Hüttenkombinat Almalyk aufbereitet, das einer der gigantischsten Betriebe von ganz Usbekistan ist.

Des weiteren wurde in Dalneje ein prognostisches Kupfervorkommen erkundet, in dem nicht nur große Vorräte an Kupfer, sondern auch Molybdän, Gold, Silber, Rhenium, Tellur, Selen und Schwefel lagern.

Bei der baulichen Erschließung der Lagerstätte von Dalneje mit Beteiligung von ausländischem Kapital und der Kupferproduktion einschließlich Gewinnung von Begleitmetallen ist der Bau einer neuen Aufbereitungsanlage geplant. Dabei wurde errechnet, daß die Erzvorräte die Aufbereitungsanlage in den nächsten 200 Jahren ausreichend versorgen können.

Das Vorkommen von Dalneje steht einzigartig da, sowohl was die erkundeten Vorräte als auch die Abbau-Selbstkosten und den Grad der Wertstoffausbringung betrifft, und findet in den Ländern der GUS nicht seinesgleichen.

Die Blei- und Zinkla2erstätten konzentrieren sich im wesentlichen auf die Reviere von Utschkulatsch im Gebiet von Dshisak und Chandisa im Gebiet von Surchandarja.

Im Revier von Chandisa kommen neben Blei und Zink auch Kupfer, Silber, Kadmium, Selen, Gold und Indlum vor. Bei steigender Nachfrage nach diesen Metallen auf dem internationalen Markt könnte in Usbekistan ihr Abbau forciert werden.

Wenn man nur geringfügig in die technische und technologische Umrüstung der bestehenden Produktionen investiert, könnte man seltene Metalle gewinnen, die bei der Aufbereitung der hochwertigen Kupfererze, die bis zu 99,99 Prozent Grundmetall enthalten, nebenbei mit abfallen.

Die Republik Usbekistan verfügt über eine sichere Rohstoffbasis für die Gewinnung und Produktion einer ganzen Reihe von seltenen Metallen und Spurenmetallen. Ein Teil von ihnen ist in eigenen Vorkommen konzentriert, z.B. Lithium, andere können als Begleitkomponenten aus den Kupferlagerstätten, den Polymetallvorkommen, den Uranlagern und anderen Bodenschätzen gewonnen werden.

Selen und Tellur werden vor allem bei der Produktion von Halbleitern, Sonnenkollektoren, Thermogeneratoren, speziellen Stahllegierungen und Glassorten gebraucht.

Usbekistan besitzt einzigartige Vorräte an Rhenium, das zusammen mit den Kupfererzen im Revier von Almalyk gefunden wird. Was den Rheniumgehalt im Molybdänkonzentrat betrifft, so findet man auf der ganzen Welt praktisch nichts Vergleichbares.

Rhenium wird vor allem in der Raumfahrtindustrie zur Herstellung von hitzebeständigen Legierungen für die Flugzeug- und Raumfahrttechnik, für elektronische Geräte und für Katalysatoren beim Erdölkracken benötigt.

Auf der Welt (in Afrika, in der Schweiz und in Rußland) gibt es natürliche Quellen, in denen Osmium-187 in seiner Isotopenreihe mit nur 1,6 Prozent enthalten ist, während in den Kupfermolybdänerzen der usbekischen Lagerstätten der prozentuale Anteil des stabilen Isotops wesentlich höher ist.

Daß eine Osmiumproduktion auf industrieller Grundlage sinnvoll ist, liegt schon darin begründet, daß große Vorräte des Ausgangsrohstoffs vorhanden sind, die dreimal umfangreicher sind als das Vorkommen von Norilsk.

Die Einzigartigkeit der Vorkommen an Seltenerdmetallen und Spurenmetallen mit ihrem breiten Anwendungsspektrum eröffnet gewaltige Möglichkeiten und Perspektiven für die Gründung von Joint-venture-Unternehmen mit ausländischen Investoren.

Viertens: In der Republik Usbekistan wurden 20 Marmorvorkommen sowie 15 Granit- und Gabbrovorkommen gefunden. Die zahlreichen Vorkommen an Gesteinen für dekorative Zwecke mit der größten Vielfalt an Farbtönen von Weiß bis zu Schwarz bilden eine einmalige natürliche Vorratskammer und sind die größten im gesamten euroasiatischen Raum.

Die Gesamtvorkommen an Verblendsteinen betragen mehr als 85 Millionen Kubikmeter und könnten somit die Baustoffindustrie für Hunderte von Jahren mit Rohstoffen versorgen.

Dank dieser gewaltigen Rohstoffbasis gehört Usbekistan zu den führenden steinverarbeitenden Ländern in der GUS.

Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die hervorragenden Eigenschaften der dekorativen Natursteine in der modernen Bauwirtschaft Usbekistans noch besser auszunutzen sowie Marmor- und Graniterzeugnisse zu exportieren.

In den Revieren von Gasgan, Nuratin und Sarband, die über die notwendigen Versorgungsnetze verfügen, gibt es Pläne, Unternehmen für den Blockabbau mit modernen Techniken unter Beteiligung ausländischer Partner zu gründen. Es wurden Berechnungen angestellt, nach denen die Rücklaufzeit der Projekte im Bereich von zwei Jahren liegt.

 Fünftens: Die Republik ist reich an Phosphorlten. Eine prognostische Einschätzung der im Dsheroi-Sardarinsker Revier geschürften feinkörnigen Phosphoritvorkommen des marokkanischen Typs spricht von ca. 100 Millionen Tonnen. Gegenwärtig wird in der Wüste Kysylkum ein Phosphorkombinat errichtet, das ein Phosphoritkonzentrat von 2,7 Millionen Tonnen gewinnen wird.

Außerdem wurden die Lagerstätten von Karakata und Nord-Dshetyjtausk, die ebenfalls im Zentrum der Kysylkum liegen, zunächst erkundet und beurteilt. Die geschätzten Vorräte an Phosphoriten sind nach Bestätigung von Geologen praktisch unermeßlich.

Die Aufnahme von Phosphoriten in den Wirtschaftskreislauf hängt damit zusammen, daß in Usbekistan gewaltige Kapazitäten zur Produktion von Phosphatdünger (Ammophos und ammonisiertes Superphosphat) geschaffen wurden. Gleichzeitig liegen erkundete Phosphoritlager mit Vorräten von 300 Millionen Tonnen praktisch noch ungenutzt.

Um das Exportpotential für die Phosphatdüngerproduktion zu vergrößern und die vorhandenen riesigen Phosphoritvorräte zu nutzen, wird ausländischen Investoren die Möglichkeit geboten, sich auf der Basis der Karakatinsker und der NordDshetyjtausker Vorkommen an der Organisation der Aufbereitung und Produktion zu beteiligen.

Sechstens: In Usbekistan befinden sich riesige Kalisalzvorkommen - in Tjubegatan im Gebiet Kaschka-Darja und Chodshaikan im Gebiet von Surchan-Darja. Diese Kalisalzvorkommen könnten nach vorläufigen Schätzungen die Versorgung für über 100 Jahre sichern.

Auf der Basis des Tjubegatansker Kalisalzlagers ist vorgesehen, mit Hilfe ausländischer Investoren die Produktion von Kalldünger zu organisieren. Durch eine komplexe Salzaufbereitung ist es möglich, nebenbei Eisenbromid, Magnesit, Gips und andere Materialien zu gewinnen.

Siebentens: Die Republik besitzt reiche Steinsalzvorkommen. Nach prognostischen Einschätzungen der 5 erkundeten Steinsalzlager (Chadshaikan, Tjubegatan, Barsakelmes, Bajbitschekan und Akkalin) betragen die Vorräte über 90 Milliarden Tonnen.

Gegenwärtig wird geplant, die Vorkommen des Barsakelmesker Salzlagers als Rohstoff für die Produktion von Natriumkarbonat und Natriumhydroxid zu verwenden.

Zu diesem Zweck wurde mit dem Bau einer Sodafabrik in Kungrad begonnen, in der Natriumkarbonat und Natriumhydroxid im chemischen Verfahren erzeugt werden soll.

Der heutige Stand der Mineralrohstoffbasis gewährleistet nicht nur eine Kapazitätsauslastung der bestehenden Abbau- und Aufbereitungsbetriebe, sondern schafft auch die realen Voraussetzungen für die Schaffung neuer Produktionsstätten für Gold, Silber, Kupfer, Kaolin, Flußspat, Phosphorund Kalldünger usw.

Wie die Erfahrungen in der Welt zeigen, bringen Investitionen in die Erschließung hochliquider Bodenschätze beachtliche Gewinne. Führende ausländische Gesellschaften und Firmen betätigen sich heute schon aktiv in dieser Richtung.

So wurde 1992 das erste usbekisch-amerikanische Gemeinschaftsunternehmen zur Goldgewinnung "Sarafschan- Newmount" geschaffen, dessen Begründer die amerikanische Gesellschaft "Newmount Mining Corporation" ist. Dieses Joint-venture wurde gegründet, um das Gold aus den minerallsierten Abraumhalden des Tagebaus von Muruntau zu gewinnen. Der Bau des Werkes mit einem Kostenaufwand von über 220 Millionen US Dollar wurde im Oktober 1993 begonnen und im Mai 1995 abgeschlossen, dauerte also insgesamt 18 Monate. Im Jahre 1995 wurde von diesem Jointventure die erste Partie Gold produziert.

Im Jahre 1994 wurde das usbekisch-britische Gemeinschaftsunternehmen "Amantau Goldfields" gegründet, das von ausländischer Seite durch die Lonro Company (Großbritannien) und die Internationale Finance Corporation vertreten wird. Ziel des Joint-ventures ist die Erschließung der Goldlagerstätten von Daugystau und Amantautaj. Die Inbetriebnahme des Komplexes wird 1998 erwartet.

Kürzlich wurde ein Abkommen zwischen usbekischen Partnern und den bekannten Gesellschaften "Newmount Mining Corporation" (USA) und "Mitsul" (Japan) zur Erschließung der Goldvorkommen im Raum Taschkent unterzeichnet. An einer ganzen Reihe weiterer langfristiger Projekte in verschiedenen Tätigkeitsbereichen wird noch gearbeitet.

Die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zum gegenseitigem Vorteil in Form von Joint-ventures zur Erschließung der natürlichen Reichtümer der Republik Usbekistan sind noch lange nicht erschöpft. Die oben genannten Beispiele einer Kooperation sollen nur die Attraktivität solcher Projekte für ausländische Investoren unterstreichen.

Auf Grund der in den Jahren der Sowjetmacht entstandenen einseitigen, deformierten Wirtschaftsstrukturen wird in der Republik ein reiches Sortiment an Halbfertigerzeugnissen hergestellt, das heißt Produkte der ersten Verarbeitungsstufe, die bei einer Weiterführung des technologischen Zvklus als gutes Ausgangsmaterial für die Herstell"n konkurrenzfähiger Endprodukte dienen könnten.

Als Beispiel für eine solche Weiterverarbeitung soll das in der Republik..erzeugte raffinierte Kupfer als Halbfabrikat zur Herstellung von Kabelerzeugnissen in einem breiten Sortiment genannt werden, das sich auf dem Weltmarkt und dem Binnenmarkt einer großen Nachfrage erfreut.

Ein weiteres sehr wertvolles Zwischenprodukt ist das ..Kaprolaktam. Leider werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt innerhalb des Landes nur 10 Prozent des hier erzeugten Kaprolaktams zur Weiterverarbeitung genutzt.

Wenn man die vielfältigen Anwendungsmöglichl-,eiten bedenkt, die das Kaprolaktam bietet, so wäre es sinnvoll, für seine unmittelbare Weiterverarbeitung im Inland zu sorgen.

Um die Kaprolaktamverarbeitung zu erweitern, gibt es die Möglichkeit, Chemiefaserbetriebe zu bauen und die Fasern später bei der Herstellung von Mischgeweben, Teppicherzeugnissen, Trikotagen und anderer Waren des täglichen Bedarfs welterzuverarbeiten.

Außerdem lassen sich aus Kaprolaktam verschiedene Konstruktionswerkstoffe herstellen, die in der Automobilindustrie, im Flugzeugbau und in anderen Zweigen, die Erzeugnisse für produktionstechnische Zwecke herstellen, gebraucht werden. Weiterhin können aus Kaprolaktam Polyamidfolien für Verpackungsmaterial produziert werden, deren Bedarf im In- und Ausland praktisch unbegrenzt ist.

Um die Rohstoffquellen besser auszunutzen, wird die Aufgabe gestellt, in der Republik eigene Kapazitäten zur Kaprolaktamverarbeitung in einer Größenordnung von mindestens 70-80 Prozent der erzeugten Produktion zu schaffen.

Es wird vorgeschlagen, zur Lösung dieser Aufgabe ausländisches Kapital heranzuziehen und Chemiefaserfabriken mit verschiedenen Nachfolgeproduktionen der Leichtindustrie zu bauen, um Waren für den Bevölkerungsbedarf zu erzeugen, aber auch Großbetriebe für die Produktion von Konstruktionskunststoffen.

In der Republik wurden lie K ipazitäten rür die Produktion von 23 000 Tonnen Nitronfasern geschaffen. Diese Faser ist bekanntlich das Ausgangsprodukt für die Herstellung von Möbelbezugsstoffen und Decken, von Nähgarnen für Hand- und Maschinennähereien, für Strumpferzeugnisse, Teppicherzeugnisse, Obertrikotagen, Nadelvliesstoffe, Schlafdecken, künstliche Pelze und viele andere Textilerzeugnisse. Die Weiterverarbeitung der Nitronfaser zum Fertigerzeugnis erfolgt bisher nur in geringem Umfang (nicht mehr als 25 Prozent), während der größte Teil als Halbfabrikat exportiert wird.

Berücksichtigt man die zur Verfügung stehenden Rohstoffquellen für die Nitronfaserproduktion und die große Nachfrage innerhalb der Republik und im Ausland, so sollte zur Erhöhung der Produktionseffektivität in der Perspektive eine Modernisierung und Erweiterung des Kombinates in Nawoi vorgenommen werden.

Eine wesentliche Besonderheit ist die einzig"artige Fruchtbarkeit des Bodens, durch die Usbekistan in ein Land mit einem riesigen agroindustriellen Potential ve rwan lelt werden konnte.

Die günstigen klimatischen Bedingungen, Bewässerung im Ackerbau haben historisch gute Voraussetzungen für die Entwicklung einer leistungsfähigen landwirtschaftlichen Basis und weiterverarbeitenden Industrie für landwirtschaftliche Erzeugnisse geschaffen.

Usbekistan ist von alters her ein Land her Bewässerung. Die Bewässerung im Ackerbau bildet die Grundlage für die Unabhängigkeit in der Ernährung des Landes und ist gleichzeitig die Quelle für den Export von Agrarprodukten.

Usbekistan ist heute der Haupterzeuger und Lieferant eines auf dem Weltmarkt sehr gefragten Produktes - der Baumwolle. Die Republik liegt in der Baumwollproduktion auf dem vierten Platz in der Welt und beim Baumwollexport auf dem zweiten Platz.

Folglich wird in Usbekistan Kurs auf eine verstärkte Verarbeitung der Baumwolle im Inland genommen, da dies hervorragende Möglichkeiten für eine zusätzliche Wertschöpfung bietet. Investitionen in die Baumwollverarbeitungs-, Textil- und Konfektionsindustrie sind von höchster Effizienz, bringen den meisten Gewinn und fließen am schnellsten zurück.

Zur Zeit gibt es in der Republik vier große Textilkombinate, und zwar in den Städten Buchara, Andishan, Taschkent und Fergana. In verschiedenen anderen Regionen liegen weitere 30 Spinnereien und Webereien. Mit Beteiligung von ausländischen Investoren wurden zahlreiche Joint-ventures gegründet, wie z.B. "Kabul-Tojtepa-Textiles" (Südkorea), "Asnamtextil", "Katex", "Eltex", "Samshintex" (Türkei), "Supertextil" (USA) u.a.

Die Republik Usbekistan gehört in der GUS zu den führenden Produzenten von Obst und Gemüse, Wein, Seidenkokons, Karakulpelzen und Wolle. Die einmalig günstigen klimatis Bedingungen machen es möglich, im Laufe eines Jahres bei Kartoffeln, verschiedenen Gemüsearten und anderen Kulturen mehrere Ernten einzubringen. In Verbindung mit der geschaffenen materiell-technischen Produktionsbasis bietet sich dadurch die Möglichkeit, frische und konservierte Obst- und Gemüseprodukte in reicher Auswahl und in Mengen zu liefern, mit denen nicht nur der Bedarf der eigenen Bevölkerung gedeckt werden kann, sondern auch die Bevölkerung anderer Länder versorgt werden könnte. In Usbekistan werden heute bis zu 5 Millionen Tonnen Obst- und Gemüseprodukte erzeugt, was den Bedarf des Binnenmarktes bei weitem übersteigt.

Der Mangel an modernen Lager- und Kühlkapazitäten und die zurückgebliebene Entwicklung der Obst- und Gemüseverarbeitungsindustrie sowie der Produktion von Verpackungsmaterial führt heute zu gewaltigen Verlusten.

Die Einführung moderner Technologien in der Obst- und Gemüseverarbeitung, der Abfüllung und Verpackung sowie eines modernen Marketings wäre geeignet, rasch Abhilfe zu schaffen.

Usbekistan wird von alters her für die Qualität seiner Früchte und Weintrauben gerühmt. Hier gedeihen auch wertvolle subtropische Kulturen, wie Feigen, Granatäpfel und Datteln. Es gibt in der Republik genügend Ressourcen, um die Kapazitäten für die Verarbeitung oder den Absatz der frischen Früchte im Ausland zu schaffen. Dabei sind das hier angebaute Obst und der Wein ökologisch sauber und enthalten eine Menge an wertvollen Nährstoffen und Vitaminen.

Daneben dienen die frischen Trauben als hervorragender Rohstoff für die Weinerzeugung in hoher Qualität. Von den Winzern des Landes werden jedes Jahr 16,5 Millionen Dal Trauben verarbeitet, es werden über 30 Weinsorten, verschiedene Champagner- und Kognaksorten erzeugt. Bei verschiedenen Messen, Verkostungen, Wettbewerben und Ausstellungen haben usbekische Weine schon 92 Medaillen errungen.

Wenn moderne Herstellungstechniken eingesetzt werden, verfügt die Republik über große Reserven zur Produktionserweiterung in der Seidenindustrie, in der Karakulschafzucht und in der Lederindustrie.

Der Besitz von gewaltigen Mineralrohstoffquellen und landwirtschaftlichen Ressourcen, von denen viele einzigartig sind und nach denen auf den Weltmärkten eine große Nachfrage besteht, macht Usbekistan nicht nur im Hinblick auf die Anknüpfung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen attraktiv, sondern schafft auch die realen Voraussetzungen dafür, daß mit Beteiligung interessierter ausländischer Partner eine moderne Wirtschaftsstruktur aufgebaut werden kann, die schon in den nächsten Jahren eine stabile und progressive Entwicklung des Landes sowie einen hohen Lebensstandard seiner Bevöllkerung gewährleisten würde.

 

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