Pressmitteilung

Experten Usbekistans streben eine Revision der in Zentralasien in Betrieb stehenden großen Wasserkraftwerke

Die usbekischen Ökologen bringen ihre Besorgnis über den Betrieb und den Bau der neuen großen Wasserkraftwerke an grenzenüberschreitenden Flüssen in der Region zum Ausdruck.

Vorsitzende des exekutiven Kommitees der ökologischen Bewegung Usbekistans Bori Alikhanov hat mitgeteilt, dass der Unfall auf dem Kraftwerk Sayano-Shushenskaya Unruhen wegen der gefaehrlichen Arbeit der in der sowjetischen Zeit in Zentralasien gebauten großen Wasserkraftwerke ausgelöst hat.

«Wir haben mit Alarm und bitterer Leid die Nachrichten über diesen tragischen Unfall bekommen. Uns in Usbekistan hat der Unfall auch deswegen beunruhigt, weil in unserem Territorium die Gefahr möglicher Unfälle auf analogischen Anlagen besteht, an erster Stelle der Wasserkraftwerke Nurekskaya und Toktogulskaya in Tadjikistan und Kirgisistan», - so B. Alikhanov.

Vorsitzende der ökologischen Bewegung hat hervorgehoben, dass der Damm des Wasserkraftwerks Nurekskaya,dessen Inbetriebsetzung mit der des Wasserkraftwerks Sayano-Shushenskaya übereinstimmt, der weltweit höchste - 310 Meter ist. Das Kraftwerk Nurekskaya fasst in sich 10,5 Mrd. m³ Wasser, der Staudamm Toktogul mit seinem 215 Meter höhen Damm kann 19,5 Mrd. m³ Wasser konzentrieren.

B. Alikhanov hat mitgeteilt, dass der Unfall auf Sayano-Shushenskaya als Alarmsignal zig Fragen anregt, die mit den möglichen Gefahren verbunden sind, welche durch den Betrieb der Kraftwerke, vor allem der an grenzenüberschreitenden Flüssen liegenden Kraftwerke hervorgerufen werden und das Leben vieler Menschen und die Umwelt gefährden.

Tadjikistan und Kirgisitan, die an den Oberläufen der großen Flüsse Zentralasiens liegen, betreiben einseitig die ihnen nach dem Zerfall der Sowjetunion zuteil gewordenen Wasserkraftwerke.

Wie B. Alikhanov erwähnt hat, werden die Reservoirs Nurekskaya und Toktogulskaya, welche seinerzeit an erster Stelle für Bewässerung der landwirtschaftlichen Böden, darunter auch in den stromabwärts liegenden Ländern gedient haben, in dieser Etappe aktiv für Lösung der eigenen Energieprobleme beider Länder benutzt.

Der Meinung des Experten nach erfordern die vorhandenen reellen Gefahren adäquate Maßnahmen. Dabei wurde seinerseits besonders hervorgehoben, dass Durchführung einer komplexen Revision der in Betrieb stehenden Wasserkraftwerke auf allen großen Wasserreservoirs Zentralasiens notwendig sei.

Vorsitzende der ökologischen Bewegung hält es auch für wichtig, den menschlichen Faktor zu berücksichtigen und «Attestierung und falls nötig Umschulung aller Spezialisten duchzuführen, die beim Betrieb dieser Anlagen teilnehmen». Ein besonderer Akzent wurde auf Sicherstellung der zuverlässigen Sicherheit hydroelektrischer Anlagen gelegt.

Außerdem äußerte B. Alikhanov seine Besorgnis in Verbindung mit den Vorhaben Tadjikistans und Kirgisistans, an den Oberläufen der grenzenüberschreitenden Flüssen neue große Wasserkraftwerke zu bauen.

Seinen Worten nach, wird das Problem der rationalen und gerechten Benutzung der Wasserressourcen aus den grenzenüberschreitenden Flüssen in vielen durch die vorhandene schwache ökologische Bilanz in Zentralasien verstärkt.

«Wir müssen nicht vergessen, dass diese eine hohe seismoaktive Zone ist, wo die Erdbebenstärke 9 - 10 erreicht und im Nu die größten hydroelektrischen Anlagen zerstören kann», - hat er betont.

B. Alikhanov hat erneut dazu aufgerufen, bei Errichtung neuer hydroelektrischer Anlagen an grenzenüberschreitenen Flüssen den internationalen Richtlinien zu folgen, sowie sich auf Daten der unabhängigen Experten zu stützen.