In Usbekistan hat sich das klassische zweistufige Bankensystem mit der Zentralbank an seiner Spitze etabliert. Die grundlegenden Funktionen und Aufgaben der Zentralbank sind im Zentralbankgesetz vom Dezember 1995 beschrieben. Heute nimmt die usbekische Zentralbank typische Funktionen einer zentralen Geld- und Kreditanstalt wahr. Das Hauptziel der Zentralbank besteht in der Wahrung der Stabilität der nationalen Währung. Unter anderem gehört folgendes zu den vorrangigen Aufgaben der Zentralbank:
. Festlegung und Ausführung der staatlichen Geld-, Kredit- und Währungspolitik;
. Einführung eines effektiven Zahlungsverkehrs in Usbekistan;
. Lizenzvergabe an Geschäftsbanken und Finanzmarktaufsicht;
. Kassenmäßige Durchführung des öffentlichen Haushalts gemeinsam mit dem Finanzministerium;
. Verwaltung der nationalen Wertreserven Usbekistans (Währung, Edelmetalle etc.)
Die usbekische Bankenlandschaft fasst 32 zugelassene Geschäftsbanken zusammen. Diese Anzahl scheint verhältnismäßig gering: a) bezogen auf die Volkswirtschaft und die Einwohnerzahl Usbekistans und b) im Vergleich zu den Nachbarn Kasachstan und Russland. Dennoch ist dieses Verhältnis absichtlich herbeigeführt worden. Politische Führung Usbekistans hat die Entwicklungsstrategie für den Finanzmarkt und den Bankensektor bestimmt. Davon ausgehend verfolgt die Lizenzpolitik der Zentralbank drei Hauptziele:
Gründung einer Stammgruppe aus robusten Geschäftsbanken mit einer zureichenden Kapitalausstattung, welche jeweils den noch in der UdSSR-Zeit gegründeten staatlichen Branchengroßbanken oder den vereinigten Bankenstrukturen entstammen;
Vermeidung der Entstehung schwacher Kleinbanken, welche für den Eigennutz oder einen einzigen Großaktionär gegründet werden;
Gewinnung ausländischer Finanzinstitute mit hohem Qualitätsprofil und gutem Namen für die Beteiligung an den nationalen Finanzinstituten (Gemeinschaftsbanken);
Unter den usbekischen Geschäftsbanken ist auch die Nationalbank für außenwirtschaftliche Aktivitäten als die einzige Bank dieser Größenordnung in Zentralasien und als ein landesweit führendes Finanzinstitut vertreten. Sie war die erste usbekische Bank, die IAS-Standards übernommen hat. Die Bank verfügt über ein gut ausgebautes Netz aus landesweit verteilten 96 Filialen und bietet eine breite Servicepalette ihren korporativen und privaten Kunden an. „The Banker“-Magazin hat sie als die 562. unter den 1000 größten Banken der Welt gelistet.
Die Nationalbank hat weltweit 560 Korrespondenzbanken.
Dieses Bankhaus genießt einen hohen internationalen Ruf. Mit ihrem Satzungskapital von 485. Mio. USD ist die Nationalbank als eine der kapitalisiertesten Neugründungen am postsowjetischen Finanzmarkt angesehen.
Die Nationalbank bietet ihren nationalen und internationalen Kunden ein breites Spektrum an Bank- und Finanzdienstleistungen an. Die Bank bemüht sich um den Zufluss des internationalen Investitionskapitals nach Usbekistan und arbeitet mit ausländischen Investitionsbanken tatkräftig zusammen.
Andere usbekische Geschäftsbanken kann man generell in drei Gruppen einteilen:
* Aktienbanken mit unterschiedlich bemessener Staatsbeteiligung (von der vollständigen und langfristigen Perspektivkontrolle bis zur Minderheitsbeteiligung).
* Vollprivate Aktienbanken.
* Gemeinschaftsbanken, an denen nationale und ausländische Finanzinstitute beteiligt sind.
In Usbekistan gibt es heute mehr als 30 Banken und Finanzinstitute: 18 von ihnen besitzen eine Devisengeschäftserlaubnis sowie weitere 11 haben eine Generallizenz für die Abwicklung des inländischen und internationalen Zahlungsverkehrs.