- Schon in alten Zeiten haben usbekische Denker bedeutende Forschungen
angestellt und wissenschaftliche Entdeckungen gemacht, die den goldenen Boden
für die Wissenschaft und Kultur der gesamten Menschheit bereiteten. Unsere
großen Ahnen, deren Namen in der ganzen Welt bekannt sind, standen an den
Quellen des Wissensborns. Da sind z.B. die Denker, Mathematiker und Astronomen
Al Choresmi, Fergani, Dshawchari, Marvasi und Ulugbek, die Philosophen,
Rechtsgelehrten und Theologen Farabl, Bucharl, At-Termisi, Margilani und
Nasafi, die Enzyklopädisten Beruni und Ibn Sina, die Sprachgelehrten und
Dichter Kaschkarl, Jussuf Chos Chadshib und Samachschari, Alischer Nawol, die
Historiker Babur, Abulgasi Bachadyrchan, Ogachi und viele andere zu nennen.
- Indem die Wissenschaftler Usbekistans beste Traditionen weiterführen und
das historische Erbe pflegen, werden sie zu würdigen Nachfolgern ihrer großen
Vorfahren. Typisch für unsere Intelligenz ihr Streben nach Erkenntnissen, sie
wollen zur ist
- Avantgarde des modernen wissenschaftlichen Denkens gehören. Sie greifen
kühn nach der Erforschung neuer, wenig untersuchter aktueller Probleme, mit
ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökonomischen
Entwicklung des Landes und zur Stärkung des Innovationspotentials.
- Usbekistan verfügt über alles, was für den Übergang zu einem modernen
Modell der innovativen Entwicklung notwendig ist, die auf der breiten und
effektiven Nutzung des vorhandenen wissenschaftlich-technischen Potentials,
der umfassenden Einführung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und
angewandten Forschung in die Praxis, der Verwirklichung
wissenschaftsintensiver Technologien und einer zahlenmäßigen Vergrößerung von
hochqualifizierten, begabten Forschungskadern beruht. Dies ist die notwendige
Voraussetzung und die stabile Ausgangsbasis für den Aufbruch des Landes in die
Reihen der hochentwickelten Industrieländer.
- In Mittelasien bildet Usbekistan heute ein starkes wissenschaftliches
Zentrum, das über eine gut entwickelte materielle Basis für die Forschung,
umfangreiche Forschungsreserven und über qualifizierte Wissenschaftler
verfügt, deren Arbeiten in der ganzen Welt Anerkennung gefunden haben.
- Der Komplex Wissenschaft und Forschung der Republik umfaßt 362
Einrichtungen, die mit ihrem Profil an Akademien, Hochschulen und
Industriezweige angeschlossen sind, darunter 101 wissenschaftliche
Forschungsinstitute, 55 hochschuleigene Forschungsbereiche, 65 Projektierungs-
und Konstruktionseinrichtungen, 32 produktionsbezogene Forschungsvereinigungen
und Versuchsbetriebe, 30 Informatik- und Rechenzentren. Kernstück des
wissenschaftlichen Potentials ist die Akademie der Wissenschaften der Republik
Usbekistan - das führende wissenschaftliche und experimentelle Zentrum in der
Region, das auf ein halbes Jahrhundert Geschichte zurückblicken kann.
Innerhalb der Struktur der Akademie wurden einzigartige Forschungszentren
gebildet, die erfolgreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, wie
z.B. das Institut für Kernphysik, die Produktionsforschungsvereinigung
"Sonnenphysik" oder "Biologie", der Hochgebirgskomplex astronomischer
Observatorien auf dem Berg Majdanak und viele andere.
- Im Bereich Forschung arbeiten etwa 46 000 Menschen, darunter 2 800
habilitierte Wissenschaftler und annähernd 16 100 mit Doktorgrad. Erstmalig
wurde in der Republik Usbekistan eine Attestationskommission gebildet, die
dazu berufen wurde, junge Forscher auszubilden. Die Ausbildung der
Forschungskader mit höchster Qualifikation erfolgt in 20 Wissenschaftszweigen.
- Gegenwärtig führen die Wissenschaftler der Republik Grundlagenforschung
und Angewandte Forschung auf vielen Gebieten der modernen Wissenschaft durch.
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- Erstens: Untersuchungen auf dem Gebiet der Mathematik,
der Wahrscheinlichkeitstheorie, der mathematischen Modellierung
natürlicher und-gesellschaftlicher Prozesse, der Informatik und der
Rechentechnik.
- Die Erkenntnisse der Mathematik auf dem Gebiet der
Wahrscheinlichkeitstheorie und mathematischen Statistik, der Theorie der
Differentialgleichungen und der mathematischen Physik sowie der
Funktionsanalyse wurden weit über die Grenzen der Republik hinaus bekannt.
- In der Republik Usbekistan bildete sich eine eigene astronomische Schule
heraus, die noch von Beruni, Ulugbek und Gijasaddin Dshemschid begrünidet
wurde. Schon im Altertum fanden die Arbeiten der usbekischen Gelehrten über
die Astronomie und ihre Untersuchungen über die Bewegung der Himmelskörper
weltweite Anerkennung. Von ihnen wurde erstmalig eine äußerst genaue Karte des
Sternenhimmels angefertigt. In der Republik wurde ein Netz von astronomischen
Stützpunkten für die Klimaforschung der Region eingerichtet. Gemeinsam mit
Wissenschaftlern und Spezialisten aus den USA, aus Italien und Japan sind
usbekische Forscher, die auf dem bereits 1930 errichteten internationalen
Polhöhenobservatorium , Ulugbek" arbeiten, an der internationalen
Erforschung der Bewegung der Erdpole beteiligt.
-
- Zweitens: Untersuchungen, die mit der Erforschung derr
Gesetzmäßigkeiten geologischer Prozesse zusammenhängen welche zur
Entstehung der mineralischen Rohstoffvorräte geführt haben, die für eine
industriemäßige Erschließung geeignet sind, sowie auf dem Gebiet der Tektonik,
der Geophysik, der Erdbebenforschung und anderer Bereiche der Erdforschung.
- Die Arbeiten der usbekischen Geologen auf dem Gebiet der komplexen
geologischen, geophysikalischen und geochemischen Erforschung der Erdrinde,
der Erzbildung, der Metallogenetik und der Erdölentstehung haben zur
Entwicklung der gewaltigen mineralischen Rohstoffbasis in Usbekistan
beigetragen. Die Forschungsgeologen haben unmittelbar an der Entdeckung,
Schürfung und Erschließung vieler gigantischer Lagerstätten von Bodenschätzen
auf dem Territorium der Republik sowie im gesamten mittelasiatischen Raum
mitgewirkt.
- Es ist bekannt, daß Usbekistan in einer aktiven Erdbebenzone liegt und
mehr als einmal die schweren Folgen solcher Naturkatastrophen zu spüren
bekommen hat. Deshalb sind die theoretischen und praktischen
Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Seismologie und Erdbebensicherheit von
Bauwerken ein wichtiger Schwerpunkt unserer Forschung.
- Von usbekischen Wissenschaftlern wurden die geologischen Ursachen und
Bedingungen für die Entstehung von Erdstößen untersucht und
hydroseismologische Methoden zur Erkennung der Voranzeichen für Erdbeben
entwickelt, so daß es möglich ist, die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung
vorherzusagen. Es wurde eine Einteilung in Erdbebenzonen vorgenommen und
Karten der aktiven Erdbebengeblete erstellt, auf deren Grundlage die
Erdbebensicherheit von Produktionsbauten und Wohnungsbauvorhaben in der
Republik gewährleistet werden konnte. Eine seismodynamische Theorie für
unterirdische Bauwerke (Versorgungsnetze, Untergrundbahnen u.a.) wurde
entwickelt.
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- Drittens: Untersuchungen auf dem Gebiet der
Molekulargenetik, der Gentechnik und der Biotechnologie, die die
notwendige Grundlage für den wissenschaftlich-technischen Fortschritt auf dem
Gebiet der Landwirtschaft, der mikroblologischen Industrie und des
Umweltschutzes bilden.
- In der Republik Usbekistan haben sich eigene wissenschaftliche Lehren auf
dem Gebiet der organischen und anorganischen Chemie, der Pflanzenchemie, der
Biologie und Genetik sowie der Entwicklung von Biotechnologien herausgebildet
und weiterentwickelt. Von ihnen wurden die theoretischen Grundlagen und die
Produktionsverfahren für die Herstellung von neuen Arten hochwirksamer, aber
umweltschonender Düngemittel, geringtoxischer Defollationsmittel, neuer
Heilpräparate, Pflanzenwachstumsstimulatoren und Pflanzenschutzmittel
entwickelt.
- Von praktischem Interesse ist die Entwicklung und Erzeugung natürlicher
synthetischer Bioregulatoren für die Medizin, die Landwirtschaft, die
pharmazeutische Industrie und Nahrungsmittelindustrie, die Züchtung von
Stevia-Pflanzen, die den Zucker ersetzen, die Entwicklung von
umweltfreundlichen Technologien zur Herstellung und Verarbeitung von polymeren
Verbundstoffen, unter anderem auf der Grundlage von Kaprolaktam, und die
Erzeugung von Baumwollzellulose und Azetatseide in höchster Qualität.
- Besonders hervorzuheben sind die Forschungsergebnisse der usbekischen
Selektionäre, die Untersuchungen zu Problemen der Baumwollbiologie, zur
Erforschung der genetischen, molekulargenetischen und
physiologisch-blochemischen Problematik der Baumwollbiologie durchführen und
auf ihrer Grundlage Methoden für die Selektion von neuen hochqualitativen und
widerstandsfähigen Baumwollsorten entwickelt haben. In den letzten Jahren
wurden mehr als 30 vielversprechende Baumwollsorten entwickelt.
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- Viertens: Untersuchschung, die mit der Erforschung des Komplexes
der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Stoffen
zusammenhängen.
- Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Kernphysik und der Physik der
Elementarteilchen, der Strahlenphysik und der Werkstoffkunde hat in der
Republik eine besonders beeindruckende Entwicklung erfahren. Eine neue
Wissenschaftsrichtung - die relativistische Kernphysik - hat sich
herausgebildet. Sie dient als theoretische Grundlage für Untersuchungen auf
dem Gebiet der Kernenergetik und der angewandten Kernphysik.
- Anerkannte Prioritäten in der Welt genießt Usbekistan gegenwärtig in
solchen Forschungszwelgen wie Strahlen-Werkstoffkunde und
Helio-Werkstoffkunde. Die Republik gilt als führendes Zentrum für die
Herstellung radioaktiver Isotopen, unter anderem auch für radioaktive
pharmazeutische Präparate.
- In Usbekistan hat sich auf dem Gebiet der Hochenergiephysik eine eigene
Forschungsrichtung entwickelt, in deren Rahmen ein beachtlicher
wissenschaftlicher Vorlauf in der Herstellung besonders reiner,
hochfeuerfester Stoffe, in der Entwicklung neuer Produktionsverfahren zur
Herstellung von hochtemperaturbeständigen Werkstoffen mit einer erhöhten
Verschleißfestigkeit, Hitzbeständigkeit und Korrosionsfestigkeit geschaffen
wurde, welche geeignet sind, teure Konstruktionswerkstoffe abzulösen. Aktiv
wird an der Erschließung neuer Energiequellen, wie der komplexen und
effektiven Umwandlung und Nutzung der Sonnenenergie, gearbeitet, die für die
Lösung des Problems der Energieversorgung im Lande von großer Bedeutung ist.
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- Fünftens: Untersuchungen zur Weltgq5chichte und zur
eigenen Geschicht geistigen E rbe, zur historischen und modernen
Entwicklung der usbekischen Sprache, Literatur und Folklore.
- Zur Entwicklung des intellektuellen Potentials der Republik und zur
Erweiterung des internationalen wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs
haben die Gesellschaftswissenschaftler und vor allem die Historiker,
Archäologen, Ethnografen, Sprachwissenschaftler und Literaturwissenschaftler
einen wesentlichen Beitrag geleistet. Außergewöhnliches Interesse verdienen
die Arbeiten, die sich mit der Erforschung der Ethnogenese und der
Neugestaltung eines objektiven Geschichtsbildes des usbekischen Volkes, c . er
ntersuchung seiner Traditionen, seiner Lebensweise und Kultur befassen.
- Die Entwicklung eines eigenen intellektuellen,
wissenschaftlich-technischen Potentials als Faktor für den stetigen
Fortschritt in unserem Lande verknüpfen wir unmittelbar mit dem Ausbau
der wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Beziehungen mit weltweit
anerkannten Forschungszentren und der gemeinsamen Durchführung von
Forschungsprojekten zu vielen aktuellen Problemen.
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- Die besondere JemograDhische Situation Usbekistans
und die Förderung des menschlic ien Potentials erfordert auch
einen entsprechenden Entwicklungsstand der sozialen Infrastruktur, vor
allem im Gesundheitswesen und in der kommunalen Versorgung der Bevölkerung.
- In der Republik wurde ein gut entwickeltes System der medizinischen und
sozialen Betreuung der Bevölkerung aufgebaut, durch das alle Zugang zu den
verschiedenartigen allgemeinmedizinischen und fachärztlichen
Versorgungsmöglichkeiten haben. Die Republik verfügt über 1 300 Krankenhäuser,
mehr als 3 000 Polikliniken und Ambulatorien sowie ein ausgedehntes Netz von
Arztstationen auf dem Lande. Mehr als 76 000 Ärzte aller Fachrichtungen
leisten fachgerechte medizinische Hilfe. Auf einen Arzt kommen im Durchschnitt
298 Patienten, das ist wesentlich weniger als in den meisten
Entwicklungsländern. Im Vergleich zur Türkei, den Vereinigten Arabischen
Emiraten oder Korea ist die qualifizierte ärztliche Versorgung 3- bis 4mal
höher, im Vergleich zu Malaysia, Indien oder Pakistan sogar 6- bis 8mal.
- Recht gut haben sich auch die kommunalen Versorgungssysteme entwickelt, in
erster Linie die Bereitstellung von Elektrizität, Trinkwasser und Erdgas. Zur
Versorgung der vorwiegend ländlichen Bevölkerung mit Trinkwasser und Gas
wurden in der Republik spezielle Programme erarbeitet und erfolgreich
verwirklicht. Im Ergebnis sind heute 73 Prozent der Wohnungen in der Republik
an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen, 64 Prozent an die
Erdgasleitung, und praktisch alle Wohnsiedlungen sind inzwischen
elektrifiziert.
- Um die Lebensbedingungen der Bevölkerung, besonders in den
umweltgeschädigten Gebieten um den Aralsee, zu verbessern, wird den
allgemeinen epidemlologischen Bedingungen, der Bekämpfung der
Infektionskrankheiten, der Kindersterblichkeit und der Versorgung mit
qualitätsgerechtem Trinkwasser große Aufmerksamkeit gewidmet. Zu diesem Zweck
werden nicht nur bedeutende Summen aus staatlichen Mitteln bereitgestellt,
sondern auch Unterstützungen aus internationalen humanitären Organisationen
und Hilfsfonds in Anspruch genommen.
- Unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung internationaler
Beziehungen besteht ein riesiger Vorteil darin, daß die
Republik.Usbekistan über entwickelte Energie-, Kommunikations-
und Wassersorgungssyteme, ein einheitliches Eisenbahnnetz und Straßenletz
verfügt, die sich gegenseitig ergänzen.
- Allgemein ist bekannt, daß die ökonomischen Entwicklungsperspektiven des
Landes vor allem von der Existenz einer eigenen Energiebasis abhängen.
Was dies betrifft, so verfügt Usbekistan über ein leistungsfähiges
Energiesystem, das Bestandteil des Vereinigten Energleverbundsystems von
Mittelasien ist. Da Usbekistan im Zentrum der Region liegt und im Besitz der
Hälfte aller Kapazitäten der Kraftwerksgeneratoren ist, bildet das usbekische
Energiesystem das wichtigste Glied in der durchgängigen Kette der
Energieerzeugung und Energieverteilung in der Region. Grundlage für die
usbekische Energieversorgung sind die großen staatlichen Wärmekraftwerke von
Syr-Darja, Taschkent, Nowo-Angren, Nawol sowie 19 Wasserkraftwerke, von denen
das größte in Tscharwak steht.
- Zur Zeit wird ein Programm zum Bau kleinerer Wasserkraftwerke erarbeitet,
um das Wasserkraftpotential der Flüsse, Stauseen und Kanäle für die
Energlegewinnung und für Bewässerungszwecke besser auszunutzen und die
Stromversorgung der ländlichen Gebiete zu verbessern.
- Das usbekische Energiesystem ist in der Lage, den Energiebedarf des Landes
vollständig zu decken und gleichzeitig Energie in die benachbarten Staaten zu
exportieren.
- Die gewaltigen Kapazitäten der Kraftwerke gestatten es, alle
Investitionsvorhaben, die in Usbekistan in nächster Zukunft realisiert werden
sollen, mit der notwendigen Energie zu versorgen, ohne neue Generatoren bauen
zu müssen.
- Dennoch ist vorgesehen, den Bau des Kraftwerkes von Nowo-Angren und des
Heizkraftwerkes von Mubarek bis zum Jahr 2000 zu vollenden sowie den ersten
Energieblock im Kraftwerk von Talimardshan in Betrieb zu nehmen.
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- Usbekistan besitzt ein entwickeltes Gastransportsystem, zu dem neun
Ferngasleitungen mit einer Gesamtlänge von 12 000 km gehören, die in das
Gasleitungs-Verbundsystem der GUS-Staaten münden. Dadurch besteht die
Möglichkeit, große Mengen von Erdgas nicht nur in die Länder Mittelasiens und
der GUS, sondern auch bis in die europäischen Länder zu liefern.
- Der geplante Bau von Verbundgasleitungen, die die Staaten Turkmenistan,
Usbekistan, Kasachstan und China bzw. Usbekistan, Afghanistan und Pakistan
miteinander verbinden, wird gegenwärtig im Detail ausgearbeitet und soll es
gestatten, das Exportpotential der Erdöl- und Erdgas-Branche von Usbekistan um
das Achtfache zu steigern.
- Ein äußerst wichtiger Faktor für die attraktive geostrategische Lage
Usbekistans ist die Existenz eines entwickelten Svstems von
Verkehrsverbindungen. Das Verkehrssystem des Landes genügt heute praktisch
den Anforderungen des Binnentransportes.
- Im Raum Mittelasien verfügt Usbekistan über das dichteste Netz von
Eisenbahn- und Straßenverbindungen. Das Eisenbahnnetz hat eine Ausdehnung von
mehr als 6 700 km, wobei viele Strecken elektrifiziert sind. Über 80 Prozent
der Autostraßen haben eine feste Straßendecke. Der größte Teil der Autostraßen
in der Republik, namentlich die Straßen von internationaler oder staatlicher
Bedeutung, sind mit verbesserten Straßendecken ausgestattet.
- Das bestehende Netz der Eisenbahnen und Antostraßen verbindet nicht nur
die entferntesten Gebiete und Siedlungen der Republik miteinander, es sichert
nicht nur den Anschluß an internationale Verkehrssysteme, sondern es
ermöglicht auch den Zugang zu den wichtigsten Rohstoffquellen unserer reichen
Region.
- Usbekistan hat auch auf der Entwicklungsebene der internationalen
Flugverbindungen eine günstige Lage. Da sich die Republik in der Mitte
zwischen Europa und Ostasien befindet, hat sie sehr gute Aussichten, einmal
als internationaler Verkehrsknotenpunkt zu dienen und den Transitverkehr von
Fracht- und Passaglermaschinen abzuwickeln.
- Die usbekische nationale Fluggesellschaft "Usbekiston chawo jullari" ist
Mitglied der Internationalen Organisation für Zivile Luftfahrt und verfügt
neben Taschkent noch über weitere 12 regionale Flughäfen, von denen drei für
die Landung von Flugzeugen der internationalen Klassen geeignet sind.
- Außerdem wird unter Beteiligung von ausländischem Kapital und Mitwirkung
internationaler Fachleute eine Modernisierung der Flughäfen von Taschkent,
Samarkand, Buchara, Urgentscha, Namangan und Termes vorgenommen. Mitten im
Herzen der wichtigsten Mineralvorräte, in der Stadt Utschkuduk, wird ein neuer
Flughafen gebaut. Direkte Fluglinien verbinden Usbekistan heute mit den
größten Städten der Welt - mit New York, London, Frankfurt am Main, Athen,
TelAviv, Bangkok, Scoul, Delhi und anderen.
- Seit Erlangung der Unabhängigkeit wird in der Republik den internationalen
Verkehrsverbindungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, um möglichst kurze und
sichere Transportwege in die Nachbarstaaten und zum Stillen Ozean zu schaffen.
- Dies hängt damit zusammen, daß auf Grund der geografischen Lage
Usbekistans unsere Wirtschaftsverbindungen zu anderen Ländern viele Jahrzehnte
lang hauptsächlich über die Eisenbahn abgewickelt wurden und die Fracht in den
Häfen der ehemaligen Sowjetunion am Schwarzen Meer, an der Ostsee, am
Japanischen Meer und am Nördlichen Eismeer umgeschlagen wurde. Abgesehen
davon, daß die Beförderung über diese Verkehrsverbindung an sich
unwirtschaftlich und zu teuer war, wurden die Verkehrsverbindungen in
südlicher Richtung praktisch nicht ausgebaut.
- Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat sich das Problem der Verbindungen
nach außen weiter verschärft, weil nun das Territorium mehrerer Länder
durchfahren werden muß, um an die Seehäfen zu gelangen. Usbekistan ist der
Staat, der am weitesten von den Seehäfen entfernt liegt, wobei der kürzeste
Weg ans Meer immerhin 3 000 km lang ist, was erheblich mehr ist, als irgendwo
sonst auf der Welt. Das schränkt natürlich die Möglichkeiten einer allseitigen
Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen ein und macht den Transport von den
Ländern abhängig, durch die unsere Frachten befördert werden müssen, unsere
Erzeugnisse sind auf Grund der ständig steigenden, ohnehin schon sehr hohen
Transporttarife nicht mehr konkurrenzfähig.
- Die Erfahrungen in der Welt haben es gezeigt, und Usbekistan liefert nun
wiederum den Beweis, daß ein Land, das keinen direkten Zugang zum Meer hat, in
den Außenhandelsbezichungen stark benachteiligt ist.
- Deshalb beschäftigen wir uns aktiv mit diesen Problemen und suchen nach
alternativen Wegen, um das Transportproblem unserer Außenhandelsbeziehungen zu
lösen und einen Zugang zum Meer zu sichern. Zu diesem Zweck beteiligt sich
Usbekistan an der Verwirklichung des UNO-Programms "Erweiterung des Handels
durch Entwicklung der Kooperation in der Transitgutbeförderung", in dessen
Rahmen die Länder Mittelasiens gemeinsame Schritte unternehmen, um
Transitkorridore zu schaffen, die ihnen den Zugang zu den Seehäfen sichern,
sowie die Wiederbelebung des Haupthandelsweges des Altertums, der Großen
Seidenstraße, zu fördern.
- Ein Vertrag zwischen den Regierungen der mittelasiatischen Republiken und
anderen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD)
wurde bereits unterzeichnet. Die internationale Eisenbahnlinie
Tedshen-Serachs-Meschched befindet sich im Bau und wird Bestandteil der
Transasiatischen Eisenbahnmagistrale, die Peking mit Istanbul verbindet. Nach
Vollendung des Baus um das Jahr 2000 werden über diese Eisenbahnstrecke in
beiden Richtungen Güterströme bis zu 6-8 Millionen Tonnen erwartet, die sich
in Zukunft noch verdoppeln sollen.
- Die Eröffnung dieses Transportkorridors wird den Außenhandelsbeziehungen
Usbekistans einen zusätzlichen Aufschwung geben - sowohl nach Osten in die
Länder der asiatischen Region am Stillen Ozean, als auch nach Westen in die
Türkei und weiter bis nach Europa. Dadurch können die Entferriungen im
Güterverkehr in beiden Richtungen auf die Hälfte reduziert werden.
- Für die Überwindung von Engpässen im Kornmunikations- und Transportsystem
der Republik Usbekistan ist die Realisierung des "Traseka-Projekts" von
weitreichender Bedeutung, das über die technische Hilfe der Europäischen Union
im Rahmen des TASIS-Programms läuft, in welchem die Entwicklung der
transkaukasischen Magistrale geplant ist. Diese wird durch das Territorium der
Zentralasiatischen Länder, durch Aserbaldshan und Gruslen zu den Häfen am
Schwarzen Meer verlaufen.
- Neben dem Ausbau der Eisenbahnstrecken ist Usbekistan auch daran
interessiert, sich am Bau und an der Rekonstruktion der Autostraßen von
Andishan-Osch-Irkaschtam-Kaschgar zu beteillgeii, die den Weg nach
China und Pakistan frei machen, sowie der
- Strecken Buchara-Serachs-Meschched-Teheran und
Termes-Gerat-Kandagar-Karatschl, über die man zum Indischen Ozean gelarigt.
Die Benutzung dieses Transportkorridors wüirde den Weg in EU-Länder um zwei
Drittel verkürzen.
- Durch die Fertigstellung und technische Verbesserung dieser
transkontinentalen Magistralen können günstige Voraussetzungen für die
Außenhandelsbeziehungen Usbekistans und der mittelasiatischen Länder
geschaffen werden und auch der Güter- und Personen-Transitverkehr von der
asiatischen Region am Stillen Ozean, von lndien und China bis in die Länder
Kleinasiens, die Türkei und nach Europa verbessert werden. Außerdem könnten
über diese Verbindungen, die praktisch mit dem Verlauf der Großen Seidenstraße
zusammenfallen, regelmäßige kulturelle, touristische und geschäftliche
Beziehungen zu zahlreichen Ländern in der Welt gepflegt werden. Dadurch wird
den GUS-Staaten und der zentralasiatischen Region der "Weg nach Süden"
geöffnet, um auf die Weltmärkte zu gelangen, während sich für die Länder Süd-
und Südostasiens sowie Kleinasiens der "Weg nach Norden" auf die Märkte
Mittelasiens öffnen würde.
- Um günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und Festigung der
internationalen Verkehrsverbindungen und Wirtschaftsbeziehungen zu schaffen,
hat Usbekistan eine ganze Reihe von organisatorischen, rechtlichen und
praktischen Maßnahmen ergriffen.
- Erstens wissen wir sehr wohl, daß Investitionen in die
Verkehrsverbindungen ein sehr teures und wenig gewinnbringendes Geschäft sind.
Trotzdem hat Usbekistan aus eigenen Mitteln mit dem Bau von großen,
strategisch wichtigen Eisenbahnstrecken Nawoi-Utschkuduk-Sultanuisdag-Nukus
mit einer Streckenlänge von 342 km und GusarBajsun-Kumkurgan mit einer
Streckenlänge von 223 km sowie mit der Modernisierung der Autostraße
Angren-Kokand begonnen. Durch ihre Inbetriebnahme werden nicht nur der Zugang
zu den enormen Vorräten an natürlichen Mineralstoffen erschlossen und die
Kosten für den Güterverkehr innerhalb der Republik gesenkt, sondern
gleichzeitig der Zugang zu den Seehäfen und den internatioirialen
Verkehrsverbindungen gesichert.
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- Zweitens: Die Republik führt die aktive Arbeit für die Annäherung
der republikanischen Gesetzgel)ung an internationale allgemeingültige
Vorschriften und Regeln im Bereich der Verkehrsverbiridungen durch. So sind in
Bereich des Autoverkehrs folgende Konventionen ratifiziert: die Zollkonvention
zum internationalen Gütertransport gemäß MDP-Buch, die Konvention zum inter
nationalen Gütertransport, die Konvention zu Verkehrszeichen und -signalen
sowie die Konvention zum Straßenverkehr.
- Im Bereich der Zivilluftfahrt sind folgende Konventionen ratifiziert: die
Konvention zur Bekämpfung der illegalen Flugzeugentführung, die Konvention
über Verbrechen und andere Straftaten, die in Flugzeugen begangen werden, die
Konvention zur Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften, die den
internationalen Lufttransport betreffen. Außerdem sind von der Regierung der
Republik noch 13 Protokolle ratifiziert worden, welche die Änderungen der
Konventionen zur internationalen Zivilluftfahrt betreffen.
- So werden die Vorschriften der Republik in näherer Zukunft an weitere 17
Konventionen und Abkommen über verschiedene Fragen der Organisation
internationaler Transporte geknüpft.
- Drittens: Es wurden günstige Bedingungen für die Bildung gemeinsamer
Unternehmen mit ausländischen Partnern geschaffen, im Bereich der Transport-
und Speditionsdienstleistungen sowie des Kommunikationssystems.
- Gegenwärtig sind schon einige Dutzend dieser gemeinsamen Unternehmen, die
sich mit Transportund Kommunikationsdienstleistungen beschäftigen, tätig.
Unter ihnen sind solche gemeinsame Unternehmen, die sich mit internationalem
Lufttransport beschäftigen, wie "Asia Rianta" (zusammen mit der irischen
Gesellschaft "Air Rianta International" und dem Flughafen Shannon), "Ascon"
(mit der amerikanischen Gesellschaft "Concord"), "AERO Abda" (mit der
malaysischen Gesellschaft "Abdi APR fraig SND WHL")-, "lnter Service Cargo"
(zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten) und andere,. Ähnliche
Transportunternehmen sind auch im Bereich der Verkehrsunternehmen innerhalb
der "Assoziation der internationalen Autotransportgesellschaften Usbekistans"
("ASMAP"), welche die Dui-chführung der effektiven Transportpolitik im Bereich
des internationalen Autotransports unterstützt und dabei die Sicherheit der
nationalen Interessen der Republik garantiert, gegründet worden.
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- Viertens: Zusammen mit führenden ausländischen Unternehmen wie
"Motorolla" (USA), "Siemens", "Alcatal" (Deutschland), "Daewoo" (Südkorea)
werden in der Republik die Telekommunikationsnetze modernisiert. So werden
moderne Telekommunikations- und Computersysteme und gemeinsame Betriebe für
die Herstellung solchei- Technik geschaffen.
- -Die gebildete und sich schnell mit der aktiven staatlichen Förderung
entwickelnde Produktionsund Sozialinfrastruktur sowie Transport- und
Telekoryununikationssysteme wirken bei der Verbesserung des Investitionsklimas
in der Republik mit, was die Kosten der ausländischen Investoren wesentlich
verringert, die mit der Gründung der gemeinsamen Unternehmen verbunden sind.
Die Inbetriebnahmefristen der Produktionskapazitäten werden erheblich
verkürzt, was unbestreitbar die Rückerstattung des investierten Finanzkapitals
vergrößert.
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