POLITIK 


DAS MENSCHLICHE POTENTIAL,
DIE SOZIALE UND DIE INDUSTRIELLE
INFRASTRUKTUR
 
Der wahre Reichtum und Vorzug von Usbekistan besteht in seinen arbeitsamen, aufgeschlossenen und gastfreundlichen Menschen.
 
Das Volk als höchstes Gut einer Gesellschaft stellt an sich ein unschätzbares, Gewaltiges Potential dar, das die stärksten Triebkräfte für die Entwicklung und den Fortschritt in unserer Gesellschaft hervorbringt. Das menschliche Potential ist der aktivste, der schöpferischste Faktor, der ein Land durch Reformen und grundlegende Umgestaltungen dynamisch vorwärtsbringen kann.
Die Kraft und der Einfluß dieses Faktors wird bestimmt vom Niveau der geistigen, ökonomischen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft, vom Bildungsgrad sowie von der beruflichen und fachlichen Struktur der berufstätigen Bevölkerung und von vielen anderen Bedingungen.
Eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung des menschlichen Potentials und der Arbeitskräftereserven spielt die soziale und demographische Situation.
 
Eine typische Besonderheit ist der hohe Bevölkerungszuwachs in Usbekistan. Es genügt zu erwähnen, daß trotz eines gewissen Rückgangs in den letzten Jahren das natürliche Bevölkerungswachstum weiterhin eines der höchsten in den GUS-Staaten ist. Allein in den Jahren 1990 bis 1996 ist die Bevölkerungszahl um 13,3 Prozent gestiegen. Im Jahresdurchschnitt betrug der Bevölkerungszuwachs 1996 2,0 Prozent bzw. 450 000 Menschen. Heute leben in der Republik Usbekistan mehr als 23 Millionen Menschen, das ist ein Vielfaches mehr als in den benachbarten Ländern.
 
Eine weitere Besonderheit der soziodemo,ara,ohischen Situation in unserem Lande ist die starke Achtung der Familie als wichtigste Zelle der Gesellschaft. In Usbekistan hat die Ehe einen hohen Stellenwert und, was charakteristisch ist, der Grad des Familienzerfalls ist einer der niedrigsten in der Welt. Die Familie ist und bleibt für die usbekische Bevölkerung eines der kostbarsten Güter im Leben, und das entspricht den jahrhundertealten Traditionen und der Mentalität unserer Nation.
Charakteristisch ist der Zusammenhalt der Familien, in denen mehrere Generationen miteinander leben und einen gemeinsamen Haushalt führen. Dadurch werden günstige Bedingungen für die Erziehung der Kinder, für ihre Heranführung an geistige und humanistische Wertvorstellungen und Traditionen sowie für die Erhöhung ihrer Allgemeinbildung geschaffen. Gerade innerhalb der Familie werden von frühester Kindheit an Liebe zur Arbeit, Achtung vor den Alten und Wissensdrang entwickelt.
Auf der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebene bedeutet dies, daß die Republik ständig über einen starken Zustrom von Arbeitskräften verfügt und demzufolge auch gute Möglichkeiten hat, sehr arbeitsintensive Betriebe und Produktionszweige aufzubauen.
 
 
Die Republik verfügt heute über ein starkes Arbeitskräftepotenzial Die Arbeitskräfte machen fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung aus und wachsen jährlich um 210 000 bis 220 000 Menschen.
Die Besonderheit des Arbeitskräftepotentials besteht in seiner Alters- und Berufsstruktur. Das Durchschnittsalter der usbekischen Bevölkerung liegt bei 24 Jahren, dadurch hat man an der Schwelle zum XXI. Jahrhundert eine Struktur der Arbeitskräfteressourcen, in der die Personen mit hoher beruflicher Aktivität und guter Berufsausbildung überwiegen.
Eine große Reserve für die effektive Nutzung des Arbeitskräftepotentials liegt in der strukturellen Umverteilung der berufstätigen Bevölkerung, in ihrer Einbeziehung in neue Berufszweige und Tätigkeitsbereiche sowie auch in der Jugend, die neu ins Berufsleben eintritt. Heute sind in der Landwirtschaft mehr als ein Drittel aller Arbeitskräfte der gesellschaftlichen Produktion tätig. Ihre Freisetzung und Umprofilierung in andere Bereiche der Wirtschaft, vor allem in die Industrie und in den Dienstleistungssektor, könnten einen großen Spielraum für die strukturelle Umgestaltung der Wirtschaft und ihre dynamische Entwicklung eröffnen.
Deshalb besteht gegenwärtig das größte Problem nicht nur darin, alle Arbeitswilligen mit Arbeit zu versorgen, sondern auch die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die Beschäftigung optimal und gesellschaftlich orientiert ist und daß jedem Bürger der Republik reale Chancen für eine freie Wahl des Arbeitsplatzes geboten werden.
Eine typische Besonderheit für das Arbeitskräftepotential in Usbekistan ist der hohe Bildungsstand. Das Problem des Analphabetentums ist in der Republik vollständig überwunden. 99,06 Prozent der Bevölkerung sind des Lesens und Schreibens kundig. Dadurch wird die Republik in eine Reihe mit jenen wirtschaftlich entwickelten Ländern gestellt, in denen ein hoher Entwicklungsstand des menschlichen Potentials herrscht.
 
Auch das Niveau der Allgemeinbildung, und der beruflichen Bildung ist hoch. In der Republik ist die Pflicht zur allgemeinen mittleren Schulbildung gesetzlich festgelegt, und man kann diese in einem weitverzweigten Netz von allgemeinbildenden Schulen, Lyzeen, Gymnasien, Berufsschulen und Business-Schulen erwerben.
Es gibt hierzu eine interessante und aussagekräftige Statistik. Auf 1000 Einwohner im Alter von 15 Jahren und älter ist die Zahl derer, die eine Hochschulbildung genießen oder bereits abgeschlossen haben, stark angewachsen: sie beträgt gegenwärtig 143. Dabei hat die Ausbildungsdauer 11,4 Jahre erreicht.
Von 1000 Einwohnern haben 200 eine Fachschulbildung. Das heißt jeder vierte Beschäftigte im Bereich der materiellen Produktion und im Dienstleistungssektor kann eine Hoch- oder Fachschulausbildung nachweisen. Somit kann man die Republik Usbekistan heute zu Recht zu den Ländern mit dem höchsten Bildungsstand rechnen.
Dies ist durch die Entwicklung eines weitverzweigten Netzes von Hoch- und Fachschuleinrichtungen und die Reform des Bildungssystems möglich geworden. Dieses Netz umfaßt gegenwärtig 59 Hochschuleinrichtungen und 258 Fachschuleinrichtungen, zu denen 75 Colleges gehören.
Schwerpunkte des Bildungssystems sind die großen Universitätszentren, die weit über die Grenzen Usbekistans hinaus bekannt sind: die Staatlichen Universitäten von Taschkent und Samarkand, die Universität für Weltwirtschaft und Diplomatie, die Universität für Weltsprachen, die Wirtschaftsuniversität Taschkent, die Technische Universität, die Landwirtschaftsuniversität, das Konservatorium, die Theaterhochschule sowie ein großes Netz von medizinischen, geisteswissenschaftlichen und technischen Hochschuleinrichtungen ist über alle Regionen der Republik verteilt. Die Hauptinstitutionen für die Aus- und Weiterbildung von Führungsl<-räften für die Staats- und Verwaltungsorgane sowie von Spezialisten für wirtschaftliche Strukturen sind die Akademie für den Aufbau von Staat und Gesellschaft beim Präsidenten der Republik Usbekistan und die Akademie für Bank- und Finanzwirtschaft.
Die Ausbildung von Fachkräften für neue Wissenszweige, die mit der Entwicklung der Marktwirtschaft, mit den modernen Methoden der Wirtschaftsführung, mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt in der Produktion und mit der Außenhandelstätigkeit zusammenhängen, wird ausgebaut. Zur Zeit sind es 360 000 Studenten, die an diesen spezialisierten Hoch- und Fachschuleinrichtungen studieren oder sich fortbilden.
Großes Augenmerk wird darauf gelegt, der Jugend auch Zugang zu dem großen Kenntnisschatz der Wissenschaften in aller Welt zu verschaffen. Deshalb wurden die Beziehungen der Bildungseinrichtungen Usbekistans zu den Bildungszentren im Ausland aktiviert. Die Praxis, ausländische Gastdozenten und Spezialisten einzuladen, um Fremdsprachenunterricht zu erteilen, oder den Mitarbeitern und Studenten die Möglichkeit von Praktika und Studienaufenthalten an Hochschulen und Forschungszentren im Ausland zu geben, wird erweitert. Gleichzeitig gibt es über 1250 ausländische Bürger aus mehr als 40 Ländern, die in Usbekistan eine Ausbildung genießen.
Auf dem Bildungssektor pflegt Usbekistan eine enge Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, wie z.B. AKSELS, AJREKS, Consort'um American Colleges, SARE, World Corps (USA), DAAD, Konrad-Adenauer-Stiftung (Deutschland), British Consult (Großbritannien), Saud-AI-BaptinStiftung (Ägypten), und mit anderen nichtstaatlichen Organisationen. Zur Zeit laufen die Vorbereitungsarbeiten zur Gründung einer usbekischamerikanischen und einer usbekisch-koreanischen Universität, mit der kanadischen Seite wird die Bildung einer internationalen Magisterhochschule für Management und Business vorbereitet.
Die "Umid-Stiftung", ein Fonds des Präsidenten der Republik Usbekistan zur Ausbildungsförderung begabter junger Menschen, bietet die Möglichkeit, durch Bewilligung eines Stipendiums einen akademischen Grad oder ein Diplom in zahlreichen Fachrichtungen an den berühmtesten Universitäten der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Japans zu erwerben.
All das hat zum Ziel, ein leistungsfähiges Potential von Kadern zu entwickeln, das die demokratischen und wirtschaftlichen Reformen in der Republik verwirklichen wird, sowie das Potential der Arbeiter und der Intelligenz zu stärken.
 
Vorrangige Aufgabe bei der Verwirklichung der Programme zur dynamischen Entwicklung des Landes ist die Förderung der Forschung und der wissenschaftlichen Infrastruktur.
Die Forschung des Landes hat ein leistungsstarkes intellektuelles Potential hervorgebracht, das in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens seinen praktischen Einsatz findet und die Grundlage für die Stärkung der nationalen staatlichen und ökonomischen Unabhängigkeit der Republik bildet.
Der Erfolg der Unternehmen und sogar des Staates insgesamt hängt heute, wo die natürlichen Ressourcen begrenzt sind, vor allen Dingen davon ab, inwieweit es gelingt, die Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und hochentwickelte Technologien durchzusetzen und den Stand des Fachwissens der Kader zu erhöhen.
Die historische Entwicklung ist so verlaufen, daß sich in der Republik Usbekistan an der Schwelle zum XXI. Jahrhundert eine Intelligenz herausgebildet hat, die hinsichtlich ihres Entwicklungsstandes, ihres Erfindungsreichtums und ihrer Möglichkeiten inzwischen zahlreiche Entwicklungsländer überholt hat und in mancher Hinsicht auch nicht hinter den wirtschaftlich entwickelten Ländern zurücksteht.
Ohne Übertreibung kann man sagen, daß das Fundament für die einzigartige Entfaltung unserer Wissenschaft, Forschung und unserer Intelligenz bereits vor Jahrhunderten gelegt wurde. Mit Stolz dürfen wir behaupten, daß die Wissenschaft in unserem Lande bis in das Altertum zurückgeht, daß sie tief und stark verwurzelt ist. Im Laufe der Jahrhunderte diente sie stets der usbekischen Nation, ja der ganzen Menschheit, um die Geheimnisse der Natur zu enträtseln, sowohl in der Medizin, Philosophie, Rechtswissenschaft, als auch in der Theologie, Literatur und Sprachwissenschaft.
Schon in alten Zeiten haben usbekische Denker bedeutende Forschungen angestellt und wissenschaftliche Entdeckungen gemacht, die den goldenen Boden für die Wissenschaft und Kultur der gesamten Menschheit bereiteten. Unsere großen Ahnen, deren Namen in der ganzen Welt bekannt sind, standen an den Quellen des Wissensborns. Da sind z.B. die Denker, Mathematiker und Astronomen Al Choresmi, Fergani, Dshawchari, Marvasi und Ulugbek, die Philosophen, Rechtsgelehrten und Theologen Farabl, Bucharl, At-Termisi, Margilani und Nasafi, die Enzyklopädisten Beruni und Ibn Sina, die Sprachgelehrten und Dichter Kaschkarl, Jussuf Chos Chadshib und Samachschari, Alischer Nawol, die Historiker Babur, Abulgasi Bachadyrchan, Ogachi und viele andere zu nennen.
Indem die Wissenschaftler Usbekistans beste Traditionen weiterführen und das historische Erbe pflegen, werden sie zu würdigen Nachfolgern ihrer großen Vorfahren. Typisch für unsere Intelligenz ihr Streben nach Erkenntnissen, sie wollen zur ist
Avantgarde des modernen wissenschaftlichen Denkens gehören. Sie greifen kühn nach der Erforschung neuer, wenig untersuchter aktueller Probleme, mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökonomischen Entwicklung des Landes und zur Stärkung des Innovationspotentials.
Usbekistan verfügt über alles, was für den Übergang zu einem modernen Modell der innovativen Entwicklung notwendig ist, die auf der breiten und effektiven Nutzung des vorhandenen wissenschaftlich-technischen Potentials, der umfassenden Einführung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und angewandten Forschung in die Praxis, der Verwirklichung wissenschaftsintensiver Technologien und einer zahlenmäßigen Vergrößerung von hochqualifizierten, begabten Forschungskadern beruht. Dies ist die notwendige Voraussetzung und die stabile Ausgangsbasis für den Aufbruch des Landes in die Reihen der hochentwickelten Industrieländer.
In Mittelasien bildet Usbekistan heute ein starkes wissenschaftliches Zentrum, das über eine gut entwickelte materielle Basis für die Forschung, umfangreiche Forschungsreserven und über qualifizierte Wissenschaftler verfügt, deren Arbeiten in der ganzen Welt Anerkennung gefunden haben.
Der Komplex Wissenschaft und Forschung der Republik umfaßt 362 Einrichtungen, die mit ihrem Profil an Akademien, Hochschulen und Industriezweige angeschlossen sind, darunter 101 wissenschaftliche Forschungsinstitute, 55 hochschuleigene Forschungsbereiche, 65 Projektierungs- und Konstruktionseinrichtungen, 32 produktionsbezogene Forschungsvereinigungen und Versuchsbetriebe, 30 Informatik- und Rechenzentren. Kernstück des wissenschaftlichen Potentials ist die Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan - das führende wissenschaftliche und experimentelle Zentrum in der Region, das auf ein halbes Jahrhundert Geschichte zurückblicken kann. Innerhalb der Struktur der Akademie wurden einzigartige Forschungszentren gebildet, die erfolgreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, wie z.B. das Institut für Kernphysik, die Produktionsforschungsvereinigung "Sonnenphysik" oder "Biologie", der Hochgebirgskomplex astronomischer Observatorien auf dem Berg Majdanak und viele andere.
Im Bereich Forschung arbeiten etwa 46 000 Menschen, darunter 2 800 habilitierte Wissenschaftler und annähernd 16 100 mit Doktorgrad. Erstmalig wurde in der Republik Usbekistan eine Attestationskommission gebildet, die dazu berufen wurde, junge Forscher auszubilden. Die Ausbildung der Forschungskader mit höchster Qualifikation erfolgt in 20 Wissenschaftszweigen.
Gegenwärtig führen die Wissenschaftler der Republik Grundlagenforschung und Angewandte Forschung auf vielen Gebieten der modernen Wissenschaft durch.
 
Erstens: Untersuchungen auf dem Gebiet der Mathematik, der Wahrscheinlichkeitstheorie, der mathematischen Modellierung natürlicher und-gesellschaftlicher Prozesse, der Informatik und der Rechentechnik.
Die Erkenntnisse der Mathematik auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie und mathematischen Statistik, der Theorie der Differentialgleichungen und der mathematischen Physik sowie der Funktionsanalyse wurden weit über die Grenzen der Republik hinaus bekannt.
In der Republik Usbekistan bildete sich eine eigene astronomische Schule heraus, die noch von Beruni, Ulugbek und Gijasaddin Dshemschid begrünidet wurde. Schon im Altertum fanden die Arbeiten der usbekischen Gelehrten über die Astronomie und ihre Untersuchungen über die Bewegung der Himmelskörper weltweite Anerkennung. Von ihnen wurde erstmalig eine äußerst genaue Karte des Sternenhimmels angefertigt. In der Republik wurde ein Netz von astronomischen Stützpunkten für die Klimaforschung der Region eingerichtet. Gemeinsam mit Wissenschaftlern und Spezialisten aus den USA, aus Italien und Japan sind usbekische Forscher, die auf dem bereits 1930 errichteten internationalen Polhöhenobservatorium , Ulugbek" arbeiten, an der internationalen Erforschung der Bewegung der Erdpole beteiligt.
 
Zweitens: Untersuchungen, die mit der Erforschung derr Gesetzmäßigkeiten geologischer Prozesse zusammenhängen welche zur Entstehung der mineralischen Rohstoffvorräte geführt haben, die für eine industriemäßige Erschließung geeignet sind, sowie auf dem Gebiet der Tektonik, der Geophysik, der Erdbebenforschung und anderer Bereiche der Erdforschung.
Die Arbeiten der usbekischen Geologen auf dem Gebiet der komplexen geologischen, geophysikalischen und geochemischen Erforschung der Erdrinde, der Erzbildung, der Metallogenetik und der Erdölentstehung haben zur Entwicklung der gewaltigen mineralischen Rohstoffbasis in Usbekistan beigetragen. Die Forschungsgeologen haben unmittelbar an der Entdeckung, Schürfung und Erschließung vieler gigantischer Lagerstätten von Bodenschätzen auf dem Territorium der Republik sowie im gesamten mittelasiatischen Raum mitgewirkt.
Es ist bekannt, daß Usbekistan in einer aktiven Erdbebenzone liegt und mehr als einmal die schweren Folgen solcher Naturkatastrophen zu spüren bekommen hat. Deshalb sind die theoretischen und praktischen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Seismologie und Erdbebensicherheit von Bauwerken ein wichtiger Schwerpunkt unserer Forschung.
Von usbekischen Wissenschaftlern wurden die geologischen Ursachen und Bedingungen für die Entstehung von Erdstößen untersucht und hydroseismologische Methoden zur Erkennung der Voranzeichen für Erdbeben entwickelt, so daß es möglich ist, die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung vorherzusagen. Es wurde eine Einteilung in Erdbebenzonen vorgenommen und Karten der aktiven Erdbebengeblete erstellt, auf deren Grundlage die Erdbebensicherheit von Produktionsbauten und Wohnungsbauvorhaben in der Republik gewährleistet werden konnte. Eine seismodynamische Theorie für unterirdische Bauwerke (Versorgungsnetze, Untergrundbahnen u.a.) wurde entwickelt.
 
Drittens: Untersuchungen auf dem Gebiet der Molekulargenetik, der Gentechnik und der Biotechnologie, die die notwendige Grundlage für den wissenschaftlich-technischen Fortschritt auf dem Gebiet der Landwirtschaft, der mikroblologischen Industrie und des Umweltschutzes bilden.
In der Republik Usbekistan haben sich eigene wissenschaftliche Lehren auf dem Gebiet der organischen und anorganischen Chemie, der Pflanzenchemie, der Biologie und Genetik sowie der Entwicklung von Biotechnologien herausgebildet und weiterentwickelt. Von ihnen wurden die theoretischen Grundlagen und die Produktionsverfahren für die Herstellung von neuen Arten hochwirksamer, aber umweltschonender Düngemittel, geringtoxischer Defollationsmittel, neuer Heilpräparate, Pflanzenwachstumsstimulatoren und Pflanzenschutzmittel entwickelt.
Von praktischem Interesse ist die Entwicklung und Erzeugung natürlicher synthetischer Bioregulatoren für die Medizin, die Landwirtschaft, die pharmazeutische Industrie und Nahrungsmittelindustrie, die Züchtung von Stevia-Pflanzen, die den Zucker ersetzen, die Entwicklung von umweltfreundlichen Technologien zur Herstellung und Verarbeitung von polymeren Verbundstoffen, unter anderem auf der Grundlage von Kaprolaktam, und die Erzeugung von Baumwollzellulose und Azetatseide in höchster Qualität.
Besonders hervorzuheben sind die Forschungsergebnisse der usbekischen Selektionäre, die Untersuchungen zu Problemen der Baumwollbiologie, zur Erforschung der genetischen, molekulargenetischen und physiologisch-blochemischen Problematik der Baumwollbiologie durchführen und auf ihrer Grundlage Methoden für die Selektion von neuen hochqualitativen und widerstandsfähigen Baumwollsorten entwickelt haben. In den letzten Jahren wurden mehr als 30 vielversprechende Baumwollsorten entwickelt.
 
Viertens: Untersuchschung, die mit der Erforschung des Komplexes der physikalischen und chemischen Eigenschaften von Stoffen zusammenhängen.
Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Kernphysik und der Physik der Elementarteilchen, der Strahlenphysik und der Werkstoffkunde hat in der Republik eine besonders beeindruckende Entwicklung erfahren. Eine neue Wissenschaftsrichtung - die relativistische Kernphysik - hat sich herausgebildet. Sie dient als theoretische Grundlage für Untersuchungen auf dem Gebiet der Kernenergetik und der angewandten Kernphysik.
Anerkannte Prioritäten in der Welt genießt Usbekistan gegenwärtig in solchen Forschungszwelgen wie Strahlen-Werkstoffkunde und Helio-Werkstoffkunde. Die Republik gilt als führendes Zentrum für die Herstellung radioaktiver Isotopen, unter anderem auch für radioaktive pharmazeutische Präparate.
In Usbekistan hat sich auf dem Gebiet der Hochenergiephysik eine eigene Forschungsrichtung entwickelt, in deren Rahmen ein beachtlicher wissenschaftlicher Vorlauf in der Herstellung besonders reiner, hochfeuerfester Stoffe, in der Entwicklung neuer Produktionsverfahren zur Herstellung von hochtemperaturbeständigen Werkstoffen mit einer erhöhten Verschleißfestigkeit, Hitzbeständigkeit und Korrosionsfestigkeit geschaffen wurde, welche geeignet sind, teure Konstruktionswerkstoffe abzulösen. Aktiv wird an der Erschließung neuer Energiequellen, wie der komplexen und effektiven Umwandlung und Nutzung der Sonnenenergie, gearbeitet, die für die Lösung des Problems der Energieversorgung im Lande von großer Bedeutung ist.
 
Fünftens: Untersuchungen zur Weltgq5chichte und zur eigenen Geschicht geistigen E rbe, zur historischen und modernen Entwicklung der usbekischen Sprache, Literatur und Folklore.
Zur Entwicklung des intellektuellen Potentials der Republik und zur Erweiterung des internationalen wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs haben die Gesellschaftswissenschaftler und vor allem die Historiker, Archäologen, Ethnografen, Sprachwissenschaftler und Literaturwissenschaftler einen wesentlichen Beitrag geleistet. Außergewöhnliches Interesse verdienen die Arbeiten, die sich mit der Erforschung der Ethnogenese und der Neugestaltung eines objektiven Geschichtsbildes des usbekischen Volkes, c . er ntersuchung seiner Traditionen, seiner Lebensweise und Kultur befassen.
Die Entwicklung eines eigenen intellektuellen, wissenschaftlich-technischen Potentials als Faktor für den stetigen Fortschritt in unserem Lande verknüpfen wir unmittelbar mit dem Ausbau der wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Beziehungen mit weltweit anerkannten Forschungszentren und der gemeinsamen Durchführung von Forschungsprojekten zu vielen aktuellen Problemen.
 
Die besondere JemograDhische Situation Usbekistans und die Förderung des menschlic ien Potentials erfordert auch einen entsprechenden Entwicklungsstand der sozialen Infrastruktur, vor allem im Gesundheitswesen und in der kommunalen Versorgung der Bevölkerung.
In der Republik wurde ein gut entwickeltes System der medizinischen und sozialen Betreuung der Bevölkerung aufgebaut, durch das alle Zugang zu den verschiedenartigen allgemeinmedizinischen und fachärztlichen Versorgungsmöglichkeiten haben. Die Republik verfügt über 1 300 Krankenhäuser, mehr als 3 000 Polikliniken und Ambulatorien sowie ein ausgedehntes Netz von Arztstationen auf dem Lande. Mehr als 76 000 Ärzte aller Fachrichtungen leisten fachgerechte medizinische Hilfe. Auf einen Arzt kommen im Durchschnitt 298 Patienten, das ist wesentlich weniger als in den meisten Entwicklungsländern. Im Vergleich zur Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Korea ist die qualifizierte ärztliche Versorgung 3- bis 4mal höher, im Vergleich zu Malaysia, Indien oder Pakistan sogar 6- bis 8mal.
Recht gut haben sich auch die kommunalen Versorgungssysteme entwickelt, in erster Linie die Bereitstellung von Elektrizität, Trinkwasser und Erdgas. Zur Versorgung der vorwiegend ländlichen Bevölkerung mit Trinkwasser und Gas wurden in der Republik spezielle Programme erarbeitet und erfolgreich verwirklicht. Im Ergebnis sind heute 73 Prozent der Wohnungen in der Republik an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen, 64 Prozent an die Erdgasleitung, und praktisch alle Wohnsiedlungen sind inzwischen elektrifiziert.
Um die Lebensbedingungen der Bevölkerung, besonders in den umweltgeschädigten Gebieten um den Aralsee, zu verbessern, wird den allgemeinen epidemlologischen Bedingungen, der Bekämpfung der Infektionskrankheiten, der Kindersterblichkeit und der Versorgung mit qualitätsgerechtem Trinkwasser große Aufmerksamkeit gewidmet. Zu diesem Zweck werden nicht nur bedeutende Summen aus staatlichen Mitteln bereitgestellt, sondern auch Unterstützungen aus internationalen humanitären Organisationen und Hilfsfonds in Anspruch genommen.
Unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung internationaler Beziehungen besteht ein riesiger Vorteil darin, daß die Republik.Usbekistan über entwickelte Energie-, Kommunikations- und Wassersorgungssyteme, ein einheitliches Eisenbahnnetz und Straßenletz verfügt, die sich gegenseitig ergänzen.
Allgemein ist bekannt, daß die ökonomischen Entwicklungsperspektiven des Landes vor allem von der Existenz einer eigenen Energiebasis abhängen. Was dies betrifft, so verfügt Usbekistan über ein leistungsfähiges Energiesystem, das Bestandteil des Vereinigten Energleverbundsystems von Mittelasien ist. Da Usbekistan im Zentrum der Region liegt und im Besitz der Hälfte aller Kapazitäten der Kraftwerksgeneratoren ist, bildet das usbekische Energiesystem das wichtigste Glied in der durchgängigen Kette der Energieerzeugung und Energieverteilung in der Region. Grundlage für die usbekische Energieversorgung sind die großen staatlichen Wärmekraftwerke von Syr-Darja, Taschkent, Nowo-Angren, Nawol sowie 19 Wasserkraftwerke, von denen das größte in Tscharwak steht.
Zur Zeit wird ein Programm zum Bau kleinerer Wasserkraftwerke erarbeitet, um das Wasserkraftpotential der Flüsse, Stauseen und Kanäle für die Energlegewinnung und für Bewässerungszwecke besser auszunutzen und die Stromversorgung der ländlichen Gebiete zu verbessern.
Das usbekische Energiesystem ist in der Lage, den Energiebedarf des Landes vollständig zu decken und gleichzeitig Energie in die benachbarten Staaten zu exportieren.
Die gewaltigen Kapazitäten der Kraftwerke gestatten es, alle Investitionsvorhaben, die in Usbekistan in nächster Zukunft realisiert werden sollen, mit der notwendigen Energie zu versorgen, ohne neue Generatoren bauen zu müssen.
Dennoch ist vorgesehen, den Bau des Kraftwerkes von Nowo-Angren und des Heizkraftwerkes von Mubarek bis zum Jahr 2000 zu vollenden sowie den ersten Energieblock im Kraftwerk von Talimardshan in Betrieb zu nehmen.
 
Usbekistan besitzt ein entwickeltes Gastransportsystem, zu dem neun Ferngasleitungen mit einer Gesamtlänge von 12 000 km gehören, die in das Gasleitungs-Verbundsystem der GUS-Staaten münden. Dadurch besteht die Möglichkeit, große Mengen von Erdgas nicht nur in die Länder Mittelasiens und der GUS, sondern auch bis in die europäischen Länder zu liefern.
Der geplante Bau von Verbundgasleitungen, die die Staaten Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan und China bzw. Usbekistan, Afghanistan und Pakistan miteinander verbinden, wird gegenwärtig im Detail ausgearbeitet und soll es gestatten, das Exportpotential der Erdöl- und Erdgas-Branche von Usbekistan um das Achtfache zu steigern.
Ein äußerst wichtiger Faktor für die attraktive geostrategische Lage Usbekistans ist die Existenz eines entwickelten Svstems von Verkehrsverbindungen. Das Verkehrssystem des Landes genügt heute praktisch den Anforderungen des Binnentransportes.
Im Raum Mittelasien verfügt Usbekistan über das dichteste Netz von Eisenbahn- und Straßenverbindungen. Das Eisenbahnnetz hat eine Ausdehnung von mehr als 6 700 km, wobei viele Strecken elektrifiziert sind. Über 80 Prozent der Autostraßen haben eine feste Straßendecke. Der größte Teil der Autostraßen in der Republik, namentlich die Straßen von internationaler oder staatlicher Bedeutung, sind mit verbesserten Straßendecken ausgestattet.
Das bestehende Netz der Eisenbahnen und Antostraßen verbindet nicht nur die entferntesten Gebiete und Siedlungen der Republik miteinander, es sichert nicht nur den Anschluß an internationale Verkehrssysteme, sondern es ermöglicht auch den Zugang zu den wichtigsten Rohstoffquellen unserer reichen Region.
Usbekistan hat auch auf der Entwicklungsebene der internationalen Flugverbindungen eine günstige Lage. Da sich die Republik in der Mitte zwischen Europa und Ostasien befindet, hat sie sehr gute Aussichten, einmal als internationaler Verkehrsknotenpunkt zu dienen und den Transitverkehr von Fracht- und Passaglermaschinen abzuwickeln.
Die usbekische nationale Fluggesellschaft "Usbekiston chawo jullari" ist Mitglied der Internationalen Organisation für Zivile Luftfahrt und verfügt neben Taschkent noch über weitere 12 regionale Flughäfen, von denen drei für die Landung von Flugzeugen der internationalen Klassen geeignet sind.
Außerdem wird unter Beteiligung von ausländischem Kapital und Mitwirkung internationaler Fachleute eine Modernisierung der Flughäfen von Taschkent, Samarkand, Buchara, Urgentscha, Namangan und Termes vorgenommen. Mitten im Herzen der wichtigsten Mineralvorräte, in der Stadt Utschkuduk, wird ein neuer Flughafen gebaut. Direkte Fluglinien verbinden Usbekistan heute mit den größten Städten der Welt - mit New York, London, Frankfurt am Main, Athen, TelAviv, Bangkok, Scoul, Delhi und anderen.
Seit Erlangung der Unabhängigkeit wird in der Republik den internationalen Verkehrsverbindungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, um möglichst kurze und sichere Transportwege in die Nachbarstaaten und zum Stillen Ozean zu schaffen.
Dies hängt damit zusammen, daß auf Grund der geografischen Lage Usbekistans unsere Wirtschaftsverbindungen zu anderen Ländern viele Jahrzehnte lang hauptsächlich über die Eisenbahn abgewickelt wurden und die Fracht in den Häfen der ehemaligen Sowjetunion am Schwarzen Meer, an der Ostsee, am Japanischen Meer und am Nördlichen Eismeer umgeschlagen wurde. Abgesehen davon, daß die Beförderung über diese Verkehrsverbindung an sich unwirtschaftlich und zu teuer war, wurden die Verkehrsverbindungen in südlicher Richtung praktisch nicht ausgebaut.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat sich das Problem der Verbindungen nach außen weiter verschärft, weil nun das Territorium mehrerer Länder durchfahren werden muß, um an die Seehäfen zu gelangen. Usbekistan ist der Staat, der am weitesten von den Seehäfen entfernt liegt, wobei der kürzeste Weg ans Meer immerhin 3 000 km lang ist, was erheblich mehr ist, als irgendwo sonst auf der Welt. Das schränkt natürlich die Möglichkeiten einer allseitigen Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen ein und macht den Transport von den Ländern abhängig, durch die unsere Frachten befördert werden müssen, unsere Erzeugnisse sind auf Grund der ständig steigenden, ohnehin schon sehr hohen Transporttarife nicht mehr konkurrenzfähig.
Die Erfahrungen in der Welt haben es gezeigt, und Usbekistan liefert nun wiederum den Beweis, daß ein Land, das keinen direkten Zugang zum Meer hat, in den Außenhandelsbezichungen stark benachteiligt ist.
Deshalb beschäftigen wir uns aktiv mit diesen Problemen und suchen nach alternativen Wegen, um das Transportproblem unserer Außenhandelsbeziehungen zu lösen und einen Zugang zum Meer zu sichern. Zu diesem Zweck beteiligt sich Usbekistan an der Verwirklichung des UNO-Programms "Erweiterung des Handels durch Entwicklung der Kooperation in der Transitgutbeförderung", in dessen Rahmen die Länder Mittelasiens gemeinsame Schritte unternehmen, um Transitkorridore zu schaffen, die ihnen den Zugang zu den Seehäfen sichern, sowie die Wiederbelebung des Haupthandelsweges des Altertums, der Großen Seidenstraße, zu fördern.
Ein Vertrag zwischen den Regierungen der mittelasiatischen Republiken und anderen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) wurde bereits unterzeichnet. Die internationale Eisenbahnlinie Tedshen-Serachs-Meschched befindet sich im Bau und wird Bestandteil der Transasiatischen Eisenbahnmagistrale, die Peking mit Istanbul verbindet. Nach Vollendung des Baus um das Jahr 2000 werden über diese Eisenbahnstrecke in beiden Richtungen Güterströme bis zu 6-8 Millionen Tonnen erwartet, die sich in Zukunft noch verdoppeln sollen.
Die Eröffnung dieses Transportkorridors wird den Außenhandelsbeziehungen Usbekistans einen zusätzlichen Aufschwung geben - sowohl nach Osten in die Länder der asiatischen Region am Stillen Ozean, als auch nach Westen in die Türkei und weiter bis nach Europa. Dadurch können die Entferriungen im Güterverkehr in beiden Richtungen auf die Hälfte reduziert werden.
Für die Überwindung von Engpässen im Kornmunikations- und Transportsystem der Republik Usbekistan ist die Realisierung des "Traseka-Projekts" von weitreichender Bedeutung, das über die technische Hilfe der Europäischen Union im Rahmen des TASIS-Programms läuft, in welchem die Entwicklung der transkaukasischen Magistrale geplant ist. Diese wird durch das Territorium der Zentralasiatischen Länder, durch Aserbaldshan und Gruslen zu den Häfen am Schwarzen Meer verlaufen.
Neben dem Ausbau der Eisenbahnstrecken ist Usbekistan auch daran interessiert, sich am Bau und an der Rekonstruktion der Autostraßen von Andishan-Osch-Irkaschtam-Kaschgar zu beteillgeii, die den Weg nach China und Pakistan frei machen, sowie der
Strecken Buchara-Serachs-Meschched-Teheran und Termes-Gerat-Kandagar-Karatschl, über die man zum Indischen Ozean gelarigt. Die Benutzung dieses Transportkorridors wüirde den Weg in EU-Länder um zwei Drittel verkürzen.
Durch die Fertigstellung und technische Verbesserung dieser transkontinentalen Magistralen können günstige Voraussetzungen für die Außenhandelsbeziehungen Usbekistans und der mittelasiatischen Länder geschaffen werden und auch der Güter- und Personen-Transitverkehr von der asiatischen Region am Stillen Ozean, von lndien und China bis in die Länder Kleinasiens, die Türkei und nach Europa verbessert werden. Außerdem könnten über diese Verbindungen, die praktisch mit dem Verlauf der Großen Seidenstraße zusammenfallen, regelmäßige kulturelle, touristische und geschäftliche Beziehungen zu zahlreichen Ländern in der Welt gepflegt werden. Dadurch wird den GUS-Staaten und der zentralasiatischen Region der "Weg nach Süden" geöffnet, um auf die Weltmärkte zu gelangen, während sich für die Länder Süd- und Südostasiens sowie Kleinasiens der "Weg nach Norden" auf die Märkte Mittelasiens öffnen würde.
Um günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und Festigung der internationalen Verkehrsverbindungen und Wirtschaftsbeziehungen zu schaffen, hat Usbekistan eine ganze Reihe von organisatorischen, rechtlichen und praktischen Maßnahmen ergriffen.
Erstens wissen wir sehr wohl, daß Investitionen in die Verkehrsverbindungen ein sehr teures und wenig gewinnbringendes Geschäft sind. Trotzdem hat Usbekistan aus eigenen Mitteln mit dem Bau von großen, strategisch wichtigen Eisenbahnstrecken Nawoi-Utschkuduk-Sultanuisdag-Nukus mit einer Streckenlänge von 342 km und GusarBajsun-Kumkurgan mit einer Streckenlänge von 223 km sowie mit der Modernisierung der Autostraße Angren-Kokand begonnen. Durch ihre Inbetriebnahme werden nicht nur der Zugang zu den enormen Vorräten an natürlichen Mineralstoffen erschlossen und die Kosten für den Güterverkehr innerhalb der Republik gesenkt, sondern gleichzeitig der Zugang zu den Seehäfen und den internatioirialen Verkehrsverbindungen gesichert.
 
Zweitens: Die Republik führt die aktive Arbeit für die Annäherung der republikanischen Gesetzgel)ung an internationale allgemeingültige Vorschriften und Regeln im Bereich der Verkehrsverbiridungen durch. So sind in Bereich des Autoverkehrs folgende Konventionen ratifiziert: die Zollkonvention zum internationalen Gütertransport gemäß MDP-Buch, die Konvention zum inter nationalen Gütertransport, die Konvention zu Verkehrszeichen und -signalen sowie die Konvention zum Straßenverkehr.
Im Bereich der Zivilluftfahrt sind folgende Konventionen ratifiziert: die Konvention zur Bekämpfung der illegalen Flugzeugentführung, die Konvention über Verbrechen und andere Straftaten, die in Flugzeugen begangen werden, die Konvention zur Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften, die den internationalen Lufttransport betreffen. Außerdem sind von der Regierung der Republik noch 13 Protokolle ratifiziert worden, welche die Änderungen der Konventionen zur internationalen Zivilluftfahrt betreffen.
So werden die Vorschriften der Republik in näherer Zukunft an weitere 17 Konventionen und Abkommen über verschiedene Fragen der Organisation internationaler Transporte geknüpft.
Drittens: Es wurden günstige Bedingungen für die Bildung gemeinsamer Unternehmen mit ausländischen Partnern geschaffen, im Bereich der Transport- und Speditionsdienstleistungen sowie des Kommunikationssystems.
Gegenwärtig sind schon einige Dutzend dieser gemeinsamen Unternehmen, die sich mit Transportund Kommunikationsdienstleistungen beschäftigen, tätig. Unter ihnen sind solche gemeinsame Unternehmen, die sich mit internationalem Lufttransport beschäftigen, wie "Asia Rianta" (zusammen mit der irischen Gesellschaft "Air Rianta International" und dem Flughafen Shannon), "Ascon" (mit der amerikanischen Gesellschaft "Concord"), "AERO Abda" (mit der malaysischen Gesellschaft "Abdi APR fraig SND WHL")-, "lnter Service Cargo" (zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten) und andere,. Ähnliche Transportunternehmen sind auch im Bereich der Verkehrsunternehmen innerhalb der "Assoziation der internationalen Autotransportgesellschaften Usbekistans" ("ASMAP"), welche die Dui-chführung der effektiven Transportpolitik im Bereich des internationalen Autotransports unterstützt und dabei die Sicherheit der nationalen Interessen der Republik garantiert, gegründet worden.
 
Viertens: Zusammen mit führenden ausländischen Unternehmen wie "Motorolla" (USA), "Siemens", "Alcatal" (Deutschland), "Daewoo" (Südkorea) werden in der Republik die Telekommunikationsnetze modernisiert. So werden moderne Telekommunikations- und Computersysteme und gemeinsame Betriebe für die Herstellung solchei- Technik geschaffen.
-Die gebildete und sich schnell mit der aktiven staatlichen Förderung entwickelnde Produktionsund Sozialinfrastruktur sowie Transport- und Telekoryununikationssysteme wirken bei der Verbesserung des Investitionsklimas in der Republik mit, was die Kosten der ausländischen Investoren wesentlich verringert, die mit der Gründung der gemeinsamen Unternehmen verbunden sind. Die Inbetriebnahmefristen der Produktionskapazitäten werden erheblich verkürzt, was unbestreitbar die Rückerstattung des investierten Finanzkapitals vergrößert.