Bilaterale Beziehungen

Beziehungen zwischen der Republik Usbekistan und der Bundesrepublik Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland hat als einer der ersten Staaten der Welt am 31. Dezember 1991 die Republik Usbekistan anerkannt. Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten wurden am 6. März 1992 aufgenommen.

Die Grundlagen für den zwischenstaatlichen Dialog entstanden innerhalb des ersten offiziellen Besuchs des Präsidenten der Republik Usbekistan Islam Karimov in der Bundesrepublik Deutschland im April 1993.

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland strebt seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen nach aktiver Partnerschaft mit der Republik, nach allseitiger Unterstützung beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, bei der Stärkung der Wirtschaft des Landes.

Im Mai 1992 nahm die erste Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Usbekistan ihre Tätigkeit auf.
Die erste diplomatische Vertretung der Republik Usbekistan in Europa wurde im Oktober 1993 in Bonn eröffnet. Seit März 2000 hat die Botschaft ihren Sitz in Berlin, sie gehört zu größten diplomatischen Missionen Usbekistans im Ausland.

Die Kontakte zu Deutschland auf höchster Ebene und der regelmäßige Austausch von Staatsdelegationen in den vergangenen Jahren seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern haben übereinstimmende Ansichten zu den wichtigsten politischen Problemen gezeigt.

In der gesamten Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland kam es zu 4 Besuchen auf höchster Ebene: Besuche von Staatspräsident Islam Karimov in Deutschland in den Jahren 1993, 1995 und 2001 und die Besuche des Bundespräsidenten Roman Herzog in Usbekistan in 1995, sowie des Bundeskanzlers Gerhard Schröders in 2002.

Im Rahmen dieser Besuche wurden die vertragsrechtlichen Grundlagen für die bilaterale Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern geschaffen. Gegenwärtig besteht die vertragsrechtliche Basis für die bilaterale Zusammenarbeit aus insgesamt c.a. 80 Dokumenten.

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Konsolidierung des zwischenstaatlichen Dialogs kommt den interparlamentarischen Beziehungen zu. Die ersten Kontakte zwischen den höchsten Organen des Olij Madschlis (Parlament) Usbekistans und des deutschen Bundestages wurden in 1994 aufgenommen.

Ein ständiger Dialog wird zwischen den Außenministerien beider Länder gepflegt. Im Rahmen dieses Dialogs fanden vier gegenseitige Besuche der Außenminister beider Staaten statt. Außerdem werden gemäß Artikel 6 der Gemeinsamen Erklärung zwischen der Republik Usbekistan und der Bundesrepublik Deutschland über die Grundlagen der Beziehungen regelmäßige politische Konsultationen zwischen den Außenministerien beider Länder durchgeführt.

In den Beziehungen zu Deutschland schenkt Usbekistan derzeit nicht nur der Erweiterung und Vertiefung der Beziehungen auf Staats und Bundesebene, sondern auch der Herstellung und Entwicklung langfristiger Kontakte zu Bundesländern besondere Beachtung. Es werden enge Beziehungen zwischen den Partnerstädten Taschkent und Berlin, Buchara und Bonn unterhalten.

Deutschland ist ein führender Handelspartner Usbekistans und der stärkste Partner unter den EU-Ländern, was die finanzielle Zusammenarbeit betrifft. Seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen betrug der Umfang der deutschen Investitionen in die usbekische Wirtschaft über 2 Mrd. EUR.

Heute agieren in Usbekistan über 150 Unternehmen mit Beteiligung deutscher Unternehmen und Firmen, von denen über 110 als gemeinsame Unternehmen gegründet worden sind. Deutsche Banken wie „Deutsche Bank AG“, „Dresdner Bank AG“, „Commerzbank AG“ und „Bankgesellschaft Berlin AG“ haben ihre Vertretungen in Usbekistans. In Taschkent gibt es daneben Vertretungen der Deutschen Wirtschaft, der GTZ und der KfW.
In Usbekistan leisten die Vertretungen der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, des DAAD und eine Filiale des Goethe-Instituts eine aktive Arbeit.

Deutschland hilft bei der Ausbildung und Umschulung von Führungskräften aus Usbekistan. Jährlich durchlaufen etwa 100 Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Fachkräfte aus Universitäten und Forschungszentren Usbekistans im Rahmen des DAAD Praktika in Deutschland und erhöhen ihre Qualifikation. Zwischen 20 Hochschuleinrichtungen der beiden Länder bestehen Partnerschaften.

Gegenwärtig erlernen über 750.000 Schüler die deutsche Sprache, in der Republik bestehen 8 Spezialschulen mit verstärktem Deutschunterricht.