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Es
ist allgemein bekannt, daß sich moderne Staaten grundsätzlich in
zwei Kategorien unterteilen lassen: in Staaten mit mehreren
ethnischen Gruppen und solche mit nur einer ethnischen Gruppe. Es
wurde festgestellt, daß auf unserem Planeten ungefähr 1 600
ethnische Gruppen existieren, die ihre eigenen unverwechselbaren
kulturellen und geistigen Werte besitzen.
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In
dieser Vielfalt und der Möglichkeit des gegenseitigen
Wertaustausches und der gegenseitigem Bereicherung liegt der tatsächliche
Reichtum der Welt verborgen. Hierin besteht jedoch auch eines der
am schwersten zu lösenden Probleme der Gegenwart. Die überwiegende
Mehrheit der auf der Welt lebenden ethnischen Gruppen hat kein
eigenes Staatsgebilde, obwohl sich auf der Weltkarte ca. 200
Staaten finden lassen.
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Das
Anwachsen des Selbstbewußtseins der ethnischen Gruppen wird noch
lange die Dynamik der politischen Entwicklung der heutigen Welt
bestimmen, was der internationalen Gemeinschaft als
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Warnung
dienen soll.
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Daher
stellen die gegenseitigem Beziehungen zwischen den benannten
Nationen, die ihrem Staat eine Bezeichnung geben, und den
ethnischen Minderheiten, welche in multikulturellen und
vielsprachigen Ländern leben, die bestimmenden Bedingungen für
die innenpolitische Stabilität und
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nationale
Sicherheit dar.
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Wie
die weltweite Erfahrung zeigt, hängen von der politischen Loyalität
der Repräsentanten der namenlosen Nationen, die in
multinationalen Staaten leben, direkt die Stabilität der
innenpolitischen Lage, die nationale Sicherheit und die Dynamik
der
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sozialökonomischen
Entwicklung ab.
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Die
weltweite Erfahrung ist reich an Beispielen des wohltuenden und
anregenden Einflusses des Faktors der ethnischen Vielfalt auf die
politischökonomische Entwicklung der Staaten, in denen sich eine
traditionelle Harmonie der gegenseitigem Beziehungen zwischen den
Nationen und ethnischen Gruppen gebildet hat.
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Ungeachtet
des Vorhandenseins bestimmter Probleme zwischen den ethnischen
Gruppen und Rassenprobleme, verwandelte sich der Faktor ethnischer
Vielfalt nicht in eine Barriere auf dem Weg ihres sozialökonomischen
Fortschritts, sondern ermöglicht sogar seine Beschleunigung.
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Die
gegenseitige Durchdringung der Nationen und Kulturen wurde in
diesen Staaten zu einem guten Ausgangspunkt der
geistig-intellektuellen Bereicherung der in ihnen lebenden Völker.
So wurde der Faktor der ethnischen Vielfalt zu einem einflußreichen
Instrument der Beschleunigung der demokratischen Reformen und des
sozialökonomischen Fortschritts und des Aufbaus der bürgerlichen
Gesellschaft.
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Gleichzeitig
gibt es in der Geschichte der Menschheit nicht wenige Beispiele,
die einen hierzu gegensätzlichen Charakter besitzen, in denen das
Nichtvorhandensein der Harmonie in den internationalen Beziehungen
in Staaten mit vielen ethnisehen Gruppen zu einer
gesellschaftlich-politischen Katastrophe führte, die ganze Völker
und Länder weit zurückwarf. Eine Vielzahl von ethnischen Gruppen
wurde nicht nur für einzelne Staaten zu einem der wichtigsten
zerstörerischen Faktoren für die innenpolltische Stabilität und
die nationale Sicherheit, sondern auch für ganze Regionen.
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So
wird die Tatsache offensichtlich, daß zwlschenethnische und
zwischennationale Beziehungen in einem Vielvölkerstaat zu einem
der wirksamen Faktoren werden, auf dessen Grundlage selbst sich
das Verständnis für die nationale Sicherheit her-
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ausbildet.
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Die
Aktualität der Harmonisierung der zwischenethnischen und
zwischennationalen Beziehungen erhält in der Phase des nationalen
Aufbaus neuer unabhängiger Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen
Sowjetunion eine um so größere Bedeutung. Diese Beziehungen
nahmen schon in lang zurückliegenden historischen Zeiten ihren
Anfang und spiegeln die Tiefe der menschlichen Seele wider. Ihre Lösung
fällt immer schwer und ist schmerzlich. Die Folgen des
Offenstehens ähnlicher Probleme finden im Verlauf der
Jahrhunderte ihren Widerhall.
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Die
gestellte Frage, welche einen schonenden und feinfühligen Lösungsweg
erfordert, hat für die Republik Usbekistan, die zu den Staaten
mit vielen ethnischen Gruppen gehört, eine besondere Bedeutung.
In ihr leben, neben der benannten Nation der Usbeken, mehr als 100
Nationalitäten, die ihre eigene Kultur und Tradition haben. Ihr
Anteil an der Gesamtbevölkerung des Landes übersteigt 20
Prozent.
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Was
stellen die ethnischen und zwischennationalen Faktoren für den
Prozeß des gesellschaftlichen und sozialen gemeinschaftlichen
Handelns dar? Wie hoch ist die Gefährdung unserer Sicherheit
unter unseren spezifischen Umständen?
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Wie
muß die Wirtschaft für die Erhaltung der Stabilität in
Usbekistan und 'n der gesamten zentralasiatischen Region geführt
werden?
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Die
heutigen ursprünglichen ethnischen Gruppen, die den Haupttell der
Bevölkerung der zentralasiatischen Region ausmachen, durchließen
einen komplizierten und einzigartigen Prozeß der Formierung ihrer
Nationen, dessen Wurzeln in der Vergangenheit gelegt wurden.
Ungeachtet einiger vielschichtiger Erscheinungen in diesem
Bereich, läuft ein nicht umkehrbarer Vorgang der Bildung
nationaler Staaten mit einer Bevölkerung, die aus vielen
Nationalitäten besteht.
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Die
aus vielen Nationalitäten bestehende Bevölkerung
Usbekistans wirkt in engem Zusammenhang mit dem Wachsen des
nationalen Selbstwertgefühls und der
geistigen Wiedergeburt des usbekischen Volkes als mächtiger
Impuls für die Erneuerung der Gesellschaft sowie ihrer
Demokratisierung und schafft vorteilhafte Bedingungen für die
Integration der Republik in die Weltgemeinschaft.
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Es
ist kein Geheimnis, daß in der UdSSR alles Nationale ein großes
Hindernis für die Verwirklichung des wichtigsten Zieles der
kommunistischen Ideologie, der Internationalisierung der Bevölkerung
und der Realisierung der Idee des "Zentrums" für die
Bildung einer solchen spezifischen sozialen Gemeinschaft wie das
"sowjetische Volk" war.
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Indem
sie die gegebene Konzeption vorbrachten, tauschten die
kommunistischen Ideologen und Politiker offenbar bewußt die natürlichen
Prozesse des Wachsens eines nationalen Selbstbewußtseins der
Leute gegen einen aggressiven politisierten Nationalismus aus. So
wurde auch das Ziel verfolgt, die Leute von gesetzmäßig
wachsenden Erfordernissen (welche auch mit objektiven Gründen
verbunden sind) für ein nationales Selbstwertgefühl abzulenken.
Das Zentrum nahm die Positionen einer erzwungenen
"lnternationallsierung" sowie der Vernichtung der
nationalen Besonderheiten ein und wollte den Prozeß der Schaffung
einer "multinationalen" Gemeinschaft beschleunigen, die
den eigenen imperialistischen Interessen entsprach, indem das Volk
des "Nationalismus" bezichtigt wurde und die ihrer Überzeugung
nach progressiven und das Volk der Unionsrepubliken und nationalen
Grenzgebiete verratenden Leute einer Repression ausgesetzt wurden.
Dieser künstliche Vorgang der "Annäherung der Völker"
ermöglichte verborgene und augenscheinlich widerstrebende
Erscheinungen in der Gesellschaft, was gerne als
"Nationalismus" bezeichnet wurde.
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Tatsächlich
hatten hier die natürliche Bestrebung, nationalen Werte zu
erhalten selbständige Gebiete, die Traditionen der Leute und
eine objektive, vollständig begründite Erfordernis der
Selbsterhaltung der Nationen als Subjekt einer gesellschaftlichen,
geistigen und historischen Entwicklung ihren Platz. Jede beliebige
Nation, auch wenn sie noch so klein ist, stellt einen
Reichtum für die Menschheit dar, und das Verschwinden
einer beliebigen Nation, mit ihren sprachlichen, kulturellen und
anderen Eigenheiten, führt zu einer Zusammenführung des
kulturellen und genetischen Fonds der Erde, der Möglichkeiten
der Persönlichkeit. Daher sollte der Erhalt jeder ethnischen
Gemeinschaft das wichtigste Ziel für die sie leitenden Leute
sein.
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Und
in erster Linie ist dies die Aufgabe der einzelnen Staaten, zu
denen diese ethnischen Gruppen gehören.
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Statt
dessen darf das Bestreben einer Nation, ihre Bedürfnisse
und Interessen zu verwirklichen, nicht auf Kosten der Schmälerung
der gleichen Bestrebungen anderer Nationen oder der Repräsentanten
anderer Volksgruppen gehen. Es ist unumgänglich, den
Erscheinungen der hochmütigen und verächtlichen Beziehung
der Repräsentanten der Nationen und ethnischer Gruppen
anderen gegenüber den Boden zu entziehen.
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In
dieser Hinsicht kann man feststellen, daß gerade die Widersprüche,
die häufig als Resultat eines Mißverhältnisses der Interessen
und Erfordernisse der in einer Wechselwirkung stehenden ethnischen
Gruppen und Nationen ihren Platz finden, zu mächtigen Faktoren
der extremen Erscheinungen des "Nationalismus" werden können.
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Hier
muß unterstrichen werden, daß der "Nationalismus", der
zukünftig politisierte, eine äußerst negative Richtung
einschlagen kann und zu einer hinreichend großen Bedrohung für
die staatliche und nationale, regionale und globale Sicherheit
werden kann.
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Unter
den heutigen komplizierten Umständen der Übergangsphase für die
Lösung der Probleme des Aufbaus einer bürgerlichen Gesellschaft,
welcher auf dem Wiederaufleben des nationalen Selbstwertgefühls,
des Friedens und der zwischennationalen Übereinstimmung gegründet
ist, müssen die folgenden Tatsachen berücksichtigt werden:
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Erstens:
Das Vorhandensein bestimmter, nicht antagonistischer Widersprüche
auf dem Gebiet der zwischennationalen Beziehungen ist eine reale
Erscheinung für die Aufbauphase der neuen unabhängigen Staaten.
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Zweitens:
Es darf nicht zugelassen werden, daß bestehende Widersprüche zu
zwischennationalen Konflikten werden, mit ihren tragischen Folgen
und der Gefährdung für die Sicherheit der Völker und Staaten.
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Drittens:
Die sich verkomplizierende sozial politische Situation, die
Unausweichlichkeit und Unumgänglichkeit der Koexistenz der
zusammenlebenden Nationen sowie ihre gemeinsamen Anstrengungen und
Wünsche müssen berücksichtigt werden, was sich in einer
entsprechenden ethnischen Politik des Staates und der
Meinungsbildung in der Gesellschaft niederschlagen sollte.
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Existieren
Gefahren für die zwischennationalen Beziehungen in Usbekistan und
in der zentralasiatischen Region?
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Wenn
man die Situation objektiv beurteilt, muß festgestellt werden, daß
der Nährboden für die Entstehung von Konfliktsituationen
vorhanden ist. Er ist Folge der Politik, welche das russische
Imperium und danach die Sowjetmacht führte, um
territorial-administrative Grenzen der Republiken in Zentralasien
zu schaffen.
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Historisch
betrachtet gab es in Turkmenistan gemischte Ansiedlungen von Stämmen
und Völkern, welche durch oasenartige Siedlungen und einen
nomadischen Lebensstil der Leute bedingt wurden, was eng mit der
Gemeinschaft von Kultur und Sprachen verbunden war.
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Ein
solches Mosaik der ethnischen Karte der Region trug auch zu einer
ethnisch-kulturellen und religiösen Nähe zwischen den in ihr
lebenden Völkern bei.
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Die
zielgerichtete Wanderungspolitik des zaristischen Rußlands, und
später des Sowjetstaates, ermöglichte die Bildung eines noch größeren
multikulturellen Anteils der Bevölkerung in der
zentralasiatischen Region.
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Heute
leben auf dem Gebiet der postsowjetischen zentralasiatischen
Staaten mehr als 100 Nationen und Volksgruppen. Die Angehörigen
von fast zwei Dutzend Nationen kamen auf Grund von stalinistischen
Repressionen, wie z.B. der Strafverbannung, in die Region.
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Ein
Gefährdungsfaktor ist auch die ethnodemographische Situation in
der Region. Veränderungen dieser Situation in Zentralasien gingen
ständig vor sich. In den verschiedenen Zeitspannen zeigten
verschiedene Faktoren einen Einfluß auf sie, wie die
Kolonialisation, die Industrialisierung der 20er und 30er Jahre,
die Deportation und gewalttätige Umsiedlung ganzer Volksgruppen
und das Beginnen der Urbanisierung und andere.
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Dies
alles erbten die neuen unabhängigen Staaten. Daher haben die
Probleme der zwischennationalen und subethnischen Beziehungen eine
strategische Bedeutung und erforden eine besondere Aufmerksamkeit
bei dem Aufbau der zwischenstaatlichen Beziehungen in der Region.
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Gegenwärtig
erfordert die wachsende Bedeutung der ethnischen und
zwischennationalen Faktoren im Prozeß der Erhaltung der Stabilität
in der zentralasiatischen Region eine Berücksichtigung einer
Reihe grundlegender Momente, von denen die wichtigsten, unseres
Erachtens, folgende sind:
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Erstens:
die Anerkennung der sich herausbildenden Staatsgrenzen, deren
Unverletzlichkeit ein konstituierendes Prinzip der Außenpolitik
eines jeden Staates ist sowie zu einer grundlegenden Bedingung für
die Erhaltung der Souveränität und der Stärkung der politischen
und wirtschaftlichen Unabhängigkeit werden sollte.
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Zweitens:
Die Entwicklung des nationalen Selbstwertgefühls der Völker der
Region nach 1991 erhielt den Charakter eines unumkehrbaren
progressiven Vorgangs. Viele der Völker formierten sich letztlich
wie Nationen, was vor allem im Prozeß der zwischennationalen
Beziehungen in Erscheinung tritt.
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Drittens:
Die geographische, ethnokulturelle und sozialreligiöse Nähe der
Völker, die in der Region leben, erscheint als positives Moment
des zwischennationalen Dialogs und der zwischenstaatlichen außenpolitischen
und ökonomischen Wechselbeziehungen.
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Viertens:
Die ethnische Politik, welche in Usbekistan im Rahmen der Bewegung
"Turkestan - unser gemeinsames Haus" durchgeführt
wurde, erweist sich in ihrer Zielsetzung und in ihrem Inhalt als
ein humanistischer konstruktiver Prozeß, da sie das Ziel
verfolgt, eine zwischennationale Einigkeit in der Region zu
erzielen. Ohne Zweifel entspricht diese Politik völlig den
strategischen staatlichen und nationalen Interessen aller
zentralasiatischen Republiken. So versteht man seit jeher unter
"Turkestan" nicht nur die Völker türkischen Ursprungs,
sondern auch die gesamte Bevölkerung des Gebietes.
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Fünftens:
Die integrierenden Prozesse in der Region müssen sich auch
entwickeln, wobei sie sich auf die optimale Vereinigung der
staatlichen und nationalen Interessen aller Völker und der
gesamten multinationalen Bevölkerung gründen.
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Zusammen
hiermit müssen alle VeEsuche entschieden unterbunden werden,
die darauf abzielen die 7ölker Zentralasiens gegeneinander
aufzuwiegeln sowie den Mythos über eine klar vorhandene
nationale Überlegenheit zu verbreiten. Hierzu gehören auch die
Handlungen, welche durch verantwortungslose, kurzsichtige und
ehrgeizige Politiker sowohl in der Region als auch im Ausland getätigt
werden. Mit welchen Motiven solche Versuche auch begründet
werden, so können sie doch den zivilen Frieden und die
zwischennationale Einigkeit in der Region schwerwiegend
unterwandern. Wozu dies führen kann, zeigen die tragischen
Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien, Nagornij Karabach und
anderen multinationalen Ländern auf. Leider mußten wir schon
unsere eigenen bitteren Erfahrungen machen, als einzelne
extremistisch eingestellte Gruppen beinahe zum Zusammenstoß und
zur Konfrontation von Leuten auf dem Gebiet mehrerer Nationalitäten
geführt haben. Glücklicherweise erwiesen sich der gesunde Geist,
die Weisheit, der Humanismus und die Güte, über die das
usbekische Volk verfügt, als den auf eine Gruppe beschränkten
Interessen überlegen und als wirkungsvolles Schild gegen den
gezeigten Extremismus.
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Es
ist offensichtlich, daß einige Unterschiede im Inhalt und Tempo
der durchgeführten sozialpolitischen und wirtschaftlichen
Reformen in den zentralasiatischen Staaten auch einen negativen
Einfluß auf die wechselseitigen Beziehungen der Nationen und
Volksgruppen haben können. Dies erfordert eine ausreichend
ausgewogene ethnische Politik. Es ist erfreulich, daß alle
Staaten der Region gegenseitige Verpflichtungen eingegangen sind,
die Bürgerrechte zu schützen und vorteilhafte Bedingungen für
die Entwicklung der nationalen Kultur der Völker zu schaffen, die
in diesen Ländern leben.
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Die
multinationale Zusammensetzung Usbekistans bestimmt seine
kulturelle Eigentümlichkeit und das überragende Potential für
den Fortschritt. Dieses Potential läßt sich unserer Meinung nach
wie folgt erklären:
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Erstens:
Einfluß der klimatischen und der Umweltbedingungen der Region und
der historischen kulturellen Lebenserfahrung der hier lebenden
Menschen.
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Zweitens:
Nähe der Region mit den angrenzenden Regionen der Nachbarstaaten,
was dazu beiträgt, daß sich die Kulturen gegenseitig
durchdringen und sich ein Multilinguismus ausbildet, da die Bevölkerung
mehrere Sprachen fließend be-
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herrscht.
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Drittens:
zusammenwachsende Formen der Organisation der gesellschaftlichen
und sozialen Beziehungen, wie der familiären, territorialen und
anderer.
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Viertens:
eigentümlicher Charakter der ursprünglichen Völker
Zentralasiens, ihrer toleranten Beziehung gegenüber Vertretern
anderer Nationalitäten. Dies ist einfach das menschliche Gefühl
der Usbeken, wie z.B. die Entwicklung, daß die Toleranz auf
nationaler Ebene zu einem unumgänglichen Bestandteil ihrer
gemeinsamen Kultur und Mentalität wurde.
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Markante
Beweise für die Erscheinungen des geistigen Reichtums, der
menschlichen Güte und des Mitleids fremdem Unglück gegenüber,
der Gastfreundlichkeit und -freundschaft, die dem usbekischen Volk
eigen sind, waren die Beziehung, die Wärme und Fürsorge, mit
denen einzelne Leute, Familien und auch ganze Völker umgeben
wurden und die während der harten Kriegsjahre sowie der
stalinistischen Repressionen auf dem Territorium Usbekistans
erwiesen wurden.
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In
der Geschichte finden sich nicht häufig Beispiele für
Erscheinungen solch hoher und erhabener Gefühle und sittlicher
Qualitäten bei ganzen Völkern, die in Jahren der Unbilden sogar
das für die eigenen Kinder und sich selber Notwendigste weggaben
und es mit völlig fremden, jedoch noch bedürftigeren Leuten
teilten. So fanden sich in vielen ohnehin schon kinderreichen
Familien neue Eltern, die nicht einem, sondern Dutzenden Kindern
verschiedener Nationalitäten, welche in den schrecklichen Jahren
zu Waisenkindern wurden, väterliche und mütterliche Liebkosungen
schenkten.
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Usbekistan
ist stolz darüber, daß dies in seiner Geschichte immer so war
und sein wird. Usbekistan ist auch stolz darüber, daß es in der
geschichtlichen Chronik unseres Volkes und Staates keine schändlichen
Seiten der Erscheinungen des Antisemitismus, Rassismus und anderer
Formen der hochmütigen und geringschätzigen Beziehungen zu
anderen Nationen und anderen Völkern gibt.
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Insgesamt
kann man feststellen, wenn man den Verlauf der demokratischen und
politischen Reformen in den ersten Etappen der übergangsperiode
insgesamt beurteilt, daß Usbekistan einen besonderen Weg geht,
Unser Modell des staatlichen Aufbaus gründet sich auf die Idee
des Erhalts und der Stärkung der sich historisch auf unserem
Territorium gebildeten multinationalen Struktur der Gesellschaft
und der Nutzung des gegebenen Faktors für die Verwirklichung der
abschließenden, auf ein bestimmtes Ziel ausgerichteten Aufgaben für
die Gründung eines demokratischen Rechtsstaates und einer bürgerlichen
Gesellschaft.
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Heute
erleben nationale und andere gesellschaftliche Bewegungen, zu
denen auch Jugend-, Kultur- und religiöse Bewegungen zählen,
ihre Wiedergeburt. Der Übergang von der Euphorie der ersten Jahre
der Unabhängigkeit zur realen Wirklichkeit und zu einer nüchternen
Beurteilung der wirtschaftlichen und politischen Situation zwingt
sie dazu, auf eine grundlegende Art und Weise die Forderungen und
Bedingungen ultimativen und radikalen Charakters zu revidieren und
auf sie zu verzichten, die Arbeitsweise ideenreich und
organisatorisch umzustrukturieren und populistische und ehrgeizige
Interessen zu überwinden.
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Der
Erhalt der Einigkeit zwischen den Nationen in unserer
Gesellschaft, welche sich in ihrem Wesen und ihrer Zusammensetzung
als "Einigkeit der Mannigfaltigkeit" der Völker der
Republik charakterisiert, erlaubt eine zivilisiert gesetzgebende
Basis, welche alle Probleme der Gleichberechtigung der Bürger
Usbekistans löst.
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In
der Verfassung der Republik wird unterstrichen: "Das Volk
Usbekistans besteht, unabhängig von seiner Nationalität, aus den
Bürgern der Republik Usbekistan." Das Gesetz der Republik
Usbekistan "über die Garantie des Wahlrechts" gibt
allen Bürgern der Republik Usbekistan "unabhängig ihrer
Herkunft, der sozialen und Vermögenslage, der russischen und
nationalen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der Bildung, der
Sprache, ihren Beziehungen zu Religionen, der familiären
Abstammung und des Charakters ihrer Arbeit" das gleiche
Wahlrecht.
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Das
staatliche Konzept der Verteidigung der Rechte ethnischer @
Minderheiten, die auf dem Territorium Usbekistans leben, spiegelt
sich in der Verfassung der Republik deutlich wider, in der die
Rede davon ist, daß die "Republik Usbekistan die Achtung der
Sprachen, Sitten und Traditionen der Nationen und Volksgruppen gewährleistet,
welche auf ihrem Territorium leben, und die Bedingungen für ihre
Entwicklung schafft".
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In
Verbindung hiermit kann angemerkt werden, daß die Vorgänge des
nationalen Wiederaufbaus nicht nur unter den Usbeken ablaufen.
Auch zwischen den Verrtretern anderer Nationalitäten,.
die in Usbekistan leben, laufen aktiv konsolidierende
Prozesse ab, die auf ethnisch-kulturellen Ursprüngen.
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Noch
im Jahre 1989 begannen sich gesellschaftliche Organisationen, wie
z.B. nationale kulturelle Zentren, zu bilden. Heute arbeiten schon
über 80 in der Republik. Sie spielen eine positive Rolle im Prozeß
der politischen, wirtschaftlichen und kulturell-geistigen
Umgestaltung der multinationalen Gesellschaft Usbekistans. Wenn
wir über die.Einigkeit des Volkes, seine Zusammenführung
und innere Ruhe sprechen, so unterstreichen wir, daß
dies unser Gemeingut ist, das unbezahlbar ist.
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Unsere
Gesellschaft strebt solche inneren ethnischen und zwischen den
Nationen bestehenden gegenseitigen Beziehungen an, die es jedem
beliebigen Menschen, der auf diesem Territorium lebt, ermöglichen,
sich als frei und gleichberechtigt zu fühlen.
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Unter
der Einheit einer beliebigen Nation, hierzu zählt auch die
usbekische, versteht man ihre engen gegenseitigem Beziehungen zu
ihren ethnischen Brüdern, die in anderen souveränen Staaten, wie
z.B. auch in zentralasiatischen Ländern, leben.
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Die
Statistik bestätigt, daß außerhalb der Grenzen Usbekistans
viele Usbeken leben. So bestehen 24,4 Prozent der Bevölkerung
Tadshikistans aus Usbeken, in Kyrgysstan sind es 13,8, in
Turkmenistan 9,0 und in Kasachstan 2,5 Prozent. Dies ist der Grund
dafür, daß Usbekistan ein Anhänger einer tiefreichenden,
allseitigen Beziehung zwischen den souveränen Staaten
Zentralasiens und einer dauerhaften Sicherheit in der Region ist.
Die positiven Ergebnisse der Integration werden den Dialog
zwischen den Nationen und die Sicherheit in der Region gewährleisten.
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Indem
wir das Konzept der gegenseitigem Beziehungen unter der Idee
"Turkestan - unser gemeinsames Haus" vortragen, streben
wir in der Region und auch in den hierzu gehörenden Staaten die
Normalisierung der Wechselwirkungen zwischen den Menschen an.
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Abschließend
beschäftigen wir uns mit der Frage, welche grundlegenden
Prinzipien nötig sind, an die man sich während der Durchführung
der nationalen Politik Usbekistans halten sollte, um keine
Konfliktsituationen zuzulassen, welche die nationale und regionale
Sicherheit im Vorgang der zwischennationalen Beziehungen gefährden.
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Erstens:
Die ethnische Politik des Staates sollte sich auf den Vorrang der
Verteidigung der persönlichen Rechte gründen und die Rechte der
nationalen Minderheiten nicht eingrenzen.
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Zweitens:
Die strategische Linie in der ethnischen Politik des Staates
sollte sich auf die Methoden stützen, welche die Widersprüche
zwischen den Nationen auf eine konstruktive Art und Weise lösen.
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Drittens:
Der wirtschaftliche Fortschritt unserer Gesellschaft, der auf den
Handelsbeziehungen für die Sicherstellung eines starken
Mechanismus der sozialen Absicherung der Leute basiert, welche auf
dem Territorium der Republik leben, schafft eine stabile Grundlage
für die Verwirklichung der Fähigkeiten d des Talents eines jeden
Menschen und die Entwicklung und die Erhöhung des Wohlergehens
jeder Familie.
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So
versteht man unter einer Vielvölkerschaft in einem beliebigen
Staat einen schrittweisen Prozeß der Entwicklung von Beziehungen
zwischen mehreren ethnischen Gruppen, welche sich aus der natürlichen
Unterhaltung von Wechselwirkungen zwischen den ethnischen Gruppen
bilden. Dies erfordert auf gesellschaftlicher Ebene eine ständige
Analyse der gegebenen Prozesse mit dem Ziel der Vermeidung
ethnischer Konflikte und solcher zwischen den einzelnen Nationen,
welche im Falle ihres Auftretens eine Gefährdung der staatlichen
und regionalen Sicherheit hervorrufen können.